Weihnachtsfest

Papst Franziskus geißelt in Predigt die Konsumgesellschaft

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Tausende Gläubige versammelten sich im und vor dem Petersdom in Rom. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen wegen Terrorgefahr.

Rom.  Papst Franziskus hat am Heiligen Abend mit der Christmette den Höhepunkt des Weihnachtsfests in Rom eingeläutet. Tausende Gläubige versammelten sich am Donnerstagabend im und vor dem Petersdom, um der Predigt des Oberhauptes der katholischen Kirche zuzuhören. Darin ging es um das Licht, das nach christlichem Verständnis mit der Geburt Jesu in die Welt kam.

An der Spitze einer Prozession zu Beginn der Messfeier trugen Kinder, von Gesängen begleitet, Blumengebinde in Richtung Altar. Sie stammten aus den Ländern, die der Papst in diesem Jahr besucht hat und demnächst besuchen wird. Wegen Terrorgefahr galten beim Zugang zur größten römischen Papstbasilika verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

Am Freitag, dem ersten Weihnachtsfeiertag, verkündet Franziskus am Mittag von der Loggia des Petersdoms seine Weihnachtsbotschaft und spendet dann den Segen „Urbi et Orbi“ (für die Stadt und für den Erdkreis).

Kritik an der Konsumgesellschaft

Papst Franziskus hat zu Weihnachten die moderne Konsumgesellschaft kritisiert. Bei der Christmette erinnerte er daran, dass Jesus in einem Stall in großer Armut geboren worden sei. „Dieses Kind lehrt uns, was wirklich wesentlich ist in unserem Leben“, sagte Franziskus.

„In einer Gesellschaft, die oft trunken ist von Konsum und Vergnügung, von Überfluss und Luxus, von Augenschein und Eigenliebe, ruft er uns zu einem nüchtern-besonnenen, das heißt einfachen, ausgewogenen und gradlinigen Verhalten auf, das fähig ist, das Wesentliche zu erfassen und zu leben“, sagte der Papst. In einer „Kultur der Gleichgültigkeit“ solle der Lebensstil der Christen erfüllt sein von Erbarmen, Einfühlungsvermögen, Mitleid und Barmherzigkeit.

Nach christlichem Glauben ist mit der Geburt Jesu Gott Mensch geworden. Das Datum ist nicht bekannt, doch wird der Tag seit der Spätantike am 25. Dezember gefeiert.

Weihnachtsbaum aus Bayern

Dieses Weihnachten fällt in ein außerordentliches Heiliges Jahr, das von Franziskus ausgerufene „Jubiläum der Barmherzigkeit“. Am 8. Dezember hatte der Papst die Heilige Pforte des Petersdoms geöffnet und darüber hinaus dazu aufgerufen, in allen Kathedralen der Welt heilige Türen zu öffnen.

Auf dem Petersplatz erstrahlte der 25 Meter hohe Weihnachtsbaum, den die bayerischen Gemeinden Hirschau, Schnaittenbach und Freudenberg gestiftet hatten. Daneben stand eine Krippe mit 24 lebensgroßen Figuren aus der norditalienischen Provinz Trient.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass der Papst 2016 mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird. In einer Zeit, in der viele Menschen in Europa Orientierung suchten, sende er eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung aus, hatte das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung mitgeteilt.