Westafrika

Zahl der Ebola-Toten dramatisch angestiegen

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Und wieder hat sich ein Arzt infiziert. Nigerias Behörden spielten den Fall herunter. US-Countrystar Brad Paisley widmet Ebola-Arzt einen Song.

Dakar/Washingon. Die Zahl der Ebola-Toten ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sprunghaft gestiegen. Seit dem 31. Juli kamen 158 neue Todesfälle dazu, hieß es in einer Mitteilung. Insgesamt sind der Epidemie in Westafrika damit mindestens 887 Menschen zum Opfer gefallen. Laut WHO sind bislang mehr als 1600 Infektionen erfasst worden, seit die Krankheit in diesem Jahr zuerst in Guinea ausbrach. Betroffen sind bislang neben Guinea mit 358 Todesfällen, Sierra Leone mit 273 und Liberia mit 255 und Nigeria mit einem Ebola-Toten.

Am Montag wurde zudem der zweite Ebola-Fall aus Nigeria gemeldet, dem bevölkerungsreichsten Land in Westafrika. Die Behörden bestätigten, dass es sich bei dem Erkrankten um einen Mediziner handele. Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu sagte, der Arzt habe den Mann behandelt, der auf einer Geschäftsreise an Ebola erkrankt, in Nigeria behandelt worden und Ende Juli gestorben sei.

Die nigerianischen Behörden hatten die übrigen Passagiere des Flugzeugs, mit dem der Mann unterwegs war, seinerzeit nicht unter Quarantäne gestellt. Sie versicherten, es gebe nur ein minimales Risiko für weitere Ebola-Fälle. Das Land hat mehr als 150 Millionen Einwohner.

Derweil begannen die Behörden in Liberia mit den Vorbereitungen für den Rücktransport eines zweiten, mit Ebola infizierten US-Bürgers in die Heimat. Ein Flugzeug landete am Montag in der Hauptstadt Monrovia und soll am Dienstag die Missionarin Nancy Writebol zur Behandlung in einer Spezialklinik nach Atlanta fliegen. Die Frau und der bereits am Sonnabend ausgeflogene Arzt Kent Brantly hatten in Liberia in einem Krankenhaus gearbeitet, in dem Ebola-Infizierte behandelt wurden.

Writebol soll in Atlanta im Emory Universitätskrankenhaus behandelt werden, wo Brantly bereits versorgt wird. Der Sohn der Missionarin sagte, seine Mutter ringe noch immer mit der Krankheit, es scheine aber eine Besserung zu geben.

Das Ebola-Virus löst eine infektiöse Fiebererkrankung aus, die von Blutungen begleitet wird. Es gibt kein Heilmittel, etwa 60 Prozent der Infizierten sterben.

Derweil hat der amerikanische Countrysänger Brad Paisley dem mit Ebola infizierten Arzt Brantly ein Lied von seinem neuen Album gewidmet. „Betet für Kent Brantly – eine dieser tapferen Seelen, die ihr Leben riskieren, um andere zu retten“, schrieb Paisley im Kurznachrichtendienst Twitter. Dort veröffentlichte er einen Ausschnitt seines Coversongs „Me and Jesus“ aus dem Album, das Ende August in die Läden kommt.

Er sei berührt von dem „christlichen Doktor“, der sich in Liberia infiziert hatte und ein ihm angebotenes Serum einem Kollegen verabreichen ließ, fügte der dreifache Grammy-Gewinner hinzu.

( (AP/AFP) )