Malta

111 Passagiere waren an Bord: Flugzeug-Entführer geben auf

Eine Passagierin verlässt das entführte Flugzeug auf dem Flughafen von Malta.

Eine Passagierin verlässt das entführte Flugzeug auf dem Flughafen von Malta.

Foto: DARRIN ZAMMIT LUPI / REUTERS

Die Maschine befand sich auf einem Inlandsflug nach Tripolis. Die Entführer drohen damit, den Jet zu sprengen.

Valetta.  Nach der Entführung eines libyschen Flugzeugs mit deutlich mehr als 100 Menschen an Bord haben die Geiselnehmer alle Insassen freigelassen. Zuletzt verließen auch die Entführer und die letzten Crewmitglieder das Flugzeug, wie der maltesische Regierungschef Joseph Muscat auf Twitter mitteilte. Die Entführer wurden festgenommen.

Neben sieben Crewmitgliedern hatten die Entführer 111 Passagiere in ihre Gewalt gebracht, darunter 82 Männer, 28 Frauen und ein Kind.

Auf Fernsehbildern war zuvor zu sehen gewesen, wie Passagiere den Airbus der staatlichen libyschen Afriqiyah Airways über eine Treppe an der Vordertür verließen. Flug 8U209 war ursprünglich am Freitag auf einem Inlandsflug von Sabha nach Tripolis, änderte aber den Kurs und landete auf dem Malta International Airport.

Der Flughafenbetreiber hatte zunächst über eine „unrechtmäßige Störung“ informiert. Maltesische Sicherheitskräfte koordinierten einen Einsatz, wie Muscat twitterte.

Entführer drohten mit Sprengsatz

Zwei Entführer drohten Medienberichten zufolge mit einem Sprengsatz. Auch die unabhängige libysche Nachrichtenseite Alwasat berichtete von einer Drohung mit einem Sprengsatz. Darüber habe der Kapitän den Tower auf Malta informiert.

Der anfangs völlig unterbrochene Flugverkehr wurde am Freitagnachmittag teilweise wieder aufgenommen. (dpa)