Beirut

IS-Mörder wohl bei US-Luftangriff in Syrien getötet

Beirut. Der aus Enthauptungsvideos der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) berüchtigte Mörder „Dschihadi John“ ist sehr wahrscheinlich getötet worden. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte am Freitag, das Fahrzeug des Extremisten sei bei einem US-Drohnenangriff nahe der IS-Hochburg Al-Rakka in Syrien voll getroffen worden. Eine letzte Bestätigung des Todes stehe aus, aber man sei sich „ziemlich sicher“. „Dschihadi John“ war so etwas wie das Gesicht des Islamischen Staates“, sagte der Sprecher. Der Extremist sei über vier Tage gezielt verfolgt worden. Man trage nun alle Erkenntnisse von Geheimdiensten und aus Videomaterial zusammen, um 100-prozentige Sicherheit zu erhalten. Von dem Drohnenangriff, den der Sprecher einen Routineangriff nannte, gebe es wie immer Filmaufnahmen. Der Chef der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdulrahman, meldete hingegen den Tod von „Dschihadi John“.

„Dschihadi John“ sprach Englischmit Londoner Akzent

„Dschihadi John“ ist eine der bekanntesten Figuren der sunnitischen Extremistengruppe. Der aus Kuwait stammende Extremist mit bürgerlichem Namen Mohammed Emwasi war erstmals im Enthauptungsvideo des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht. Der Brite war an mehreren weiteren Enthauptungen beteiligt. Der Mann trat in den IS-Videos stets vermummt auf und sprach Englisch mit Londoner Akzent. Emwasi soll zu einer Gruppe von IS-Kämpfern gehören, die aus Großbritannien zu den Extremisten kamen und intern „Die Beatles“ genannt werden, wie die Zeitung „Washington Post“ schrieb. Nach Angaben ehemaliger Gefangener soll er auch die berüchtigte Foltermethode „Water­boarding“ – also simuliertes Ertränken – bei IS-Häftlingen angewendet haben.

Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf Emwasis früheres Umfeld, er sei in einer bürgerlichen Gegend in London aufgewachsen. Nach einem geplanten Safari-Trip nach Tansania im Mai 2009 habe er sich radikalisiert. Die Reise, die er demnach mit einem deutschen Konvertiten namens Omar und einem weiteren Mann namens Abu Talib unternehmen wollte, sei nie zustande gekommen. Das Trio sei am Flughafen von Daressalam von der Polizei eine Nacht festgehalten und anschließend abgeschoben worden. Die Gründe seien unklar.