Schweres Erdbeben in Chile

Auch Olympiastadt Vancouver gibt Tsunami-Warnung raus

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Foto: Reuters / Reuters/REUTERS

Der Tsunami, ausgelöst durch das Jahrhundertbeben in Chile, erreicht die ersten Inseln im Pazifik. Gegen 22 Uhr wird er auf Hawaii erwartet.

Wellington/Santiago de Chile/Paris. Für die Küste der kanadischen Provinz British Columbia mit der Olympiastadt Vancouver ist am Samstag eine Tsunami-Warnung herausgegeben worden. Nach dem schweren Erdbeben in Chile, teilte die zuständige Provinzbehörde PEP (Provincial Emergency Programm) mit, dass gegen 15.11 Uhr Ortszeit (Sonntag 00.11 Uhr MEZ) Ausläufer des Tsunamis auf die Südküste von British Columbia träfen.

PEP-Offizielle ergänzten, eine große Welle werde nicht erwartet, tiefliegende Küstengebiete seien allerdings gefährdet. Sie schlugen lokalen Behörden vor, ihre Evakuierungspläne für Häfen, Strände und Gebiete unterhalb des Meeresspiegels zu aktivieren

Neuseeland hat am Samstag nach dem gewaltigen Erdbeben in Chile einen Tsunami-Alarm ausgerufen. Es wird erwartet, dass eine mindestens einen Meter hohe Welle die Inseln am Sonntagmorgen erreicht. Die Polizei riet Anwohnern in einigen Küstengebieten der Nordinsel, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. In der Stadt Gisborne gingen die Beamten von Tür zu Tür.

Die Chatham Inseln, etwas 700 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Wellington, sollten als erste von der quer über den Pazifik laufenden Welle getroffen werden. Auch auf der Südinsel wurde vor dem Tsunami gewarnt. Hier könnte vor allem die Gegend um die Stadt Christchurch betroffen sein, wie Radio Neuseeland berichtete.

Die Katastrophenschutzbehörde in Wellington warnte die Bevölkerung dringend davor, sich am Sonntagmorgen an den Stränden aufzuhalten. Die Anwohner sollten sich auch von Flüssen fernhalten, vor allem in den Mündungsgebieten.

Erste Ausläufer des vor Chile ausgelösten Tsunami haben am Samstag schon die Pazifikinseln Französisch-Polynesien erreicht. Mehrere kleinere Wellen seien an den Küsten von Tahiti und der Gambier-Inseln angekommen, teilte die Regierung des französischen Außengebiets mit. Nun sei der Tsunami auf dem Weg nach Bora Bora. Die Wellen erreichten nach Angaben des seismologischen Zentrums von Tahiti lediglich eine Höhe von 36 Zentimeter. Die Behörden forderten Bewohner und Touristen auf, sich von den Stränden fernzuhalten und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Schulen blieben geschlossen, auch wurden zahlreiche Straßen zu den Küsten gesperrt.

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Der Präsident des Gebiets beruhigte die Bevölkerung. Die Bewohner wüssten mit Wirbelstürmen und Hurrikanen umzugehen, sagte Gaston Tong Sang. „Wir werden wachsam sein, aber die Natur ihren Weg gehen lassen“, sagte er dem französischen Radiosender France Info.

Der Tsunami wird im späteren Verlauf auf Hawaii und an der Küste von Alaska erwartet. Auch für Australien ist eine Warnung ausgesprochen worden. Die Welle entstand bei einem Beben der Stärke 8,8 vor der Küste Chiles. In dem südamerikanischen Land stieg die Zahl der Todesopfer bis zum Abend auf mindestens 147.

,,Die Zahl ändert sich von Minute zu Minute“, sagte die Leiterin der Nationalen Rettungsbehörde (ONEMI), Carmen Fernandez. Bis zu 400.000 Menschen könnten obdachlos oder zumindest betroffen sein. Am stärksten betroffen sei das Gebiet um die Stadt Concepción mehr als 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Informationen über den Küstenort Maule in der Nähe von Concepción, über den nach dem Beben eine Flutwelle hinweggegangen war, lägen noch nicht vor, sagte Fernandez. „Unsere Verbindungen nach Maule sind unzureichend“, sagte sie.

Der schwere Erdstoß der Stärke 8,8 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) um 03.34 Ortszeit (07.34 Uhr MEZ). Am schwersten betroffen war die Region um die Stadt Concepción. Das US-Tsunami-Warnzentrum löste Alarm für weite Teile der Pazifikregion aus.

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( (dpa/rtr/ap/afp/abendblatt.de) )