Notwehr

82-Jährige verjagt Trickbetrüger – mit ihren Gehstöcken

Eine 82-Jährige konnte sich gegen Trinkbetrüger mit ihren Gehstöcken zur Wehr setzen (Symbolfoto).

Eine 82-Jährige konnte sich gegen Trinkbetrüger mit ihren Gehstöcken zur Wehr setzen (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/blickwinkel

Als eine 82-Jährige ihre Wohnungstür öffnete, wurde sie von Betrügern überrumpelt. Ihre Gehhilfe wusste sie dabei richtig einzusetzen.

Frankfurt.  Mit dieser Dame sollte man sich lieber nicht anlegen, wie derzeit ein Gerichtsprozess in Frankfurt am Main offenbart. Als zwei Trickbetrüger im Februar 2015 vor der Wohnung einer 82 Jahre alten Frau in Frankfurt standen, hatten sie offenbar gedacht, dass diese Nummer ziemlich einfach sein wird.

Die Vermutung stimmt auch meistens. Denn für gewöhnlich machen Trickbetrüger ihren Job so gut, dass die Polizei immer wieder vor den in vermeintlich freundlicher Absicht kommenden Nachbarn warnen muss. Doch diese Geschichte verläuft ein klein wenig anders, wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet.

82-Jährige riecht die Finte

Zunächst einmal klingelten die beiden Männer am Morgen des 10. Februar 2015 an der Tür der 82-Jährigen in Frankfurt am Main. Die Frau öffnete die Tür und bekam gleich eine Showeinlage geboten. Einer der beiden leide an Unterzuckerung, müsste deshalb dringend seine Wasserflasche auffüllen, jammerten sie.

Die ältere Dame roch die Finte. Sie sollten sich ihr Wasser gefälligst anderswo holen, brüllte sie den beiden laut Polizeibericht entgegen. Die ließen sich davon nicht abwimmeln, stießen die Frau dem Blatt zufolge zur Seite. Einer nutzte die Chance, um in die Wohnung zu stürmen und seinen Diebeszug zu beginnen.

DNA an Wasserflasche gefunden

Während er in der ersten Keksdose nur Schokolade fand, rappelte sich die 82-Jährige in der Zwischenzeit wieder auf und holte ihre Waffen: ihre Gehstöcke. Sie habe geschrien und den Bösewichten eins drüber gezogen, sagte eine Nachbarin bei dem Prozess. Irgendwann gaben sie auf und zogen von dannen. Ohne Beute, und übrigens auch ohne Schokolade.

Dafür ließen sie die Wasserflasche zurück, an der die Polizei die DNA von einem Täter fand und ihn dingfest machen konnte. Bei dem jetzt stattfindenden Gerichtsprozess hat sich dann ein weitaus differenziertes Bild von der Tat ergeben: S. habe einen IQ von 50 und leide an Diabetes, sagte sein Betreuer laut „Frankfurter Rundschau“.

Prozessfortsetzung im März

Noch ist unklar, ob der Mann überhaupt schuldfähig sei, heißt es weiter. Weil die 82-Jährige die Verhandlung wegen einer Beerdigung verpasste, soll der Prozess im März weitergehen. „Sie ist geistig noch topfit“, sagte eine Polizeibeamtin. (bekö)