Ermittlungen

Kinderporno-Verdacht gegen Mitarbeiter des Bistums Limburg

Polizisten kontrollieren im September 2016 anlässlich der Bischofsweihe von Georg Bätzing Gäste vor dem Dom zu Limburg (Hessen).

Polizisten kontrollieren im September 2016 anlässlich der Bischofsweihe von Georg Bätzing Gäste vor dem Dom zu Limburg (Hessen).

Foto: Harald Tittel / dpa

Das Bistum Limburg kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem „Protzbischof“ wird gegen einen Mitarbeiter wegen Kinderpornos ermittelt.

Limburg. 

Neuerlicher Wirbel im katholischen Bistum Limburg: Gegen einen Mitarbeiter laufen Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornografie. Er wurde deshalb vom Dienst freigestellt, wie Bistumssprecher Stephan Schnelle am Donnerstag sagte. In welcher Funktion der Betroffene tätig war, sagte er nicht. Zuvor hatte die „Frankfurter Neue Presse“ (FNP) darüber berichtet.

Nach Angaben eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt werden die Ermittlungen von der Zentralstelle Internetkriminalität geführt. Man sei einem Hinweis nachgegangen. Es gehe um den Verdacht, dass sich der Mann Kinderpornografie verschafft und besessen habe. Dem Sprecher zufolge gab es bei ihm am 1. Februar eine Durchsuchung. Es seien Datenträger sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden.

Verdächtiger Mitarbeiter wurde freigestellt

Der „FNP“ zufolge wurden nach wochenlangen verdeckten Ermittlungen Büros sowie eine Wohnung in Limburg durchsucht. Dabei sei auf Rechnern und elektronischen Speichermedien wie USB-Sticks belastendes Material gefunden worden. Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte, nun sei die Auswertung abzuwarten. „Das Bistum hat die Ermittlungen aktiv unterstützt“, betonte er.

Bistumssprecher Schnelle sagte, der betroffene Mitarbeiter sei gemäß den bischöflichen Leitlinien freigestellt worden. Das Bistum arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. „Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Ex-Bischof Tebartz-van Elst brachte Bistum in die Schlagzeilen

Auch nach Ansicht des Limburger Bischofs Georg Bätzing müssen die Vorwürfe rasch untersucht werden. „Uns ist daran gelegen, dass das aufgeklärt wird, das ist das Allererste“, sagte Bätzing am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Schlagzeile, die diese Verbindung herstellt, beunruhigt sehr.“

Das Bistum Limburg war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil die Kosten für den neuen Bischofssitz explodiert waren. Der frühere Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war unter anderem deswegen im März 2014 abberufen worden.

Anschließend hatte Manfred Grothe zwischenzeitlich als sogenannter Apostolischer Administrator das Bistum geleitet und Schritte zur Aufarbeitung des Skandals und zur Neustrukturierung des Bistums eingeleitet. Im vergangenen September wurde dann Georg Bätzing zum neuen Bischof von Limburg geweiht. (dpa)