Drogenkrieg

Angehörige von Vermissten entdecken Massengrab in Mexiko

Mitglieder der Gruppe „Colectivo Solecito“ tragen in der vergangenen Woche den Sarg des Polizeibeamten Pedro Huesca, der 2013 verschwunden war, auf den Friedhof der Stadt Palmas de Abajo (Mexiko).

Mitglieder der Gruppe „Colectivo Solecito“ tragen in der vergangenen Woche den Sarg des Polizeibeamten Pedro Huesca, der 2013 verschwunden war, auf den Friedhof der Stadt Palmas de Abajo (Mexiko).

Foto: Felix Marquez / dpa

In Mexiko wurden mehr als 250 menschliche Schädel in einem Massengrab entdeckt. Es handelt sich vermutlich um Opfer der Drogenkartelle.

São Paulo.  Angehörige von Vermissten haben im mexikanischen Bundesstaat Veracruz mehr als 250 Schädel in einem Massengrab entdeckt. Es handele sich höchstwahrscheinlich um Opfer der Drogenkartelle, sagte der oberste Staatsanwalt des Bundesstaates, Jorge Winckler, am Dienstag (Ortszeit) laut der Tageszeitung „La Jornada“. „Wenn alle Massengräber im Bundesstaat geöffnet sind, wird es das größte Massengrab Mexikos sein, vielleicht eines der größten der Welt“, sagte Winckler.

In dem Bundesstaat am Golf von Mexiko tobt seit Jahren ein Krieg der Kartelle um die Vorherrschaft im Drogenhandel. Der ehemals bei Touristen beliebte Bundesstaat gilt inzwischen als einer der gefährlichsten in ganz Mexiko. Über Jahre hinweg seien Menschen verschwunden – mit Duldung der Behörden, sagte Staatsanwalt Winckler.

125 Massengräber seit August entdeckt

Aktivisten der Gruppe „Colectivo Solecito“ und Angehörige hatten seit Monaten nach Verschwundenen gesucht. Sie durchkämmten unwegsame Waldstücke mit langen Stangen und spürten so das Massengrab auf. „Ich möchte mir nicht vorstellen, wie viele Menschen noch in Veracruz illegal begraben sind“, sagte Winckler. Seit August vergangenen Jahres wurden in dem Bundesstaat 125 Massengräber entdeckt.

In Veracruz herrschte lange die Drogenbande Zeta-Kartell. Seit 2011 versucht das Kartell Jalisco Nueva Generación, die Kontrolle über den Drogenhandel in der Gegend an sich zu reißen. Seitdem nahmen Gewalt und Morde zu. In ganz Mexiko gelten mehr als 30.000 Menschen als vermisst. Nach offiziellen Angaben hat der Drogenkrieg von 2006 bis 2015 etwa 80.000 Menschen das Leben gekostet. (epd/dpa)