Irrfahrt

Treckerfahrer schrottet zehn Autos – auch Polizeiwagen

Ein wütender Bauer hat bei Ascheberg in Schleswig-Holstein mit seinem Trecker absichtlich zehn Autos angefahren und teilweise zerstört, darunter fünf Polizeiwagen.

Ein wütender Bauer hat bei Ascheberg in Schleswig-Holstein mit seinem Trecker absichtlich zehn Autos angefahren und teilweise zerstört, darunter fünf Polizeiwagen.

Foto: Daniel Friederichs / dpa

Ein Treckerfahrer zerstörte bei der Fahrt zehn Autos, darunter auch fünf Polizeiwagen. Erst drastische Mittel konnten ihn stoppen.

Ascheberg.  Ein Bauer hat in Schleswig-Holstein mit seinem Trecker absichtlich zehn Autos angefahren und schwer beschädigt, darunter fünf Polizeiwagen. Einsatzkräfte der Polizei konnten den 53 Jahre alten Viehzüchter am Mittwoch in Ascheberg erst stoppen, nachdem sie die Reifen seines Traktors zerschossen hatten, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Kiel sagte.

Zuvor habe der Mann mit seiner Trecker 20 Minuten lang Autos zur Seite geschoben, aufs Dach gekippt und „völlig aufgerissen“ liegen lassen. Insgesamt habe er fünf Polizeifahrzeuge, zwei Fahrzeuge von Veterinären, zwei Firmenfahrzeuge und einen Privatwagen zerstört. Bei der Festnahme wehrte sich der Bauer nach Angaben der Polizei heftig. Er und ein Polizist erlitten dabei Verletzungen. Beide wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt, sagte Polizeisprecher Oliver Pohl.

Der Bauer wollte offenbar Ohrmarken für seine Rinder nicht akzeptieren

Nach Informationen des Radiosenders NDR 1 Welle Nord wollten Tierärzte, die von Polizisten begleitet wurden, den Rindern auf dem Hof des Mannes Ohrmarken verpassen. Der 53 Jahre alte Bauer habe dies offenbar nicht akzeptieren wollen. Der Einsatz auf dem Bauernhof begann laut Polizei gegen 7.40 Uhr. Die Fahnder seien zuvor vom Veterinäramt zur Unterstützung angefordert worden.

Knapp viereinhalb Stunden später tauchte der Landwirt mit seinem Traktor auf und begann seine Fahrt. Er sei sofort auf ein Polizeifahrzeug losgefahren und habe es zur Seite geschoben, sagte ein Polizeisprecher. Der Bauer habe auf seinem Frontlader einen Ballen geladen, mit dem er das Fahrzeug eindrückte. In dem Wagen saßen zwei Beamte, die „glücklicherweise unverletzt“ blieben. Der Bauer habe später den Ballen verloren, während er neun weitere Autos zum Teil schwer beschädigte.

Die Staatsanwaltschaft Kiel übernahm die Ermittlungen. Es werde geprüft, ob die Aktion rechtlich als versuchtes Tötungsdelikt gewertet werde. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. (dpa)