Cyber-Grooming

32-Jähriger soll Kinder zu Sex-Aufnahmen verleitet haben

Sexueller Kindesmissbrauch im Internet: 2005 registrierte das Bundeskriminalamt noch 946 Fälle von sogenanntem Cyber-Grooming. 2015 waren es schon 1958.

Sexueller Kindesmissbrauch im Internet: 2005 registrierte das Bundeskriminalamt noch 946 Fälle von sogenanntem Cyber-Grooming. 2015 waren es schon 1958.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Ein 32-Jähriger soll Kinder im Netz gezwungen haben, ihm Nacktbilder zu schicken – in 122 Fällen. Nun soll Anklage erhoben werden.

Osnabrück.  Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gegen einen 32-Jährigen aus Bad Iburg wegen vielfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Der Mann soll unter falschem Namen sieben- bis dreizehnjährige Mädchen und Jungen über das Internet angeschrieben und dazu verleitet haben, ihm Nacktaufnahmen von sich zu schicken.

Dabei soll er die Kinder auch aufgefordert haben, für Bilder und Videos sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Die Ermittler gingen von 122 Opfern in Deutschland, Belgien und der Schweiz aus, schreibt die Zeitung.

Mehr als 600 kinderpornografische Dateien gefunden

Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer soll in Kürze Anklage am Landgericht Osnabrück erhoben werden, heißt es in dem Bericht. In der Wohnung des Beschuldigten sollen mehr als 600 kinderpornografische Dateien sichergestellt worden sein.

Experten bezeichnen derartige Taten als Cyber-Grooming. Laut Bundeskriminalamt hätten die Sicherheitsbehörden im Jahr 2005 noch 946 Fälle verzeichnet, in denen Kinder mithilfe von Kommunikationstechnik zu sexuellen Handlungen überredet oder in denen ihnen pornografische Inhalte gezeigt worden seien. 2015 seien es bereits 1958 Fälle gewesen. (dpa)