Krankenpfleger

5000 Euro für ein Interview im WDR mit Mörder Niels H.?

Das Landgericht Oldenburg verurteilte den Krankenpfleger Niels H. wegen mehrfachen Mordes. Während der Verhandlungen 2014 hält er sich einen Ordner vors Gesicht.

Das Landgericht Oldenburg verurteilte den Krankenpfleger Niels H. wegen mehrfachen Mordes. Während der Verhandlungen 2014 hält er sich einen Ordner vors Gesicht.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Eine TV-Produktionsfirma soll Niels H. 5000 Euro für ein Interview gezahlt haben. Der Ex-Krankenpfleger tötete zahlreiche Menschen.

Berlin.  Für ein im Westdeutschen Rundfunk (WDR) gesendetes Interview soll dem Mörder Niels H. 5000 Euro gezahlt worden sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Der Krankenpfleger wird für mindestens 33 Todesfälle im Klinikum Delmenhorst verantwortlich gemacht.

Die Filmproduktionsfirma dmfilm soll Niels H. das Geld für ein Interview für die WDR-Reihe „Die Story“ gezahlt haben. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins bestreitet die Produktionsfirma diesen Vorwurf. Der WDR teilte dem „Spiegel“ mit, keine Kenntnisse von einer möglichen Zahlung gehabt zu haben. Andernfalls, so heißt es, hätte der Sender das Interview nicht verwendet. Für die weitere Ausstrahlung wolle der WDR die betreffende Sendung sperren.

Niels H. gestand weitere Tötungen

Das Landgericht Oldenburg verurteilte den Krankenpfleger 2008 und 2015 wegen insgesamt sechs Todesfällen zu lebenslanger Haft. Derzeit laufen Ermittlungen zu weiteren Todesfällen, für die der heute 39-Jährige verantwortlich sein soll. So fanden Ermittler bei exhumierten ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst Rückstände eines Herzmedikaments. Nach Angaben der Ermittler, gestand Niels H. auch für diese Todesfälle verantwortlich zu sein.

Der Pfleger brachte Patienten laut den Ermittlern mit einer Überdosis absichtlich in einen „reanimationspflichtigen Zustand“, um anschließend bei der Wiederbelebung seine Fähigkeiten zu beweisen. Viele überlebten diese Notmaßnahme jedoch nicht. Ob Niels H. auch andere Substanzen nutzte, wird noch geprüft. (JS/dpa)