Gedenkstätte

Hitlergruß-Foto: Neonazis sorgen für Eklat in Buchenwald

Der Eingang zur Gedenkstätte KZ Buchenwald in Weimar. Ab 1937 verloren in diesem Lager schätzungsweise rund 56.000 Menschen ihr Leben.

Der Eingang zur Gedenkstätte KZ Buchenwald in Weimar. Ab 1937 verloren in diesem Lager schätzungsweise rund 56.000 Menschen ihr Leben.

Foto: imago stock&people / imago/Ulli Winkler

Britische Neonazis sollen in Buchenwald den Hitlergruß gezeigt und Fotos davon getwittert haben. Der Verfassungsschutz ist alarmiert.

Weimar.  Nach einem Vorfall in der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald bei Weimar ermitteln Polizei und Verfassungsschutz. Im Kurznachrichtendienst Twitter sei ein Foto veröffentlicht worden, das zwei britische Neonazis im Keller des früheren Krematoriums des Lagers beim Hitlergruß zeige, berichteten Thüringer Medien am Donnerstag. Die Gedenkstätte habe deswegen Anzeige erstattet.

Neben den beiden Personen sei auf dem Bild auch eine Fahne der Organisation zu sehen. Nach Informationen von MDR Thüringen prüft der Verfassungsschutz nun, ob es Kontakte zwischen britischen und thüringischen Neonazis gebe. Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer sagte dem Sender, seine Behörde nehme den Vorfall sehr ernst und stehe inzwischen im Kontakt mit internationalen Kollegen.

Der Direktor der Stiftung Buchenwald, Volkhard Knigge, verurteilte die Aufnahme. Es sei eine schwere Entwürdigung der Häftlinge des KZ Buchenwald, unter denen auch Briten gewesen seien, so Knigge. Nach Angaben der Stiftung verdoppelte sich die Anzahl von rechtsextremistischen Straftaten in der Gedenkstätte 2015 im Vergleich zum Vorjahr auf 20. 2016 erstattete die Stiftung bislang sieben Anzeigen. (epd/dpa)