Terroranschläge

Geschocktes DFB-Team wieder in Frankfurt gelandet

Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft, zeigte sich nach der Rückkehr aus Paris am Frankfurter Flughafen geschockt.

Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft, zeigte sich nach der Rückkehr aus Paris am Frankfurter Flughafen geschockt.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Beim DFB-Tross und bei den Spielern sitzt der Schock tief. Die Mannschaft verbrachte die Nacht im Stadion – und reiste früher ab.

Paris/Frankfurt.  Nach einer Nacht im Stadion und der Rückkehr aus Paris sind die deutschen Nationalspieler am Samstagmorgen erst einmal nach Hause zu ihren Familien gefahren. Der Deutsche Fußball-Bund sagte die für Sonntag geplanten Aktivitäten in Hannover ab. Dort soll die Weltmeister-Auswahl am Dienstag in einem weiteren Testländerspiel auf die Niederlande treffen.

Ob das Spiel stattfindet, ist noch offen. Der DFB kündigte weitere Informationen im Laufe des Samstags an. Auf seiner Internetseite schrieb der Verband unter der Überschrift „#NousSommesUnis“ auf schwarzem Hintergrund: „Wir sind vereint: Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen von Paris.“

Rauball gegen Absage des Holland-Spiels

Ligapräsident und DFB-Interimschef Reinhard Rauball sprach sich jedoch gegen eine Absage der Partie gegen die Niederländer aus. „Es gibt noch keine Entscheidung, aber ich bin dafür, dass gespielt wird“, sagte Rauball und ergänzte: „Man darf denen, die uns das angetan haben, nicht den Triumph gönnen.“

Der DFB will aber offenbar auch noch die Entscheidung der Franzosen abwarten. Der französische Verband FFF erwägt eine Absage der Test-Partie gegen England am Dienstag. Nach der Terrorserie mit mindestens 120 Toten war die deutsche Delegation um Bundestrainer Joachim Löw am Samstagmorgen mit der Sondermaschine LH 343 vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle nach Frankfurt geflogen.

Uefa ist solidarisch mit Franzosen

„Die Uefa ist tief geschockt und traurig über die tragischen Ereignisse und möchte Frankreich und denjenigen, die von diesen schrecklichen Akten betroffen sind, ihre Unterstützung und Solidarität ausdrücken“, teilte die Europäische Fußball-Union Uefa am Samstagmorgen mit.

Nach den grauenvollen Ereignissen am Freitagabend war das DFB-Team gar nicht mehr ins Hotel zurückgekehrt. Die Mannschaft verharrte die Nacht auf Samstag im Stadion im Vorort Saint-Denis. „Wir sind glücklich, dass wir gut gelandet sind. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Eigentlich wollte die DFB-Delegation am Sonntag mit dem Ziel Hannover abreisen.

Bierhoff: Mannschaft ist tief getroffen

Bierhoff sprach nach der Partie von großer Betroffenheit. „Man hat das direkt gespürt an der Atmosphäre, die in der Kabine geherrscht hat. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft getroffen ist“, sagte er nach dem Spiel. Der Freitag hatte für die deutschen Weltmeister bereits nach einer Bombendrohung gegen das Teamhotel mit einem „großen Schrecken“ (Bierhoff) begonnen.

Während des Freundschaftsspiels waren in dem mit fast 80.000 Zuschauern gefüllten Endspielstadion für die Europameisterschaft 2016 drei Detonationen zu hören gewesen. Es gab dabei auch vier Tote, darunter nach Medienberichten auch Selbstmordattentäter.

Löw: Wir sind alle erschüttert und schockiert

„Es wird von Extremisten oder gewissen Personen die Möglichkeit gesucht, Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagte Bierhoff. Die Tore zur Arena waren während des Spiels zur Sicherheit vorübergehend geschlossen worden. „Wir sind alle erschüttert und schockiert“, erklärte Bundestrainer Löw unmittelbar nach Spielende.

Eine Delegation um Bundestrainer Löw und Teammanager Bierhoff wird schon in vier Wochen wieder in Paris erwartet. Dann sollen in der französischen Hauptstadt die Vorrundengruppen für die EM vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 ausgelost werden. (dpa)