Naturschutz

WWF zieht Artenschutz-Bilanz – und der Panda ist Gewinner

Licht und Schatten im Tierreich: In seiner Jahresbilanz listet der WWF auf, welche Tiere bedroht sind – aber vermeldet auch Positives.

Berlin.  Die Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Umweltstiftung WWF (World Wide Fund For Nature) wächst immer weiter: Mehr als 23.000 Arten listete die Organisation zum Jahreswechsel auf. „Tiere und Pflanzen, sogar ganze Ökosysteme verschwinden, dabei ist jede Art einmalig und ein Wert an sich“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand von WWF Deutschland. „Schuld für den massiven Verlust biologischer Vielfalt weltweit sind Wilderei, Raubbau, die Übernutzung natürlicher Ressourcen und der Klimawandel“, sagt Brandes.

Doch die Naturschützer vermelden auch gute Nachrichten. Bei einigen bedrohten Tierarten verzeichnen die Forscher wieder eine wachsende Population. Grund dafür sind laut WWF vor allem neue Schutzgebiete und konstante Naturschutzmaßnahmen. Ein Überblick über Gewinner und Verlierer im vergangenen Jahr.

Verlierer 2015

• Nashörner und Elefanten: Bis November wurden allein in Südafrika rund 1000 Nashörner gewildert, und in ganz Afrika dürften Zehntausende Elefanten getötet worden sein. Einen Hoffnungsschimmer allerdings sieht der WWF darin, dass die UN in diesem Jahr eine Resolution gegen illegalen Wildtierhandel verabschiedet haben.

• Afrikanische Geier: Die Zahl ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 50 Prozent zurückgegangen. Wilderer vergiften laut WWF die Elefantenkadaver, um sich der Aasfresser zu entledigen.

• Titicaca-Riesenfrosch: Wegen der ungefilterten Einleitung von Abwässern kam es im südamerikanischen Titicacasee 2015 zu einem Massensterben der Riesenfrösche. Besonders betroffen ist der seltene Titicaca-Riesenfrosch, der nur hier vorkommt und mit bis zu einem Kilo zu den größten Froscharten der Welt zählt.

• Saiga-Antilope: Ein Massensterben der Tiere, vermutlich durch einen Krankheitserreger und Umweltfaktoren ausgelöst, hat 2015 in Kasachstan innerhalb weniger Tage bis zu 85.000 Saiga-Antilopen getötet.

• Maskaren-Flughunde: Auf Mauritius haben die Behörden im November mit der Tötung von rund 18.000 seltenen Maskaren-Flughunden begonnen. Die Regierung begründet das Vorgehen mit Schäden im Obstanbau.

• Asiatische Frauenschuh-Arten: Seit 2015 stehen alle 84 der asiatischen Orchidee als bedrohte Arten auf der Roten Liste. Der internationale Handel mit den seltenen und begehrten Pflanzen ist verboten, dennoch blüht der Schmuggel.

Gewinner 2015

• Großer Panda: Der Einsatz für den Panda durch die chinesische Regierung und den WWF zahlt sich offenbar aus: Die Population der Großen Pandabären hat sich seit der Zählung 2004 um rund 17 Prozent auf aktuell mindestens 1860 Tiere erhöht.

• Wolf: Der Wolf setzt seine Rückkehr nach Deutschland unbeirrt fort: 32 Rudel wurden Mitte 2015 gezählt, fünf mehr als 2014. Weiter verbessert werden muss allerdings in einigen Regionen das Wolfs-Management der Bundesländer, damit Konflikte, etwa mit Tierhaltern, vermieden werden.

• Iberischer Luchs: Laut Roter Liste steht diese Luchs-Art nicht mehr unmittelbar vor dem Aussterben und ist „nur noch“ stark bedroht. Die Population hat sich seit 2002 auf über 300 Tiere vervielfacht. Dies war laut WWF nur durch eine Verzahnung von Lebensraumschutz, Aufklärungsarbeit, Wildereibekämpfung sowie Nachzucht und Auswilderung möglich.

• Amur-Leopard: Amur-Leoparden zählen weiter zu den seltensten Säugetieren weltweit. Ihr Bestand ist allerdings laut WWF auf etwa 70 Exemplare angestiegen. Der Großteil der Population lebt nahe der russischen Stadt Wladiwostok. (LS)