Amateurfußball

HSV Barmbek-Uhlenhorst fegt SC Victoria vom Platz

Ungesunde Härte! Victorias Jan Kämpfer (r.) stoppt Barmbeks Robin Janowsky auf die rustikale Tour.

Ungesunde Härte! Victorias Jan Kämpfer (r.) stoppt Barmbeks Robin Janowsky auf die rustikale Tour.

Foto: Andre Matz

Amateurfußball bleibt spannend: Ebbers sauer, Jansen mit Dreierpack, Nadjem geht und Algan kritisiert Gesundheitsminister.

Ein wahres Fußballfest bekamen die 602 Fans des HSV Barmbek-Uhlenhorst gegen den SC Victoria zu sehen. Mit 5:0 fertigte BU den Tabellennachbarn von der Hoheluft im Oberligaduell ab. „Wir wollten unseren Fußball durchziehen, und mit unseren Zuschauern im Rücken ist es ziemlich schwer für den Gegner“, sagte BU-Kapitän Niklas Sabas, der selbst per Kopf zum 2:0 traf. Vicky hatte über 90 Minuten gesehen nicht den Hauch einer Chance – dementsprechend bedient war Trainer Marius Ebbers: „Meine Spieler sind beratungsresistent. Aber ich muss auch mich selbst hinterfragen.“ BU-Trainer Marco Stier war hingegen begeistert: „Wir sind so stark und gefestigt, dass das so weitergehen muss.“

Zwei-Drittel-Prophet Piotr Trochowski über HSV-Oberligapartie

Eine klare Voraussage tätigte Piotr Trochowski auf dem Gang zur Kabine in der Halbzeitpause der Oberligapartie des HSV III gegen den FC Süderelbe. „Ich sage dir, Cello macht in der zweiten Hälfte zwei Dinger“, prophezeite Trochowski seinem Trainer Marcus Rabenhorst, der HSV-Präsident Marcell Jansen zum Warmlaufen geschickt hatte. „Von mir aus sehr gerne“, antwortete Rabenhorst.

Mit Wiederanpfiff der zweiten Hälfte stand Jansen dann auf dem Platz – und schaffte in seinem 35. Einsatz für den HSV III sogar seinen ersten Dreierpack bei insgesamt nun 22 Treffern. Rabenhorst hatte es ebenfalls geahnt. „Das hat sich im Training am Mittwoch schon angedeutet. Da hat er bereits aus allen Winkeln getroffen.“ Zwei-Drittel-Prophet Trochowski wurde übrigens in der 70. Spielminute eingewechselt, blieb diesmal ohne Torbeteiligung.

Curslack-Trainer Christian Woike entschuldigt sich (fast)

„Eigentlich muss man sich für Siege nicht entschuldigen. Aber heute ist es fast so weit“, kommentierte Curslacks weiterhin ungeschlagener Trainer Christian Woike den dritten Sieg in seinem vierten Oberligaspiel. Das 2:0 gegen das Schlusslicht Bramfelder SV kam äußerst glücklich zustande und ließ einen traurigen BSV-Trainer Carsten Henning zurück. „Jede Woche die gleiche Leier. Wir spielen gut, treffen nicht und verlieren durch Tore, die so niemals fallen dürfen.“

Hauptthema war allerdings Schiedsrichter Florian Pötter. Sowohl Woike als auch Henning bewerteten seinen verbalen Umgang mit den Spielern als unangebracht und forderten mehr Respekt für ihre Spieler ein. Zu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich Woike nicht. „80 Prozent der Anlage des Hamburger Fußball-Verbandes in Jenfeld gehören mir, weil ich sie durch meine Strafgelder finanziert habe. Daher möchte ich nicht zu viel sagen“, scherzte er.

Kurzes Gastspiel von Außenverteidiger Benjamin Nadjem

Oberligist Meiendorfer SV hat sich aus disziplinarischen Gründen von Außenverteidiger Benjamin Nadjem getrennt. Nadjem spielte von 2012 bis 2018 beim FC St. Pauli (U19 und zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord).

Bereits Regionalligist SV Drochtersen/Assel hatte Anfang Dezember 2019 den Vertrag mit Nadjem in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst, da er laut Vereinspräsident Rigo Gooßen „nicht ins Konzept passte“.

Torwart Jannis Waldmann mit doppeltem Pech

Eine Überraschung gelang Abstiegskandidat USC Paloma durch ein 2:0 bei Titelanwärter FC Teutonia 05. Ein Palomate jedoch hatte besonderes Pech: Torwart Jannis Waldmann. Bei einer Rettungsaktion außerhalb des Sechzehners sicherte er die 1:0-Führung durch ein Handspiel, flog mit Rot vom Platz.

Und nicht nur das! Waldmann verletzte sich bei der Aktion und musste mit dem Krankenwagen mit Verdacht auf einen Achillessehnenriss abtransportiert werden. Palomas Trainer Steffen Harms traurig: „Unser Sieg ist brutal teuer erkauft.“

Coronavirus: Altonas Trainer Berkan Algan kritisiert Gesundheitsminister

Aufgrund des Coronavirus könnte das Duell der Regionalliga Nord am kommenden Sonnabend zwischen dem FC St. Pauli II und Altona 93 auf der Kippe stehen. Das Hinspiel in Altona (2:1) besuchten 2044 Fans. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am gestrigen Sonntag empfohlen, Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern abzusagen (siehe dritte Sportseite). Kritisch sieht dies Altonas Trainer Berkan Algan.

„Ich bin kein Arzt. Und natürlich mache auch ich mir Sorgen“, so Algan, „aber wenn das Virus so gefährlich ist, dann soll Herr Spahn bitte konsequent sein. Dann müssen wir Hauptbahnhöfe schließen, alle Einkaufszentren schließen, alles lahm legen. Das wäre dann richtig, passiert aber vermutlich aufgrund des wirtschaftlichen Drucks nicht.“ Bereits vor Spahns Empfehlung hatte der Hamburger Fußball-Verband den Vereinen empfohlen, vor den Spielen auf den obligatorischen Handshake zu verzichten. Der Spielbetrieb sei bis auf Weiteres nicht gefährdet.

Trainer Dennis Mitteregger macht Schluss

Trainer Dennis Mitteregger hört zum Saisonende aus privaten Gründen beim Landesligisten Eimsbütteler TV auf. Sein Nachfolger wird Simon Hatje.