Sexualverbrechen

Inder gesteht Vergewaltigung von Hunderten Mädchen

In Indien kommt es immer wieder zu Demonstrationen gegen die in dem Land verbreitete Vergewaltigungskultur. Ein Schneider hat gerade den Missbrauch Hunderter Mädchen gestanden. (Archivfoto)

In Indien kommt es immer wieder zu Demonstrationen gegen die in dem Land verbreitete Vergewaltigungskultur. Ein Schneider hat gerade den Missbrauch Hunderter Mädchen gestanden. (Archivfoto)

Foto: © Anindito Mukherjee / Reuters / REUTERS

Im indischen Neu-Delhi ist eine Serie von Vergewaltigungen aufgeklärt worden. Für Hunderte von Fällen ist ein Mann verantwortlich.

Neu-Delhi.  Ein Schneider aus der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hat den sexuellen Missbrauch von Hunderten Schülerinnen gestanden. Die Polizei habe den 38-jährigen Familienvater in der vergangenen Woche festgenommen, nachdem er zwei 9- und 10-jährige Mädchen sexuell genötigt habe, berichtete die indische Tageszeitung „Times of India“ am Dienstag.

Mehr als zehn Jahre lang hat der Mann demnach den Mädchen auf dem Schulweg aufgelauert und sie vergewaltigt. Die meisten Eltern hätten aus Angst vor der Stigmatisierung ihrer Töchter geschwiegen.

Nach prominentem Fall wurden Strafen erhöht

Gewalt gegen Frauen ist in Indien weit verbreitet. Die bestialische Vergewaltigung und der Mord an einer Studentin in einem Stadtbus in Neu-Delhi machte 2012 auch international Schlagzeilen. Zwar hat Indien als Reaktion darauf das Strafmaß für Vergewaltigungen verschärft, doch die Opfer sexueller Gewalt werden in dem streng konservativen Land weiter stigmatisiert. Auch sexueller Missbrauch an Kindern ist ein Tabu, über das kaum diskutiert wird.

Laut der Polizei, konnte der Vater von fünf Kindern bei den Vernehmungen nicht sagen, wie viele Mädchen er missbraucht habe. „Wir nehmen auch an, dass er seine eigenen Kinder missbraucht hat, aber das ist nicht klar erwiesen“, erklärte die Polizei dem Bericht zufolge. Obwohl der Mann 2006 eine Haftstrafe von sechs Monaten wegen sexueller Gewalt verbüßte und daher den Behörden bekannt war, fahndete die Polizei drei Jahre lang nach dem Serien-Täter. (epd)