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Youtuberin Bibi hat kein Problem mit Produktplatzierungen

| Lesedauer: 3 Minuten
Aaron Clamann
Bianca „Bibi“ Heinicke (BibisBeautyPalace) verdient ihr Geld unter anderem mit Videos über Schminktipps.

Bianca „Bibi“ Heinicke (BibisBeautyPalace) verdient ihr Geld unter anderem mit Videos über Schminktipps.

Foto: imago stock&people / imago/Future Image

Die Youtuberin Bibi verdient ihr Geld mit Videos über Kosmetikartikel und Mode. Nun spricht sie über den Vorwurf der Schleichwerbung.

Berlin.  Bianca „Bibi“ Heinicke hat persönliche kein Problem mit Produktplatzierung. Einige ihrer Zuschauer aber vermutlich schon, denn sie wissen oft nicht was das ist. Deshalb fordern Kritiker auch, dass Werbung in den Videos der Youtube-Stars wie Bibi deutlicher gekennzeichnet werden müssten.

Im Interview mit dem Magazin „Horizont“ sagte Bibi zum Thema Produktplatzierung: „Ich persönlich habe damit kein Problem. Ich denke eher, dass das Verständnis dafür noch viel zu gering ist und erst langsam anfängt zu wachsen.“ In ihren Videos, die millionenfach geklickt werden, präsentiert Bibi immer wieder einzelne Produkte, die sie sich „einfach mal gegönnt“ hat, wie sie in einem Video über eine Armbanduhr sagt. Bibi beteuert, dass man von der Uhr lange etwas habe, auch wenn sie etwas teurer sei.

Bibi verdient mit

Doch nicht nur von der Uhr hat Bibi etwas, sondern auch von dem Umstand, dass sie sie der Youtube-Gemeinde zeigt. Denn in der Videobeschreibung findet sich ein Link zu einem Online-Shop, bei dem Zuschauer die Uhr direkt kaufen können. An jedem Verkauf verdient Bibi dann mit.

Für die Landesmedienanstalten, die unter anderem Schleichwerbung in Internetvideos überwachen, sind solche Videos jedoch nicht ganz unproblematisch. Den Landesmedienanstalten schwebt vor, dass Werbung in Zukunft stärker gekennzeichnet wird. Bis es jedoch einen neuen rechtlichen Rahmen gibt, wollen die Landesmedienanstalten aufklären.

Sowohl einige Youtuber, vor allem aber die Zielgruppe der großen Stars – Kinder und Jugendliche – könne nicht zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt unterscheiden. Bei einigen Behörden, bearbeiten deshalb auch die Experten die Themen Werbung und Jugendschutz in Personalunion. Und so haben die Landesmedienanstalten eine Aufklärungskampagne gestartet, an der auch Youtuber mitgearbeitet haben. „Wir stehen in engem Kontakt mit Youtubern wie etwa Dagi Bee“, sagte Peter Widlok von der gemeinsamen Geschäftsstelle der 14 Landesmedienanstalten Mitte November.

Rechtslage ist eindeutig

Theoretisch besteht für die Landesmedienanstalten und jeden Zuschauer die Möglichkeit, Werbung, die nicht gekennzeichnet ist, zu melden. „Ordnungswidrig handelt, wer absichtlich entgegen 36 Abs. 2 Satz 1 den Absender oder den kommerziellen Charakter der Nachricht verschleiert oder verheimlicht“, heißt es wörtlich zur Schleichwerbung im Telemediengesetz.

Doch trotz der eindeutigen rechtlichen Lage gab es bisher keine Verfahren gegen deutsche Youtuber. Das könnte auch daran liegen, dass Produzenten wie Bibi sich sehr bewusst sind, was möglich ist und was nicht. „Mein Team und ich haben immer versucht, uns an den geltenden Gesetzen zu orientieren und uns dabei stets rechtlich absichern zu lassen“, sagte die Youtuberin dem Magazin „Horizont“.

Doch auch, wenn momentan kaum juristische Probleme drohen, haben andere Youtube-Stars in den vergangenen Monaten auf den Vorwurf der Schleichwerbung reagiert. Der Produzent „Unge“ hat ein Video, in dem er ein Smartphone-Spiel rezensierte, als „Dauerwerbungssendung“ gekennzeichnet. Das Video war durch Googles Playstore unterstützt worden, weshalb „Unge“ eine große Einblendung über das Video legte. Bei Bibi sind Hinweise auf Produktplatzierungen hingegen in der Beschreibung der Videos zu lesen. Dabei könne die Youtuberin „nachvollziehen, dass manche Viewer sich daran stören“, wie sie dem Magazin sagte.