Überraschungscoup nach intensiver Beschattung

Duisburger Mafia-Killer in Amsterdam festgenommen

Die Tat schockierte ganz Deutschland. Der brutale Mord an sechs Italienern brachte im Sommer 2007 erstmals die grausamen Auswüchse der Mafia nach Duisburg. Vor der Pizzeria „Da Bruno“ wurden sechs Männer, alle Mitglieder derselben Familie, regelrecht hingerichtet. Bilder zu den Mafia-Morden.

Amsterdam/Rom. Eine typische Vendetta urteilte die italienische Polizei, die ihre deutschen Kollegen bei den Ermittlungen unterstützte. Es war der Racheakt innerhalb einer alten Fehde zwischen den Familien Pelle-Romeo und Nirta-Strangio, die beide der "Ndrangheta", der kalabrischen Mafia, angehören.

Der seit 1991 schwelende Streit, die "Vendetta von San Luca", hatte schon in der süditalienischen Heimat der Familien zu zahlreichen Morden geführt. Den Todesschützen glückte nach den tödlichen Schüssen in Duisburg die Flucht nach Gent in Belgien, wo sie untertauchten. Dringend tatverdächtig waren der damals 28-jährige Giovanni Strangio und sein Schwager, der bereits seit langem gesuchte Mafiaboss Giuseppe Nirta, der bereits im vergangenen Jahr verhaftet wurde.

Jetzt ist einem internationalen Ermittlerteam nach intensiver Überwachung die Festnahme Strangios in Amsterdam gelungen. Es sei ein Überraschungscoup gewesen, berichtete der Chef des Mobilen Einsatzkommandos von Reggio Calabria, Renato Cortese. Nach Angaben der Ermittler wollten Strangio gerade zu Bett gehen, als er in einem dreistöckigen Haus nahe des historischen Zentrums von Amsterdam festgenommen wurde. Nach ersten Angaben war er nicht bewaffnet.

Wesentlich für die Festnahme in Amsterdam sei die intensive Zusammenarbeit mit der deutschen und der niederländischen Polizei gewesen, erklärte Cortese. Nach der Festnahme des Mittäters und Mafia- Bosses Giuseppe Nirta im vergangenen November in Amsterdam hatten die Ermittler den Angaben zufolge das Netz um den mutmaßlichen Haupttäter enger ziehen können.