Das Sterben am Strand hat begonnen

New Orleans. Es ist ein verzweifelter Kampf gegen die schwarze Brühe, die unaufhörlich auf die Strände zuschwappt. Bisher sind alle Versuche gescheitert, die Ölpest im Golf von Mexiko einzudämmen. Jetzt bahnt sich im hochsensiblen Ökosystem des Mississippi-Deltas eine Tiertragödie riesigen Ausmaßes an. Ganze Arten sind in ihrer Existenz bedroht. Am Strand von Pass Christian fanden Meeresforscher erste tote Schildkröten (Foto), Vögel, Enten und einen verendeten Pelikan. Ein Polizist sagte: "Wir haben hier noch nie so viele tote Tiere gesehen." Aber auch Delfine, Seekühe, Robben, Wale oder Otter sind bedroht. Bei Kontakt mit dem Öl drohen ihnen Vergiftung, Auskühlung und Hungertod.

US-Präsident Barack Obama versprach bei einem Besuch in der Krisenregion den Menschen schnelle Hilfe. Obama machte den britischen Ölkonzern BP, Betreiber der gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon", für die Katastrophe verantwortlich. BP erklärte sich gestern bereit, für alle Kosten aufzukommen. Experten schätzen, dass die Beseitigung der Schäden bis zu 1,5 Milliarden Dollar erfordern könnte.