Kaiserliche Hoheit in Berlin

Japans Kronprinz für Kooperation bei Katastrophenschutz

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Mit japanischen Etiketteregeln vertraut gemacht, hörten mehr als 100 Gäste dem japanischen Kronprinzen Naruhito bei seiner Rede zu.

Berlin. Der japanische Kronprinz Naruhito sieht im Katastrophenschutz eine weitere Möglichkeit für deutsch-japanische Zusammenarbeit. Katastrophenschutz gelte als ein neu zu erschließender Bereich in der Kooperation beider Länder, sagte der Thronfolger am Freitag auf einer Konferenz im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin. Naruhito dankte bei seinem Deutschland-Besuch erneut für die Anteilnahme und Hilfe nach der japanischen Erdbeben-, Tsunami- und Reaktorkatastrophe Anfang März. Japan messe dem Thema Katastrophenschutz seit dem 11. März ganz besonderes Interesse bei.

Mit japanischen Etiketteregeln vertraut gemacht, hörten mehr als 100 Gäste auf der Umwelt- und Katastrophenschutz-Konferenz der kurzen Rede des Kronprinzen zu. Darunter waren nicht nur Diplomaten, sondern auch Forscher für erneuerbare Energien. Sie hätten wohl gern Fragen an Naruhito gerichtet. Doch das erlaubte das Protokoll der ältesten Erbmonarchie der Welt nicht. So erfuhren die Zuhörer aus der Rede des Thronfolgers nur, dass ihm die Bewahrung von Natur und Umwelt am Herzen liegt.

Deutlichere Worte fand der japanische Botschafter in Berlin, Takahiro Shinyo. Japan habe Atomenergie bis zur Katastrophe im März gefördert, sagte er. Nun stehe sein Land bei der Frage, wie die Energieversorgung künftig gestaltet werden solle, am Scheitelpunkt. „Deutschland ist uns beim Atomausstieg zuvor gekommen“, sagte der Botschafter. Japan beobachte das aufmerksam. Auf der Konferenz kritisierte Uno-Vertreterin Margareta Wahlström - mit Nahurito als Zuhörer - fehlende Prävention beim Katastrophenschutz. „Wir sind global alles andere als optimal aufgestellt“, urteilte sie.

Bei seinem dreitägigen Deutschlandbesuch hatte der Kronprinz zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff getroffen. Der 51 Jahre alte Sohn von Kaiser Akihito kam zum 150-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan nach Berlin. Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung besuchte er Deutschland. Seine Reise gilt auch wegen der schwierigen Wiederaufbauphase in Japan als Ehre. Nahuritos Frau Masako, einstige Karriere-Diplomatin, war beim Besuch nicht dabei.

Vor seiner Abreise am Freitagabend wollte der Kronprinz noch die Japanische Internationale Schule in Berlin und das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel besuchen.

( (dpa/abendblatt.de) )