Koblenz

Bombenentschärfung: Erste Häftlinge wurden verlegt

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abendblatt.de

In Koblenz beginnen Evakuierungen im Vorfeld der Bombenentschärfung. Erste Häftlinge der JVA Koblenz sind verlegt worden.

Koblenz. Die Vorbereitungen vor der großen Bombenentschärfung in Koblenz am Sonntag laufen weiter auf Hochtouren. Rund 45.000 Menschen, knapp die Hälfte der Einwohner, müssen ihre Häuser verlassen. Auch sieben Altenheime, zwei Krankenhäuser und ein Gefängnis sind betroffen. Die ersten Häftlinge aus der Justizvollzugsanstalt Koblenz sind verlegt worden. "Wir haben damit begonnen“, bestätigte eine Sprecherin des Gefängnisses am Freitag. Bislang laufe alles wie geplant. Am Sonnabend sollten die Transporte von insgesamt etwa 200 Häftlingen in mehrere andere Gefängnisse in Rheinland-Pfalz abgeschlossen sein. Das Koblenzer Gefängnis liegt innerhalb der Sperrzone, die wegen der Bomben-Entschärfung am 4. Dezember um 9 Uhr geräumt wird.

Die Verlegung von Patienten aus den Intensivstationen von zwei betroffenen Krankenhäusern sei weitgehend abgeschlossen, sagte ein Sprecher des extra eingerichteten Pressezentums "Luftmine Koblenz“ am Freitag. Insgesamt müssen den Angaben zufolge 180 Patienten von Hilfsorganisationen verlegt werden. Hinzu kommen 350 Bewohner aus den sieben Altenheimen, die im Sperrbezirk liegen, und 130 pflegebedürftige Menschen aus Privathaushalten.

Vier Bundesstraßen werden gesperrt

Während der Entschärfung werden auch vier Bundesstraßen in Koblenz für den Verkehr gesperrt. Es handelt sich um die linksrheinische B 9 und die rechtsrheinische B 42, sowie um die B 327, die in der Stadt in die B 49 übergeht und den Fluss überquert. Auch für den Schiffs- und Zugverkehr wird Koblenz am Sonntag gesperrt sein.

Der Bau eines künstlichen Damms rund um den im Rhein liegenden Sprengsatz aus dem Zweiten Weltkrieg ist unterdessen weitgehend abgeschlossen. Am Freitag würden noch letzte Arbeiten vorgenommen, sagte der Sprecher. Der Damm besteht aus 350 überdimensionalen Sandsäcken, die jeweils rund eine Tonne schwer sind. Im Laufe des Freitags wollte die Feuerwehr damit beginnen, das Areal leerzupumpen. Über der Bombe soll anschließend ein Zelt errichtet werden, um die Einsatzkräfte des Kampfmittelräumdienstes vor möglichen Regenfällen zu schützen.

Aufgrund des derzeit niedrigen Wasserstands des Flusses sind in den vergangenen Wochen immer wieder gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg im Rhein aufgetaucht. In Koblenz liegen noch ein Nebelfass und eine amerikanische 125-Kilogramm-Bombe in der Nähe der Mine, die ebenfalls am Sonntag entschärft werden sollen. (dpa/dapd)