Versteigerung

Wu-Tang Clan verkauft Album an umstrittenen Pharma-Manager

Die Band Wu-Tang Clan hat ihr Album für zwei Millionen US-Dollar an den umstrittenen Pharma-Manager Martin Shkreli verkauft.

Die Band Wu-Tang Clan hat ihr Album für zwei Millionen US-Dollar an den umstrittenen Pharma-Manager Martin Shkreli verkauft.

Foto: Jacek Bednarczyk / dpa

Die einzige Kopie eines Wu-Tang-Clan- Albums wurde versteigert. Nun wurde bekannt, wer der Käufer ist: Pharma-Manager Martin Shkreli.

New York.  Die Rap-Band Wu-Tang Clan hat ihr neues Album, das nur in einem Exemplar existiert, meistbietend an einen schwer umstrittenen Manager aus der Pharma-Branche verkauft. Der Sieger der Auktion ist Martin Shkreli (32), der kürzlich für viel Empörung sorgte, als er den Preis eines Medikaments von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Pille hochschraubte.

Shkreli habe etwa 2 Millionen Dollar, also 1,8 Millionen Euro, für die einzige Kopie des Albums „Once Upon a Time in Shaolin“ bezahlt, berichtete das Magazin „Bloomberg Businessweek“ am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen.

Die Band erklärte dem Magazin, sie habe zum Zeitpunkt des Zuschlags Shkrelis Geschäftspraktiken nicht gekannt und spende einen erheblichen Teil des Betrags.

Manager plant noch weitere Alben-Käufe

Der Wu-Tang Clan hatte die ungewöhnliche Aktion im vergangenen Jahr angekündigt. Der Besitzer des Albums mit 31 Songs darf damit alles machen, was er will – außer Geld mit der Aufnahme verdienen. Interessenten und Medien war lediglich ein rund 13 Minuten langer Auszug vorgespielt worden. Der Verkauf für einen „Millionenbetrag“ war im November bekanntgegeben worden.

Shkreli war wegen der Preiserhöhung bei dem von seiner Firma Turing Pharmaceuticals gekauften Medikaments Daraprim, das zur Behandlung von Infektionen eingesetzt wird, heftig kritisiert worden. Er zeigte daraufhin keine Reue und kündigte lediglich Rabatte für Krankenhäuser an. Die kontroverse Debatte kommentierte Shkreli auf Twitter – mit Songtexten von Eminem.

Dem „Bloomberg“-Magazin erklärte er jetzt, er wolle solche Privat-Alben auch von weiteren Künstlern haben. „Once Upon a Time in Shaolin“ habe er noch nicht gehört, sondern spare sich das Erlebnis für einen Tag auf, an dem er sich niedergeschlagen fühlen werde. (dpa)

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