Daressalam

Explosion in tansanischem Munitionsdepot - 25 Tote

Bei einer Serie von Explosionen im zentralen Munitionsdepot der tansanischen Armee in Daressalam sind viele Menschen getötet worden.

Sansibar. Bei einer Explosionsserie in einem Munitionsdepot nahe der tansanischen Hauptstadt Daressalam sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen und 145 verletzt worden. Tausende flüchteten vor den Detonationen und 200 Kinder wurden von ihren Eltern getrennt. Mehrere Häuser und eine Schule wurden durch die Explosion in der Nacht zum Donnerstag zerstört. Die Explosionen begannen am Mittwochabend nach einem Unfall in einem Munitionslager der Streitkräfte auf dem Stützpunkt Gongola Mboto: Mehrere Stunden wurde das Viertel in der Nähe der internationalen Flughafen der Hauptstadt von Explosionen erschüttert. Riesige orangefarbene Feuerbälle stiegen hoch in den Himmel, der Flughafen der Hauptstadt wurde geschlossen. Trümmer sollen bis zu 15 Kilometer geschleudert worden sein.

Etwa 4.000 Bewohner umliegender Häuser wurden zum Verlassen ihres Viertels aufgefordert. Sie kamen vorerst in einem Fußballstadion unter. Anwohner sagten, die Erschütterungen durch die Explosionen seien im Umkreis bis zu 20 Kilometern zu spüren gewesen. Abdallah Shimbo, der Oberkommandierende der Streitkräfte, erklärte am Donnerstag, 25 Menschen seien ums Leben gekommen. Ursache der Explosionen sei ein Unfall, Details nannte er nicht. Beieinem ähnlichen Unglück in Daressalam kamen 2009 mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben.

Nach dem Beginn der Explosionen seien tausende Anwohner wild geflüchtet. Dabei waren Familien auseinandergerissen worden, sagte Julius Kejo vom Roten Kreuz. "Es war Panik", sagte er. "Die Leute rannten einfach und einige Kinder gingen in der Masse verloren." In der Rotkreuz-Station befänden sich rund 200 Kinder, sagte Hidan Ricco, der in Tansania für die Nothilfe des Roten Kreuzes verantwortlich ist. Einige von ihnen seien nur wenige Monate alt. "Wir wissen nicht, wie diese Kinder hier gelandet sind. Wir wissen nicht, wo ihre Mütter sind", sagte er.

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