Rotherbaum

Erster Blick ins „Fontenay“

Kommende Woche wird auf der Baustelle des neuen Luxushotels an der Alster Richtfest gefeiert. Das Abendblatt hat sich die künftigen Restaurants, Terrassen und Suiten schon einmal angesehen

Rotherbaum. Der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist ein ehrgeiziger Mensch. Dementsprechend hoch steckt er seine Ziele. Das gilt auch für sein „The Fontenay“. Das Luxushotel entsteht derzeit an der Außenalster und soll das beste Hotel Deutschlands werden, sagt er.

Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren: Im August vergangenen Jahres war die Grundsteinlegung und inzwischen steht der siebengeschossige Rohbau inklusive zwei Ebenen im Untergeschoss. 5000 Tonnen Stahl und 24.000 Kubikmeter Beton wurden bislang verbaut. Die Haustechnik wird bereits installiert. In der Sonne spiegelt sich die Glasfassade, die an weiten Teilen des Gebäudes schon angebracht wurde. Die Eröffnung des Fünf-Sterne-Superior-Hotels ist laut Kühne für Herbst 2016 geplant.Ursprünglich hatte er sich jedoch den 1. Juli 2016 als Ziel gesetzt.

Kühne ist trotzdem zufrieden: „Wir freuen uns, dass unser Bauvorhaben in den letzten Monaten so gut vorangekommen ist. Anspruchsvoll sind die technische Ausstattung, mit der man begonnen hat, und die Inneneinrichtung, die im kommenden Jahr folgen wird“, sagt Kühne. Er weiß auch: „Auf der Zielgeraden wird es noch manche Hürde zu überwinden geben, aber wir wollen etwas Hochwertiges, wenn nicht gar Einzigartiges für unsere künftigen Hotelgäste schaffen. Das motiviert alle Beteiligten.“

Drei Kräne und etwa 70 Menschen sind zurzeit hier im Einsatz. In der nächsten Woche wird das Richtfest gefeiert. Das Abendblatt konnte bereits jetzt einen ersten Blick in das entstehende Gebäude werfen.

In sein Hotelprojekt investiert Kühne mehr als 100 Millionen Euro. Einst stand hier das Hotel Intercontinental, in dem der Unternehmer selbst Stammgast war. Als das Haus schließen musste und die Immobilie zum Verkauf stand, nutzte Kühne die Chance. Das marode Gebäude wurde abgerissen, und nun baut sich der Unternehmer hier sein eigenes Hotel.

Dafür braucht es einen Direktor und das ist seit fast einem Jahr Thies Sponholz, der beinahe täglich auf der Baustelle anzutreffen ist: „Natürlich haben wir eine Bauleitung, aber es macht einfach Spaß zu sehen, wie das Hotel Tag für Tag mehr an Form annimmt.“ Der gebürtige Husumer, der zuletzt das Hotel „de Rome“ in Berlin führte, hat seinen Lieblingsplatz auf der Baustelle schon gefunden: Zu Fuß geht es in die sechste Etage – die Aufzüge sind noch nicht eingebaut – auf die Terrasse. Der Blick auf die Alster ist atemberaubend: „Das ist für mich Hamburg pur“, sagt Sponholz.

Der Swimmingpool wird das längste Hotelschwimmbecken der Stadt sein

Vom Flair einer Terrasse, die zur Bar gehört, ist allerdings noch nichts zu spüren, denn es ist ein Rohbau. Überall stehen Gerüste, und Baumaterial stapelt sich. In der sechsten Etage liegt auch der Wellnessbereich. Das Schwimmbecken wurde bereits ausgehoben. Der 20-Meter-Pool wird in der kommenden Woche in einem Stück angeliefert und per Kran eingesetzt. Es soll das längste Hotelschwimmbecken der Stadt werden. 1100 Quadratmeter ist der Wellness-Bereich groß, inklusive Friseur und Saunen mit Alsterblick.

Die Philosophie des Hauses erklärt Sponholz so: „Wir setzen auf ein internationales Publikum, aber wir wollen auch ein Treffpunkt für die Hamburger sein. Es soll ein Ort der Begegnung werden.“ Ausreichend Platz wird es dafür geben. Zum Beispiel auf dem Dach im Gourmet-Restaurant.

Zurück im Erdgeschoss führt Sponholz durch die Halle. Von hier fällt der Blick in das fast 30-Meter hohe Atrium, um das herum sich die 131 Zimmer – keines misst weniger als 43 Quadratmeter – und Suiten gruppieren. Eine Übernachtung wird mindestens 365 Euro kosten. Das erste Musterzimmer soll bald präsentiert werden. Warme Farben dominieren, edle Stoffe, als Bodenbelag Echtholzparkett und Naturstein in den Bädern.

Auch 17 Residenzen wird es geben. Das sind Luxus-Mietwohnungen zwischen 83 und 148 Quadratmetern Größe. Der Preis: etwa 27 Euro pro Quadratmeter. Neun Wohnungen sind bereits vermietet, die dann im Herbst 2016 bezogen werden können. Die Mieter haben einen separaten Eingang und können die Annehmlichkeiten des Hotels nutzen. Dazu gehört auch das Garten-Restaurant mit einer Deckenhöhe von fast acht Metern. Klassiker wie Tatar oder Steak sollen auf der Speisekarte stehen, dazu andere Gerichte für den internationalen Geschmack. 100 Plätze innen und weitere 100 Plätze auf der Terrasse sind geplant. Abgelenkt werden die Gäste nur vom Blick auf den neu angelegten Park und die Alster.

Noch stehen vor dem Haus Baufahrzeuge, doch schon in wenigen Monaten soll hier eine Auffahrt mit einem opulenten Brunnen in der Mitte entstehen. Im Erdgeschoss wird es eine Bibliothek, eine Tagesbar und eine Atrium-Lounge geben. Vier Veranstaltungsräume werden eingerichtet.

Auffallend ist die Deckenhöhe im Erdgeschoss von mindestens fünf Metern: „Das spiegelt die Großzügigkeit dieses Hauses wieder“, sagt Sponholz. Nun muss nur noch der auf Herbst 2016 korrigierte Eröffnungstermin eingehalten werden. Der Direktor ist optimistisch: „Der Mensch wächst mit seinen Herausforderungen."