Notruf

Feuerwehrmann holt Baby auf die Welt – und adoptiert es dann

Die kleine Grace kam im Rettungswagen zur Welt. Ihre leibliche Mutter gab sie direkt nach der Geburt zur Adoption frei (Symbolfoto).

Die kleine Grace kam im Rettungswagen zur Welt. Ihre leibliche Mutter gab sie direkt nach der Geburt zur Adoption frei (Symbolfoto).

Foto: © Mark Leffingwell / Reuters / REUTERS

Ein Feuerwehrmann half einer Frau im Rettungswagen bei der Geburt. Das Baby, das mit seiner Hilfe zur Welt kam, ist nun seine Tochter.

Myrtle Beach.  Bei der Geburt seiner Tochter Grace war Marc Hadden dabei. Er war der erste, der sie in den Armen hielt, half ihr in den ersten Sekunden ihres Lebens bei ihrem ersten Atemzug. Dabei war Marc Hadden gar nicht Grace’ Vater – noch nicht jedenfalls. Die Geschichte klingt zunächst wie ein Widerspruch. Doch die Auflösung ist so einfach wie schön.

Grace kam im November 2011 zur Welt. Marc Hadden, Feuerwehrmann im Urlaubsort Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina, schob gerade eine ungewöhnlich ruhige 24-Stunden-Schicht, als Grace’ leibliche Mutter in den Wehen lag. Hadden und seine Kollegen aßen zu Abend, als der Notruf sie erreichte, berichtet „CBS News“.

Die Feuerwehrmänner eilten zur Hilfe. Noch bevor sie die werdende Mutter mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus bringen konnte, war das kleine Mädchen geboren. Der unfreiwillige Geburtshelfer: Marc Hadden.

Mutter will Baby sofort zur Adoption freigeben

Später in der Klinik musste der Feuerwehrmann noch den nötigen Papierkram erledigen. Dabei hörte er zufällig ein Gespräch der Krankenschwestern. Die junge Mutter wolle ihr Baby „unverzüglich“ zur Adoption freigeben.

Hadden zögerte nicht lange. „Werfen Sie meinen Namen in den Lostopf, sollte dieses Mädchen tatsächlich adoptiert werden“, sagte er scherzhaft. Doch in seinen Worten steckte viel mehr als ein Körnchen Wahrheit. Denn seine Frau und er wünschten sich sehnlichst ein drittes Kind. Aus gesundheitlichen Gründen blieb ihnen nach der Geburt ihres zweiten Sohnes dieser Wunsch jedoch verwehrt.

Die Haddens nehmen „ihr“ Baby mit nach Hause

Die Krankenschwestern jedenfalls nahmen Hadden beim Wort. „Sprechen Sie mit der Mutter“, rieten sie dem Feuerwehrmann. Zunächst zögerte er, fasste sich aber dann doch ein Herz. Er schickte ein Foto von sich und Grace an seine Frau. Und auch sie reagierte scherzhaft mit einem großen Funken Wahrheit und antwortete per Textnachricht: „Können wir sie behalten?“

Zu Hause sprachen Hadden und seine Frau Rebecca darüber, sich ernsthaft um die Adoption zu bemühen. Auch Rebecca Hadden lernte die leibliche Mutter von Grace kennen – und die stimmte der Adoption zu. Keine 72 Stunden nach der Geburt nahmen die Haddens „ihr“ Baby mit nach Hause. Im März 2012 war es amtlich: Rebecca Grace Hadden – auf diesen Namen sollte das Mädchen von nun an hören – hatte ein neues Zuhause und eine neue Familie.

Grace hat sehr enge Verbindung zu ihrem „Daddy“

Heute ist Grace fünf Jahre alt, liebt es, mit ihren großen Brüdern zu spielen oder sich mit ihrer Mutter schick anzuziehen. Eines aber mag sie ganz besonders: wenn ihr Vater ihr erzählt, wie er ihr in einem Rettungswagen auf die Welt half. „Unsere Verbindung ist extrem eng“, sagt Feuerwehrmann Hadden. „Sie ist Teil der Familie und wir lieben sie mehr als das Leben. Wir würden alles genauso noch mal machen.“ (jkali)