Menschenrechte

Amnesty arbeitet an Leitlinie für Prostitution

Amnesty International setzt sich künftig für die Rechte von Prostituierten ein

Amnesty International setzt sich künftig für die Rechte von Prostituierten ein

Foto: Marijan Murat / dpa

Schauspieler wie Meryl Streep und Kate Winslet kritisieren den jüngsten Entschluss von Amnesty International. Sie warnen vor mehr Ausbeutung.

Dublin.  Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International will sich fortan stärker um die Rechte und den Schutz von Prostituierten einsetzen. Das beschlossen nun Delegierte der Organisation aus aller Welt in Dublin. Der Schritt ist umstritten. Zahlreiche Kritiker, darunter auch bekannte Schauspieler wie Meryl Streep und Kate Winslet, warnen, dass mit der Entkriminalisierung die Ausbeutung von Frauen gefördert werde. Mit dem Beschluss kann die Führung der Organisation nun eine entsprechende Resolution ausarbeiten. In der Schrift heißt es unter anderem:

„Die Resolution empfiehlt, dass Amnesty International eine Politik entwickelt, die die volle Entkriminalisierung aller Aspekte von einvernehmlichem käuflichem Sex unterstützt. Diese Politik wird Staaten dazu aufrufen, sicherzustellen, dass Prostituierte vollen und gleichen rechtlichen Schutz vor Ausbeutung, Menschenhandel und Gewalt erhalten.“

Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty wird in einer Mitteilung folgendermaßen zitiert:

„Prostituierte sind eine der am meisten vernachlässigten Gruppen in der Welt, die in den meisten Fällen ständig dem Risiko von Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind. Unsere weltweite Bewegung ebnete den Weg, dass wir eine Politik zum Schutz der Menschenrechte von Prostituierten verfolgen können, was dazu beitragen wird, die künftige Arbeit von Amnesty auf diesem wichtigen Gebiet zu gestalten.“

„Wir erkennen an, dass dieses wichtige Menschenrechtsthema sehr komplex ist, und deswegen sind wir das Thema von der Seite internationaler Menschenrechtsstandards angegangen. Wir haben mit unserer weltweiten Bewegung besprochen, dass wir unterschiedliche Sichtweisen aus allen Teilen der Welt annehmen wollen.“