Suchaktion

Kreidefelsen abgebrochen: Suche nach Opfern in der Normandie

Die Normandie ist für ihre Kreidefelsen bekannt. Doch die Naturwunder können auch zur Gefahr werden.

Die Normandie ist für ihre Kreidefelsen bekannt. Doch die Naturwunder können auch zur Gefahr werden.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

An der Steilküste am Ärmelkanal sind womöglich Menschen verschüttet worden. Dort waren große Mengen Gestein in die Tiefe gestürzt.

Rouen.  Nach einem Abbruch von Kreidefelsen am Ärmelkanal in der Normandie haben Rettungskräfte nach möglichen Verschütteten gesucht. „Es besteht der Verdacht, dass sich Menschen unter den aufgehäuften Kreidefelsen befinden“, teilte die Präfektur des französischen Verwaltungsbezirks Seine-Maritime am Donnerstag mit.

Die Steilküste beim Ort Saint-Martin-aux-Buneaux war den Angaben zufolge am Nachmittag auf etwa 100 Metern Breite abgebrochen. Unter anderem rückte ein Suchhunde-Team an, auch im Wasser wurde gesucht. Die Präfektin Nicole Klein rief Anwohner und Touristen zur größten Vorsicht auf und riet davon ab, unterhalb von Steilküsten spazieren zu gehen. Die aktuellen Wetterbedingungen schwächten die Felsen.

Angeblich Spaziergänger nicht zurückgekommen

Die Regionalzeitung „Paris Normandie“ berichtete unter Berufung auf die Feuerwehr, dass 50.000 Kubikmeter Kreidegestein herabgestürzt seien. Strandbesucher hätten zwei oder drei Spaziergänger in Richtung des Einsturzortes laufen sehen, die nicht zurückgekommen seien – bislang gehe es jedoch nur um einen Verdacht. Die Alabasterküste nordwestlich von Rouen ist für ihre Steilküsten bekannt, die etwa auch vom impressionistischen Maler Claude Monet verewigt wurden.

In Deutschland hatte Ende 2011 ein Steilküstenabbruch auf Rügen für Schlagzeilen gesorgt. Damals starb ein Mädchen, als mehrere Tausend Kubikmeter Kreidegestein und Geröll in die Tiefe stürzten. (dpa)