Ermittlungen

Neunjähriger Flüchtlingsjunge in Oldenburg missbraucht

In Oldenburg soll ein neun Jahre alter Flüchtling sexuell missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen einen 17-Jährigen erlassen.

In Oldenburg soll ein neun Jahre alter Flüchtling sexuell missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen einen 17-Jährigen erlassen.

Foto: iStock

Gegen einen Flüchtling in Oldenburg hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen. Er soll einen Flüchtlingsjungen missbraucht haben.

Oldenburg.  Ein neun Jahre alter Flüchtlingsjunge soll von einem 17-Jährigen in Oldenburg sexuell missbraucht und schwer verletzt worden sein. Gegen den mutmaßlichen Täter, ebenfalls ein Flüchtling, wurde Haftbefehl erlassen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Ausgestellt worden sei er wegen Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung, sagte Staatsanwalt Torben Tölle. Medien hatten schon zuvor über den Fall berichtet. Die Tat ereignete sich bereits am Pfingstsamstag in einer Flüchtlingsunterkunft.

Der Verdacht auf Tatbeteiligung gegen einen 34-Jährigen habe sich nicht erhärten lassen, sagte ein Behördensprecher. Ein zunächst erlassener Haftbefehl wurde aufgehoben. Der Mann stehe aber noch unter Verdacht, sich durch unterlassene Hilfeleistung strafbar gemacht zu haben. Nach ersten Ermittlungen soll er „Schmiere“ gestanden haben.

Staatsanwaltschaft berichtet nicht unangefordert

Die Familie des betroffenen Kindes wurde umgehend in eine andere Unterkunft gebracht. Der 9-Jährige war nach dem Übergriff zur Untersuchung ins Krankenhaus gekommen. Anschließend sei der Junge wieder zu seiner Familie gebracht worden, sagte Tölle.

Warum die Behörden erst über eine Woche nach dem sexuellen Übergriff darüber berichteten, erklärte die Staatsanwaltschaft: „Wie stets in Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg bislang davon abgesehen, sich unangefordert zu diesem Fall zu erklären, und zwar unabhängig von Nationalität oder Herkunft der Tatbeteiligten.“ Weitere Details wollte die Behörde unter Hinweis auf das schwebende Ermittlungsverfahren nicht bekanntgeben. (dpa)