Filmpreis

Meryl Streep wettert bei den Golden Globes gegen Trump

Meryl Streep bekam bei den diesjährigen Golden Globes den „Cecil B. DeMille“-Award für ihr Lebenswerk. In ihrer Rede richtete sie sich gegen Donald Trump.

Meryl Streep bekam bei den diesjährigen Golden Globes den „Cecil B. DeMille“-Award für ihr Lebenswerk. In ihrer Rede richtete sie sich gegen Donald Trump.

Foto: Jordan Strauss / dpa

In der Nacht zu Montag sind in den USA die Golden Globes verliehen worden. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei eine kleine Rede.

Los Angeles.  Der Film „Moonlight“ von Regisseur Barry Jenkins hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Der große Abräumer der Preis-Gala war aber die Musical-Romanze „La La Land“ mit sensationellen sieben Trophäen, darunter als beste Komödie, für Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle, für die Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling und die Filmmusik. Das ist neuer Rekord bei des Globes.

Bei der Verleihung der Golden Globes in Beverly Hills ist der Film „Moonlight“ von Regisseur Barry Jenkins in der Nacht zu Montag als bestes Filmdrama ausgezeichnet worden. Das gab der Verband der Auslandspresse bekannt. Alle Nominierten und Gewinner finden Sie hier.

Kein Golden Globe für „Toni Erdmann“

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wurde für „Elle“ mit dem Golden Globe als beste Drama-Schauspielerin ausgezeichnet. Casey Affleck nahm seinen ersten Golden Globe als bester Drama-Darsteller für seine Rolle in dem berührenden Familiendrama „Manchester by the Sea“ entgegen.

Deutsche Hoffnungen wurden in der Globe-Nacht enttäuscht. Die Vater-Tochter-Geschichte „Toni Erdmann“ von Regisseurin Maren Ade ging leer aus: Den Preis in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“ holte „Elle“ nach Frankreich.

Meryl Streep attackierte Donald Trump

Schauspielerin Meryl Streep hielt eine engagierte Rede gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. „Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“, sagte Streep unter Tränen bei der Entgegennahme des Preises für ihr Lebenswerk. Die eindrücklichste Szene des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern als Trump in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft habe. „Dieser Instinkt, andere zu demütigen, zieht sich in den Alltag von uns allen.“

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern. „Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen außer Football und Mixed Martial Arts“, sagte Streep über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump ein großer Fan ist.

Trump äußert sich zu Streeps Rede

Donald Trump war „nicht überrascht“, von Streep und „liberalen Filmschaffenden“ kritisiert zu werden, wie er der „New York Times“ in einem kurzen Interview nach der Verleihung mitteilte. Er bezeichnete Streep als eine „Hillary-Liebhaberin“.

Auch auf Twitter meldete sich Trump anschließend zu Wort und bezeichnete Meryl Streep als eine der am meisten „überbewerteten Schauspielerinnen in Hollywood“. Sie kenne ihn nicht, aber attackiere ihn.

Prominente danken Meryl Streep

Viele Gäste im Saal reagierten sichtlich gerührt. Auch bei Twitter lobten viele Streeps Auftritt: „Ein überwältigender Moment, wie wir ihn selten im Fernsehen sehen“, schrieb etwa Regisseur Michael Moore über Streeps „leidenschaftliche Golden-Globe-Rede“.

Schauspielerin Julianne Moore dankte Meryl Streep für ihre Worte und auch Kollegin Juliette Lewis twitterte: „Meryl Streep sagt alles, was gesagt werden muss auf sehr profunde und elegante Weise.“

Verleihung bei lockerem Gala-Dinner

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Verleihungszeremonie findet traditionell bei einem lockeren Gala-Dinner statt. (dpa/jei)