Heiligabend

Muslime schützen Gottesdienst zu Weihnachten in Frankreich

„Wir leben zusammen, wir sind Brüder“, sagte einer der muslimischen Männer, die im französischen Lens vor der Kirche standen. Ein Zeichen der Nächstenliebe an Weihnachten.

„Wir leben zusammen, wir sind Brüder“, sagte einer der muslimischen Männer, die im französischen Lens vor der Kirche standen. Ein Zeichen der Nächstenliebe an Weihnachten.

Foto: Felix Kästle / dpa

Berührende Geste zu Weihnachten: In Frankreich standen Muslime an Heiligabend Patrouille vor einer Kirche. Hier geht es zum Video.

Lens/Paris.  Im von Terror und Ausnahmezustand geprägten Frankreich haben französische Muslime in einem symbolischen Akt in Lens Gottesdienste von Christen am Heiligabend bewacht. „Wir leben zusammen, wir sind Brüder“, begründete Hachim El Jazouli die Aktion am Donnerstagabend. „Und wir sitzen alle im selben Boot.“ Wenn es Anschläge gebe, „dann töten sie uns alle zusammen“.

Besucher eines Gottesdienstes in der nordfranzösischen Stadt zeigte sich im Sender iTélé beeindruckt von der Solidarität. Am Ende der Andacht gab es Applaus für die symbolischen Schützer. Sie bekamen als Dankeschön das Licht Betlehems überreicht, eine kleine Kerze, die ein besonderes Symbol des Friedens darstellt.

Stärkerer Schutz der Gottesdienste in diesem Jahr

Mit Blick auf die Weihnachtstage hatte die Regierung nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November besonders strikte Sicherheitsregeln für Kirchen und Gotteshäuser angekündigt. Innenminister Bernard Cazeneuve versprach Religionsvertretern, alles zu tun, damit die Sicherheit gewährleistet sei. Ähnlich wie bei anderen Veranstaltungen wurden unter anderem Kontrollen an den Eingängen empfohlen. In Paris waren Uniformierte vor vielen Gotteshäusern und Gebetsräumen präsent.

Bereits nach den Anschlägen in Paris im Januar auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt war die Sicherheit vor zahlreichen religiösen Einrichtungen in Frankreich teils drastisch erhöht worden. Die Präsenz von Polizei und Militär wurden verstärkt. (dpa)