Atlantik

Kreuzfahrer boykottieren Färöer-Inseln wegen Walfangs

Auch Aida Cruises ist dem Boykottaufruf der Walschützer gefolgt

Auch Aida Cruises ist dem Boykottaufruf der Walschützer gefolgt

Foto: Michael Rauhe

Immer wieder finden auf den Färöer-Inseln blutige Massaker an Walen statt. Aida und Hapag-Lloyd haben die Touren dorthin gestrichen.

Hamburg/Hagen. Die Kreuzfahrtunternehmen Aida und Hapag-Lloyd bestätigten jetzt dem Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), dass weder in diesem noch im nächsten Jahr Anlandungen auf den Färöer-Inseln wegen des Walfangs und der Gefahren für die Crew und die Gäste geplant sind. Für die autonome, zur dänischen Krone, aber nicht zur EU gehörende Inselgruppe ist die Entscheidung ein herber finanzieller Verlust durch Tausende fehlender Gäste.

Aida Cruises habe dem WDSF mitgeteilt, dass sich das Unternehmen „ausdrücklich vom Walfang distanziert“, heißt es in einer Mitteilung des Hagener Wal- und Definschutz-Forums. Die Beteuerungen des Premierministers der Färöer-Inseln gegenüber dem Unternehmen, sich für den Walschutz einzusetzen, hätten keine Fortschritte ergeben. Die Jagd auf Grindwale hat auf Färöer eine lange Tradition.

Das WDSF interveniert seit Jahren bei den deutschen Kreuzfahrtunternehmen wegen der blutigen Walfangmassaker, die weltweit in der Kritik stehen, und fordert, die Inselgruppe zu boykottieren. Alleine in den vergangenen sechs Jahren seien dort 4202 Grindwale an den Stränden und in den Buchten öffentlich abgeschlachtet worden. Um den Gästen mit ihren Kindern den Anblick und den Geruch der getöteten Grindwale zu ersparen, sollte jedes Unternehmen auf das Färöer-Angebot in seinem Reiseplan verzichten, fordert das WDSF.

Der WDSF sorgt sich auch um die Kreuzfahrt-Gäste, die an Land einheimische Restaurants aufsuchen. Das in vielen Restaurants auf den Färöer-Inseln angebotene Walfleisch sei stark mit den krebserregenden Chlorverbindungen PCB oder dem Insektengift DDT belastet.

Tui Cruises will die Färöer-Inseln einmal anfahren

Tui Cruises wird „nach Berücksichtigung aller uns vorliegenden Fakten in diesem Jahr wie geplant einmal die Färöer-Inseln mit der Mein Schiff 4 anfahren“, sagte Sprecherin Godja Sönnichsen auf Abendblatt-Nachfrage. „Als Unternehmen setzen wir uns für den Meeresschutz ein und distanzieren uns ausdrücklich vom Walfang. Finden sich in den Destinationen artenschutzbedenklichen Praktiken, führen wir mit unseren Partnern vor Ort den direkten Dialog“. Das gelte auch für die Färöer-Inseln. „Wir verurteilen die Ausübung der dortigen Waljagd aufs Schärfste, machen unsere Gäste auf der Reise aktiv über die Situation vor Ort aufmerksam und möchten so ein Bewusstsein für die Vorkommnisse in der Region schaffen“.