Goldene Kamera

Mit Glitzer, Glamour und großen Gefühlen

Nationale und internationale, Fernseh- und Kinostars kamen am Sonnabend zur feierlichen Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg.

Hamburg. Schon von Weitem erstrahlte die Hamburg Messe in goldenem Licht, eine Limousine nach der anderen fuhr vor dem roten Teppich vor – die Verleihung der 51. Goldenen Kamera lockte viele Fans und Schaulustige an. Denn schließlich kamen so viele Prominente wie selten in Hamburg zu Gast sind.

Darunter Preisträgerin Julianne Moore: Rotbraunes Haar auf rotem Teppich – für einen Superstar überpünklich um 19.10 Uhr erreicht die Oscargewinnerin die Location. Ganz dezent im asymmetrisch-schulterfreien Samtkleid erzählte sie der Presse – auf deutsch! – dass sie als Jugendliche einige Jahre in Frankfurt gelebt habe. „Aber ich finde, dass mein Deutsch noch etwas besser sein könnte“, sagte sie charmant.

Sibel Kekili war eine der allerersten und fragte, ob sie vielleicht "zu früh" sei

Eine der allerersten war allerdings die in Hamburg lebende Tatort-Schauspielerin Sibel Kekilli, die in einem cremefarbenen Tüllkleid von Kaviar Gauche kam. „Bin ich etwa zu früh?“, wollte sie wissen, schließlich sei sie Debütantin bei der Goldenen Kamera, wo sie „ihrem“ Kieler Tatort die Daumen drückte. Vergebens, denn der Film ging leider leer aus.

Nichtsdestotrotz feierten die Tatort-Kommissare wahrlich ein Familientreffen, dabei waren Til Schweiger, Klaus J. Behrendt, Sabine Postel, Axel Milberg und der Dortmunder Ermittler Jörg Hartmann, der den Preis als bester Schauspieler national entgegen nahm. Seine ermittelnde TV-Partnerin Anna Schudt kam zwar in männlicher Begleitung, konnte die Augen jedoch nicht von Hollywood-Star Gerard Butler lassen, der zur gleichen Zeit eintraf. Der als bester internationaler Schauspieler Ausgezeichnete machte es spannend und ließ sich erst eine Viertelstunde vor Showbeginn blicken. Doch mit seinen stahlblauen Augen und dem umwerfenden Lächeln machte er jede Minute des Wartens wett. Und dann sagte er auch noch, er sei öfter in Deutschland. „Ich habe hier viele Freunde, die ich gerne besuche, ich bin also sehr glücklich, hier zu sein.“

Der deutsche Frauenschwarm Til Schweiger hielt rechts seine Freundin Marlene Shirley, links Tochter Luna fest im Arm und demonstrierte Familienidylle – was er jedoch flugs zerstörte, als er auf die Frage eines Radioreporters, was denn noch schöner seine könnte, als zwei Frauen nah bei sich zu haben, antwortete: „Eine dritte.“ Imagepflege auf Schweiger-Art.

Die "heute-Show" ist Pflicht für Hamburgs Ersten Bürgermeister

Als wahrer Film-Insider entpuppte sich Britta Ernst, Politikerin und Ehefrau von Bürgermeister Olaf Scholz erzählte lächelnd: „Ich schaue gern Serien, so etwas wie Homeland, Borgen oder Six Feet under.“ Ihr Gatte hingegen mag es klassischer, er liebt den sonntäglichen Tatort sowie die Talkshows in den dritten Programmen. „Und die heute-show ist Pflicht für uns“, so Scholz. Großer Fan von Serien wie „Breaking Bad“ und „Game of Thrones“-Fan ist auch Jung-Schauspieler David Kross aus Bargteheide („Der Vorleser“), der die Laudatio auf die Gewinner-Serie „Deutschland 83“ hielt. Ende Februar dreht Kross in Hamburg. „Ich spiele dann eine Hauptolle im Kinofilm ,Simpel’. Darauf freue ich mich sehr“, so Kross.

Auffällig und damit schwer angesagt in diesem Jahr waren kleidungstechnisch übrigens glitzernde Pailletten – zumindest für die Damen, die mit ihren Roben für eine äußerst glamouröse Stimmung sorgten: Uschi Glas wählte grün, Judith Rakers funkelte in weiß, Michaela Schaffrath (die zehn Minuten die Fotografen auf dem roten Teppich beschäftigte) in dunkelblau. Helen Mirren wählte rot, passend zum Teppich, auf dem sie bereits bezauberte. Sie bekam die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk. „Ich fühle mich sehr geehrt, diesen großartigen deutschen Preis zu gewinnen“, sagte sie auf dem roten Teppich, „Deutschland hat so viele beeindruckende Autoren und Schauspieler.“ Sie dankte ausdrücklich den Synchronsprechern, die dafür sorgten, dass die Filme so erfolgreich in den Kinos in den verschiedenen Ländern laufen.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft sang für Helene Fischer

Eine weitere Preisträgerin (Publikumswahl zum „Besten deutschen Music-Act“) blieb erstaunlich ruhig - zumindest sang Helene Fischer bei ihrem einzigen Fernsehauftritt im Jahr 2016 nicht. Das übernahmen ein sportlicher Männerchor live aus Frankfurt. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft gab eine abgeänderte Version von „Atemlos“ zum Besten.

Nach der Verleihung ging es für die 1200 aber noch weiter – zur großen Dinner-Party. Darauf freute sich auch Michelle Hunziker, die mit Tochter Aurora kam: „Wir sind hauptsächlich zur Party hier, wir wollen richtig feiern“, sagte sie. Mit diesem Wunsch waren sie in guter Gesellschaft.

Helen Mirren, Dieter Wedel und andere im Abendblatt-Interview