Regionalliga

Der HSV setzt wieder auf seine Fußballfrauen

Cheftrainer Manuel Alpers will mit den HSV-Frauen perspektivisch in die Zweite Liga aufsteigen.

Cheftrainer Manuel Alpers will mit den HSV-Frauen perspektivisch in die Zweite Liga aufsteigen.

Foto: Roland Magunia

Der Aufsteiger hat sich in der Regionalliga etabliert und will mittelfristig in die Zweite Liga. Hoffnung auf mehr Zuschauer.

Hamburg. Die Worte von HSV-Präsident Marcell Jansen wurden genau registriert. Im HSV-Podcast des Abendblatts hatte der 34-Jährige kürzlich den Rückzug der Bundesliga-Mannschaft der Frauen durch den HSV im Jahr 2012 als „nicht in Ordnung“ kritisiert und die Rückkehr in die Erstklassigkeit als „Traum“ und „Vision“ bezeichnet. „Das“, sagt HSV-Frauen-Trainer Manuel Alpers, „hat uns alle gefreut. Der Verein hat in der Vergangenheit ein paar Fehler gemacht. Aber die Bereitschaft, die HSV-Frauen zu fördern, ist längst zurück.“

Alpers muss es wissen. Gemeinsam mit seinem gleichberechtigten Trainerkollegen Christian Kroll führte er die HSV-Frauen in der vergangenen Saison mit 28 Siegen in 28 Spielen zum Double. Oberligameister, Hamburger Pokalsieger, Aufstieg in die Regionalliga Nord in den Relegationsspielen gegen den Bremer Titelträger ATS Buntentor – die Damen räumten alles ab. Aktuell rangieren sie in der drittklassigen Regionalliga Nord einen Spieltag vor Abschluss der ersten Halbserie auf einem guten dritten Platz. „Nun verlieren wir auch ab und an ein Spiel. Das gehört zum Lernprozess dazu“, sagt Kroll. „Etwas mehr Zuschauer würden wir uns wünschen.“

Kleine Aufwandsentschädigungen

Pro Spiel kommen in der Regel circa 50. In der letzten Bundesligasaison 2011/12 lag der Zuschauerschnitt bei 400. Können diese Zeiten wiederkommen? „Wir liegen sogar vor unserem Zeitplan“, betont Kroll. Im Mai 2018 veröffentlichte der Verein einen Zehnjahresplan. Dieser sieht die Rückkehr in den Leistungsbereich innerhalb von zehn Jahren vor. „Damit ist die Zweite Bundesliga gemeint, die Bundesliga ist aktuell kein Thema“, sagt Alpers. 2012 scheiterten die HSV-Frauen in der Bundesliga bei einem Gesamtetat von 750.000 Euro an einer Etatlücke von 100.000 Euro. Solche Zahlen sind heute bloße Utopie.

Die Spielerinnen erhalten bis auf kleine Aufwandsentschädigungen kein Geld. Der Verein setzt stattdessen auf eine von der AG unabhängig wirtschaftende Führung für das Frauenteam, die die Kosten durch Sponsoren und Förderbeiträge begleicht. Sowie perspektivisch auf seine gute Jugendarbeit. Eine herausragende Entwicklung nehmen besonders die B-Juniorinnen, aus denen das Duo Alpers/Kroll immer wieder Spielerinnen ins Frauenteam integriert.

HSV hat noch viel vor

Wie ernst es der HSV mit dem Leistungsfußball bei den Frauen meint, dürfte sich erst zeigen, wenn der angestrebte Zweitligaaufstieg Wirklichkeit wird. Denn in diesem Falle steigen die Kosten für den Verein und der Aufwand für die Spielerinnen enorm. Dennoch ist sich Alpers sicher, dass ein erneuter Rückzug nicht passieren wird. „Wir haben hier noch viel vor.“