Faktencheck

Warum Lesch erklären muss, dass die Erde keine Scheibe ist

Harald Lesch widmet sich in einem Video Verschwörungstheoretikern und erklärt, warum die Erde doch keine Scheibe ist.

Harald Lesch widmet sich in einem Video Verschwörungstheoretikern und erklärt, warum die Erde doch keine Scheibe ist.

Foto: Benedikt Baldrian / ZDF und Benedikt Baldrian

Für viele Verschwörungstheoretiker ist die Erde eine Scheibe. Der bekannte Fernsehmoderator Harald Lesch widerlegt das nun mit Fakten.

Berlin.  Die Erde ist eine flache Scheibe. Die alten Griechen dachten das und auch im Jahr 2016 glauben viele Menschen an die Scheiben-Theorie. Für Harald Lesch kaum nachvollziehbar. Trotzdem widmet sich der Professor, der für das ZDF wissenschaftliche Phänomene unter die Lupe nimmt, für eine Folge von „Terra X“ der Verschwörungstheorie und widerlegt sie mit harten Fakten.

„Es hat sich jetzt gezeigt, die Erde ist eine Scheibe“, beginnt der Fernsehmoderator seinen Monolog. Rings um uns herum sei demnach die Antarktis, sozusagen ein hoher Schutzwall aus Eis. Dieser halte die innenliegenden Ozeane davon ab, wie in einem Schwimmbecken überzuschwappen. Die Sonne sei nur 52 Kilometer groß und bestrahle die Hälfte der Scheibe. „Einmal in 24 Stunden kreist sie über die Erde“, erläutert Lesch leicht sarkastisch weiter die Flache-Erde-Theorie. „Damit ist ja schon mal alles klar.“

Dann holt der Physiker zum großen Faktencheck aus.

Mathematik: „Ich mach erst mal die ganz harte Nummer: Mathematik“, sagt Lesch und schiebt ein leicht hämisches Lachen hinterher. „Auf einer Scheibe kann man ein Dreieck aufmalen, ein Körper aus drei Ecken.“ Die Innenwinkelsumme habe auf einer ebenen Fläche 180 Grad. Auf einer Kugel sei die Innenwinkelsumme durch die Krümmung aber größer als 180 Grad. So wie eben auf der Erde.

Lage: Die alten Griechen hätten sich bereits darüber gewundert, dass die Erde günstig liegen müsse, da sie regelmäßig den Mond verdunkle, so Lesch. Die Erdscheibe müsste dann ja hochkant direkt zwischen Mond und Sonne stehen.

Gravitation: „Töpfert noch jemand? Dann bitte, fangt wieder an zu töpfern“, sagt Lesch und erklärt: Wer töpfere, wisse genau, wann sich eine Scheibe bilde – nämlich wenn es sich dreht. Aber die Gravitation, die Eigengravitation, neige zur Kugelform, denn die Gravitation habe eine Richtung. Und dort, wo viel Masse sei, sei die Gravitation stärker. Lesch erläutert: „Die Gravitation neigt immer zur Kugelform.“ Das sehe man schließlich am Sonnensystem: Alle Körper, die schwerer seien, seien Kugeln.

Fernsicht: Das Totschlagargument des „Terra X“-Moderators thematisiert die Fernsicht. „Ihr geht hoch, höher, noch höher – und? Seht ihr mehr? Seht ihr weiter weg? Natürlich!“ Auf einer flachen Erde sei das nicht möglich, die Sicht bleibe immer gleich. Nur auf einer runden Erde könne man von einem erhöhten Punkt weiter weg sehen.

Hassmails von AfD-Anhängern

Auf YouTube erhält Harald Lesch für seinen Faktencheck viel Zuspruch. In den Kommentaren unter dem Clip bedanken sich Zuschauer für die „Terra X“-Folge.

Lesch erklärt aber nicht nur Phänomene aus der Physik. Vor zwei Monaten hatte sich der Moderator mit dem AfD-Wahlprogramm auseinandergesetzt und Aussagen der Partei mit wissenschaftlichen Fakten widerlegt. Danach erhielt er Hassmails von AfD-Anhängern. (jha)