Erste Oktoberfest-Bilanz

Eine Million Wiesn-Gäste - Veggie-Gerichte beliebt

Auf dem größten Volksfest der Welt fließt das Bier in Strömen. Mehr als zehn Euro kostet die Maß. Sanitäter haben schon einiges zu tun.

München. Am ersten Wiesn-Wochenende sind rund eine Million Besucher zum Feiern nach München gekommen. Sie tranken nach ersten Schätzungen der Wirte etwa eine Million Maß Bier und verspeisten zehn Ochsen - zwei weniger als im Vorjahr. Vegetarische Gerichte seien im Aufwind, berichtete die Festleitung am Sonntag. Die Ochsenbratereihabe eine große Nachfrage nach Spinat-Brezenknödeln gemeldet.

Schausteller, Marktkaufleute und Wirte seien mit dem heiteren und entspannten Start zufrieden, teilte die Festleitung am Sonntag mit. „Ich wünsche mir, dass die Wiesn so harmonisch weitergeht wie sie gestartet ist, denn dann wird es auch heuer wieder das schönste Volksfest der Welt“, sagte der Zweite Bürgermeister und Festleiter Josef Schmid (CSU). Auch ein kräftiger Regenguss am Eröffnungsabend habe die gute Stimmung nicht gemindert.

Vollsuff nach 80 Minuten

Keine anderthalb Stunden nach dem Bieranstich haben Sanitäter auf dem Münchner Oktoberfest schon den ersten Volltrunkenen versorgt. Ein etwa 50-Jähriger sei um 13.20 Uhr mit einer Alkoholvergiftung zu den Helfern gebracht worden. Im vergangenen Jahr war das erste Alkoholopfer erst um 14.05 Uhr registriert worden. Um punkt 12 hatte das Oktoberfest begonnen.

Mit zwei Schlägen hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier angezapft und rief: „O'zapft is! Auf eine friedliche Wiesn.“ Vor einem Jahr hatte Reiter bei seiner ersten Wiesn vier Schläge zum Anzapfen gebraucht, schon beim zweiten Mal holte er nun seinen Amtsvorgänger Christian Ude (SPD) ein. Seit Tagen liefen Wetten, wie viele Schläge der Oberbürgermeister dieses Mal beim Anstich brauchen würde. Unter den prominenten Gästen im Schottenhamel-Zelt waren auch Mireille Mathieu, Dj Ötzi, Florian Silbereisen und Ralph Siegel. Die erste Maß bekam - wie traditionell üblich - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Schon vor dem offiziellen Start wurden die ersten Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen. An den Eingängen bildeten sich Schlangen. Die ersten Wiesn-Fans waren noch im Dunkeln zum Festgelände gekommen, um einen Platz zu ergattern. Bier gab es aber erst ab 12.00 Uhr. Für die Maß müssen Besucher dieses Jahr mehr als zehn Euro zahlen.

Am Vormittag waren Wiesnwirte und Brauerei-Mitarbeiter bei überwiegend bewölktem Himmel in einem festlichen Zug zur Festwiese gefahren. Blumengeschmückte Kutschen der Wirte, Maßkrug schwenkende Kellnerinnen, Musikkapellen und Brauerei-Gespanne mit girlandengeschmückten Bierfässern zogen zur Theresienwiese.

Bis zum 4. Oktober werden gut sechs Millionen Besucher erwartet. Am ersten Wochenende kann die Besucherzahl bereits auf eine Million steigen. Das größte Volksfest der Welt steht in diesem Jahr im Zeichen der Flüchtlingskrise. Die Behörden wollen die Ströme der Wiesn-Besucher und der Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof trennen. Dort hatte sich die Lage in den vergangenen Tagen entspannt.