Japan

Bienenräuber stehlen zehntausende Tiere

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Japanische Erdbeerbauern in Not: Unbekannte stehlen ihnen die Bienen. Experten vermuten, dass die Tiere weiterverkauft werden.

Tokio. In Japan machen derzeit Bienenräuber Erdbeerbauern das Leben schwer. In der Zentralprovinz Shizuoka und anderen Regionen des Inselreiches haben Unbekannte wiederholt Zehntausende der für die Erdbeerzucht unabdingbaren Insekten gestohlen. „Ich bin seit 58 Jahren Bäuerin, aber dass jemand Bienen klaut, habe ich noch nie erlebt“, sagte eine 83-Jährige der Nachrichtenagentur Jiji. Der spürbare Bienenmangel lasse die Preise steigen. Allein in der Stadt Kuniichi verschwanden über Nacht zehn Kisten mit rund 60 000 Bienen darin. „Ohne sie wird aus meinen Früchten nichts“, klagte ein Bauer.

Experten vermuten, dass der oder die Täter die Bienen stehlen, um sie zu höheren Preisen weiterzuverkaufen. Japan hatte vor drei Jahren den Import der Bienen wegen Infektionen gestoppt, worauf der Preis in die Höhe ging. Zwar wurde das Importverbot im vergangenen Jahr wieder aufgehoben, doch wegen des kalten Sommers vermehrten sich die Tiere nicht so schnell wie erhofft. Japan bezieht die Bienen vor allem aus Australien. Ein weiterer Faktor könne sein, dass es in Japan immer mehr Hobbybienenzüchter gebe und auch deswegen die Nachfrage steige.

Werden Erdbeeren von Bienen befruchtet, ist der Ertrag größer und die Qualität besser. Denn die Früchte sind eigentlich nur die kleinen gelben Stippen – winzige Nüsse. Erdbeere sind – botanisch gesehen - keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Jede der kleinen Nüsse entspricht einer Samenanlage, die bestäubt werden muss, soll später eine perfekt geformte Erdbeere wachsen. Passiert das unvollständig - etwa weil Bienen zum Bestäuben fehlen – bilden sich verwachsene, knubbelige Erdbeeren aus.

( (dpa/abendblatt.de) )