Diskriminierungsvorwurf

USA lassen Muslime nicht zum Disneyland-Urlaub fliegen

Disneyland in Anaheim: Hier wollte auch eine Familie aus London Spaß haben – aber kam erst gar nicht ins Land.

Disneyland in Anaheim: Hier wollte auch eine Familie aus London Spaß haben – aber kam erst gar nicht ins Land.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Eine muslimische Familie wird um ihren Freizeitpark-Besuch gebracht. In den Fall mischt sich jetzt sogar der britsche Premier ein.

London.  Wenn neun Kinder eine Flugreise in die USA mit Freizeitpark-Besuch versprochen ist, kann man sich ungefähr die Vorfreude vorstellen. Doch der Trip ins Disneyland in Kalifornien war für eine Familie schon am Londoner Flughafen vorbei: Weil US-Behörden die muslimische Familie nicht einreisen ließ, schaltet sich sogar der britische Premierminister David Cameron ein. Es geht auch um die Frage, ob US-Beamte Muslime diskriminieren.

Mohammad Tariq Mahmood macht im „Guardian“ ziemlich deutlich, wie es ihm ging. Beim Einchecken hätten ihm hinzugeeilte Beamte gesagt, dass die Reiseerlaubnis für die USA doch nicht gilt. Er musste mit den Kindern zwischen neun und 19 Jahren umdrehen und sogar Einkäufe aus dem Duty-Free-Bereich zurückbringen: „Ich wurde in meinem ganzen Leben noch nie so gedemütigt“, sagte Mahmood. „Wir wurden zu Feinden erklärt.“

Denn für ihn gibt es nur die eine, naheliegende Erklärung: „Ich denke, es ist wegen der Angriffe auf Amerika. Sie sehen in jedem Muslim eine Bedrohung“, so Mahmood. Er und sein Bruder hätten noch nie Probleme mit der Polizei gehabt.

Abgeordnete schaltete Cameron ein

Die Labour-Abgeordnete Stella Creas aus dem Wahlkreis der Familie hegt den gleichen Verdacht wie Mahmood: „Bei britischen Moslems wächst die Sorge, dass sie ,getrumpt’ werden.“ Die Aussagen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump zeigten Folgen. Trump hatte ein Einreiseverbot für Muslime in den USA gefordert. Die britische Politikerin hat nun den britischen Premierminister David Cameron um Hilfe gebeten. Nach Aussagen seines Büros wird er den Fall prüfen und reagieren. Cameron hatte Trumps Äußerungen bereits verurteilt.

Die Abgeordnete verlangt, dass der Regierungschef von US-Stellen eine Erklärung einfordert, wieso die Familie nicht einreisen durfte. Sie selbst sei in der US-Botschaft kurzangebunden abgewiesen worden.

Nicht der erste Fall

Die Familie rätselt weiter, warum sie ihre Verwandten nicht sehen darf und auf 12.200 Euro Kosten für die Tickets sitzen bleibt. Mahmood ist auch nicht der erste, dem es in den vergangenen Tagen so ergangen ist. Der moderate britische Imam Ajmal Masroor hatte auf Facebook von einem ähnlichen Erlebnis geschrieben: Als er einchecken wollte, gab es einen Alarm. US-Offizielle hätten ihm gesagt, sein Visa sei widerrufen worden. Grund? Er müsse wohl etwas getan haben. Er schrieb dazu, die USA hätten das Recht, Visa zu widerrufen. Man gewinne aber keine Herzen, wenn man das tue, ohne den Menschen Gründe zu liefern. Er bekam eine Einladung in die Botschaft, die ihn offenbar nicht zufrieden stellte: Er sucht einen Webdesigner, weil er eine Kampagne starten will. (law)