HIV-Prävention

Äthiopien wirft 69 Millionen Kondome auf den Müll

Ein internationaler Hilfsfonds spendete Äthiopien Präservative im Wert von umgerechnet 1,8 Millionen Euro. Weil sie den Qualitättest nicht bestanden, müssen sie weggeschmissen werden.

Ein internationaler Hilfsfonds spendete Äthiopien Präservative im Wert von umgerechnet 1,8 Millionen Euro. Weil sie den Qualitättest nicht bestanden, müssen sie weggeschmissen werden.

Foto: Oliver Berg / dpa

Sie wurden gespendet, um die Verbreitung von HIV in Äthiopien einzudämmen. Doch jetzt muss das Land Millionen von Kondomen entsorgen.

Addis Abeba.  Äthiopien wirft 69 Millionen schadhafte Kondome weg, die zum Kampf gegen Aids gespendet worden waren. Die von einem internationalen Hilfsfonds gesponserten Kondome hätten Löcher oder rissen leicht, teilte die äthiopische Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Die Verhütungsmittel im Wert von 2 Millionen Dollar (etwa 1,8 Millionen Euro) hätten demnach Qualitätstests nicht bestanden. Eine indische Firma soll die Kondome hergestellt haben.

Gesundheitsminister Kebede Worku forderte die indische Firma auf, für den Schaden aufzukommen. Diese bestehe allerdings auf eine zweite Prüfung, was bei Work auf Unverständnis trifft: „Wir verstehen nicht ganz, warum“, sagte er. Gesponsort wurden die Kondome von dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, einer internationalen Geber-Organisation. Etwa 1,1 Prozent der äthiopischen Bevölkerung ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem HI-Virus infiziert. (bk/dpa)