Erwürgt

Pakistanisches Popsternchen Qandeel Baloch ermordet

Ein Krankenwagen ist in Pakistan auf dem Weg zum Fundort der Leiche von Popstar Qandeel Baloch. Sie wurde am Samstag tot aufgefunden.

Ein Krankenwagen ist in Pakistan auf dem Weg zum Fundort der Leiche von Popstar Qandeel Baloch. Sie wurde am Samstag tot aufgefunden.

Foto: STRINGER / REUTERS

Sie wurde „Pakistans Kim Kardashian“ genannt – und machte sich mit ihrem Auftreten viele Feinde. Nun ist Popstar Qandeel Baloch tot.

Islamabad.  Pakistans einziges Popsternchen, Qandeel Baloch (Mitte 20), ist möglicherweise von ihrem eigenen Bruder ermordet worden. Die junge Frau, die wegen ihrer provokanten Auftritte auch „Pakistans Kim Kardashian“ genannt wurde, sei am Samstag erwürgt aufgefunden worden, sagte Azhar Akram, Polizeibeamter der pakistanischen Stadt Multan. Die Polizei, aber auch die Eltern verdächtigten den Bruder, der in der Nacht aus dem Haus verschwunden sei.

Baloch, die sich selbst Sängerin, Schauspielerin und Model nannte, hatte viele Aspekte ihres Privatlebens freizügig vermarktet. Im muslimisch-konservativen Pakistan hat sie polarisiert – und inspiriert. Einige ihrer Videos wurden millionenfach angeschaut. Sie zeigte sich auf ihrem Instagram-Account unter anderem im Schwimmbad oder Fitnessstudio, postete auch Fotos ihres Dekolletés. Nach westlichen Standards waren es zurückhaltende Bilder.

Baloch bat nach Drohungen um Polizeischutz

Im Juni hatte Qandeel Baloch zuletzt empört und amüsiert, als sie Selfies von sich und einem religiösen Führer, Mufti Qavi, zeigte und behauptete, gemeinsam hätten sie während des Fastenmonats Ramadan Zigaretten geraucht und getrunken.

Ihre Familie, aber auch konservative Pakistaner, hatten ihr gedroht und ein Ende des „ehrlosen Benehmens“ gefordert. Vor einigen Wochen hatte Baloch um Polizeischutz gebeten, aber keinen bekommen.

In Pakistan sind in 2015 mehr als 1000 Frauen für angeblich ehrenrühriges Benehmen getötet worden. (dpa)

Der Instagram-Account von Qandeel Baloch wurde mittlerweile offenbar gelöscht. Die Instagram-Fotos können seit dem frühen Samstagabend nicht mehr aufgerufen werden.