Spielzeug

Forscher: Lego-Figuren sind immer brutaler geworden

Laut einer Studie sind die Lego-Produkte immer brutaler geworden. Heute enthalten 30 Prozent der Lego-Sets Waffen.

Laut einer Studie sind die Lego-Produkte immer brutaler geworden. Heute enthalten 30 Prozent der Lego-Sets Waffen.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Die Spielzeugwelt ist nicht unschuldig: Laut einer Studie sind Lego-Produkte viel brutaler geworden. Der Hersteller sieht das anders.

Canterbury.  Sie sind klein, eckig und bunt: Die farbenfrohen Lego-Steine begeistern seit Jahrzehnten Kinder weltweit. Aus den Bausteinen lassen sich Fußballstadien, Häuser, ja ganze Städte bauen. Doch die Spielzeugwelt des dänischen Herstellers Lego ist nicht so unschuldig, wie viele Eltern vielleicht denken.

Zu dieser Einschätzung sind Wissenschaftler der neuseeländischen University of Canterbury gekommen. In ihrer Studie „ Sind Lego-Produkte brutaler geworden?“ weisen sie nach, dass die kleinen Figuren heute aggressiver rüberkommen als noch in den 1970er Jahren. Das Team hatte die Lego-Kataloge von 1978 bis 2014 ausgewertet. Die Ergebnisse wurden online in der Fachzeitschrift PLOS one veröffentlicht.

1987 brachte Lego erstmals Waffen auf den Markt

Im ersten Teil der Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie viele Lego-Sets Waffen beinhalten. Erstmals brachte Lego 1978 Spielzeugwaffen auf den Markt. Damals waren ein Schwert, eine Hellebarde und eine Lanze im Lego-Set über eine Ritterburg. 1989 verkaufte der Hersteller ein Piraten-Set samt Handfeuerwaffen und Kanonen. Die meisten Waffen gab es 2005 mit der Einführung der Bionicles-Serie. Die „Star Wars“-Reihe mit Lichtschwertern und Blastern wirkte sich laut Wissenschaftlern nicht so stark aus, weil gleichzeitig einige Sets mit vielen Waffen wie die Insectoiden, UFO und Rock Raiders vom Markt verschwanden. Heute enthalten 30 Prozent der Lego-Sets Waffen, und darin enthalten sind noch nicht die Waffen, die aus Nicht-Waffenteilen zusammengebaut werden.

Im zweiten Teil wurden die Lego-Kataloge auf ihren Gewaltgehalt hin untersucht. Probanden sollten von abgebildete Spielszenen den Gewaltmodus und die Gewaltintensität einschätzen. Die Befragten gaben an, dass sie in 40 Prozent der heutigen Katalogseiten eine Art von Gewalt erkennen.

Wettrüsten im Kinderzimmer

Lego sieht darin keine Gefahr. „Wir sind nicht der Meinung, dass unsere Produkte zu Gewalt auffordern“, sagte eine Sprecherin des Konzerns im dänischen Billund am Montag. In einigen Legowelten gehe es um Konflikte, und die seien Teil des Alltags der Kinder.

Doch laut den neuseeländischen Forschern sind die Lego-Produkte eindeutig brutaler geworden. Diese Entwicklung sei aber nicht nur bei Lego so, sondern ein allgemeiner Trend in der Spielzeugwelt: „Um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu bekommen, befinden sich Spielzeugproduzenten in einem metaphorischen Wettrüsten um aufregende neue Produkte“, heißt es in der Studie. Dabei würden sie nicht nur mit anderen Spieleherstellern konkurrieren, sondern auch mit der Fernsehbranche oder Videospielproduzenten, die auch über die Jahre brutaler geworden seien. (mit dpa)