Tödliche Krankheit

Ebola erreicht Nigeria: Arzt infiziert, acht in Quarantäne

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Der Mann soll einen Infizierten aus Liberia behandelt haben. Insgesamt acht Nigerianer befinden sich in Quarantäne. US-Arzt Brantly geht es besser, seine Kollegin wird am Dienstag ausgeflogen. Hier lesen Sie alle wichtigen News zur Ebola-Epidemie.

Abuja. Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat jetzt auch Nigeria erreicht. Ein Arzt, der einen kürzlich in Lagos an der Krankheit verstorbenen Liberianer behandelt hatte, sei mit dem Virus infiziert, teilte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Montag mit. Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Mann waren und auf Isolierstationen lägen, zeigten ebenfalls Symptome. Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht.

Frankfurter Flughafen und Kliniken gerüstet für mögliche Ebola-Fälle

Frankfurt. Die Stadt Frankfurt mit Deutschlands größtem Flughafen ist für einen möglichen Ebola-Fall gerüstet. Dass die tödliche Krankheit aus Westafrika über den Luftweg eingeschleppt wird, ist aus Sicht des Gesundheitsamts aber „extremst unwahrscheinlich“. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sieht kaum ein Risiko.

Für den Fall, dass ein Passagier während des Flugs erkrankt, gebe es Notfallpläne, sagte Gesundheitsamts-Chef René Gottschalk am Montag der Nachrichtenagentur dpa. „Das sind alles getestete Verfahren und sie funktionieren sehr gut.“ 2003 landete der erste SARS-Patient auf europäischen Boden in Frankfurt, 2006 gab es einen Fall von Lassafieber: Alle hätten überlebt.

Auch das Frankfurter Universitätsklinikum ist nach eigener Einschätzung bestens vorbereitet. Dort würde ein Ebola-Patient in einer Sonderisolierstation behandelt. Das Personal werde „unabhängig von der Ebola-Problematik“ regelmäßig geschult, erklärte Oberarzt Timo Wolf der dpa. „Wir sind jederzeit bereit, einen solchen Fall adäquat zu versorgen.“

Bundeswehr entwickelt Notfall-Plan gegen Ebola

Die Bundeswehr im Auslandseinsatz trifft Vorsorgemaßnahmen wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika. Ein Truppenarzt habe einen „Notfallplan“ für die Teilnehmer der EU-Trainingsmission EUTM Mali entwickelt, zu dem auch Bundeswehrsoldaten gehören, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am Montag in Potsdam. Mali grenzt an Guinea, einen der von dem Ausbruch betroffenen Staaten.

Nach Angaben des Sprechers handelt es sich bei den in dem Plan genannten Handlungsvorgaben in dem meisten Fällen um die Bekräftigung ohnehin geltender Regeln. So sollten Soldaten nicht auswärts essen und auf Marktbesuche verzichten, um nicht in Kontakt mit Wildfleisch und Tieren zu kommen. Tiere können Ebola übertragen und gelten als Auslöser für die Krankheit.

Ebola-Arzt Brantly geht es besser

Dem in den USA behandelten Ebola-Arzt geht es nach ersten Berichten besser. „Es ist ermutigend, dass es ihm besser zu gehen scheint“, sagte CDC-Direktor Tom Frieden am Sonntag (Ortszeit) in der Sendung „Face the Nation“ des US-Senders CBS. Er hoffe, dass diese Entwicklung anhalte. „Wir müssen den Patienten so lange am Leben halten, bis sein Körper in der Lage ist, die Infektion zu kontrollieren.“ Eine zugelassene Therapie gibt es nicht, Ärzte können nur den Blutverlust mit Infusionen ausgleichen und andere Symptome mildern.

Für Dienstag wurde die Ankunft einer zweiten mit Ebola infizierten US-Amerikanerin erwartet: Nancy Writebol hatte als Schwester in Liberia geholfen. Sie soll ein experimentelles Serum gegen Ebola bekommen haben, auf das Brantly zugunsten seiner Kollegin verzichtete.

Mit den beiden Helfern werden in den USA zum ersten Mal Ebola-Patienten behandelt. Beide US-Bürger hatten sich während ihres humanitären Einsatzes in Westafrika infiziert, wo in den vergangenen Monaten mehr als 700 Menschen an Ebola starben.

Toter Klinikdirektor in Liberia

Patrick Nshamdze, Direktor einer katholischen Klink in Monrovia, ist an Ebola gestorben. Wie der Orden der Barmherzigen Brüder am Montag in München mitteilte, werden in der Hauptstadt von Liberia sowie im Ordenskrankenhaus in Lunsar in Sierra Leone mit dem Ebolavirus Infizierte behandelt. Der Klinkchef starb demnach am Samstag im Alter von 52 Jahren.

US-Behörde optimistisch im Kampf gegen Ebola

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat sich zuversichtlich im Kampf gegen die Ebola-Epidemie gezeigt. Der Ausbruch sei zwar außer Kontrolle, sagte CDC-Direktor Tom Frieden am Sonntag im US-Fernsehsender ABC. Aber: „Wir wissen jetzt, wie wir Ebola stoppen können.“ Die zum Einsatz kommenden Methoden seien bereits erprobt. Er kündigte zugleich die Entsendung von 50 US-Experten nach Westafrika binnen der kommenden 30 Tage an. Am Sonntag war ein mit Ebola infizierter US-Arzt in den Bundesstaat Georgia geflogen worden. Es ist die erste Behandlung eines Ebola-Patienten in den USA.

( (dpa/ap/afp/rtr) )