Chibok-Girls

Eltern zweifeln an Identität von befreiter Nigerianerin

Immer wieder demonstrieren Aktivisten in Nigeria für die Freilassung von mehr als 270 entführten Schülerinnen.

Immer wieder demonstrieren Aktivisten in Nigeria für die Freilassung von mehr als 270 entführten Schülerinnen.

Foto: AFOLABI SOTUNDE / REUTERS

Vor zwei Jahren wurden mehr als 270 Mädchen entführt. Das Auftauchen einer von ihnen war eine Sensation, an der nun Zweifel aufkommen.

Abuja.  Nach der angeblichen Befreiung eines Mädchens aus den Händen von Terroristen kommen immer mehr Zweifel an den bisherigen Berichten auf. Aktivisten in Nigeria glauben nicht, dass das vor kurzem aufgetauchte Mädchen zur Gruppe der „Chibok-Girls“ gehört.

„Keiner kennt sie hier. Und auch Eltern konnten sie nicht identifizieren“, erklärte Joshua Danladi, ein Mitglied einer örtlichen Bürgerwehr im Ort Chibok, am Freitag. Nigerianische Streitkräfte hatten am Vortag eigenen Angaben zufolge 97 Geiseln von islamistischen Terroristen der Boko Haram befreit, darunter auch das fragliche Mädchen.

Aktivistengruppe spricht von anderem Heimatort

Vor über zwei Jahren waren 276 Schülerinnen aus dem Ort Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno verschleppt worden. Mehr als 200 der Mädchen gelten noch als vermisst. Nach Angaben der Aktivistengruppe „Bring Back Our Girls“ (Bringt unsere Mädchen zurück) wurde das Mädchen aus seinem Heimatort Madagali und nicht aus Chibok entführt.

Am Mittwoch war erstmals eines der entführten Mädchen wieder aufgetaucht. Die 19-jährige Amina Ali Nkeki wurde in der Nähe von Chibok aufgefunden.

Die Kämpfer der Boko Haram wollen im Nordosten Nigerias und in angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Angriffen und Anschlägen in der Region töteten die sunnitischen Fundamentalisten seit 2009 mindestens 14.000 Menschen. (dpa)