Norderstedt
Frauenfussball

Der Aufstieg ist dem Hamburger SV kaum noch zu nehmen

Die Oberliga-Fußballfrauen des Hamburger SV durften im ersten Regionalliga-Aufstiegsspiel gegen den ATS Buntentor viermal jubeln.

Die Oberliga-Fußballfrauen des Hamburger SV durften im ersten Regionalliga-Aufstiegsspiel gegen den ATS Buntentor viermal jubeln.

Foto: Thomas Maibom

Die Norderstedterinnen stehen nach dem glatten 4:0 gegen den ATS Buntentor vor dem Rückspiel schon mit einem Bein in der Regionalliga.

Norderstedt.  „Scheiß auf die erste Halbzeit, die zweite war geil!“ So lautete das Fazit von Frauenfußballerin Anna Hepfer (Hamburger SV) nach dem 4:0 (0:0)-Erfolg ihrer Mannschaft im Regionalliga-Aufstiegssspiel vor 200 Fans gegen den ATS Buntentor aus Bremen.

HSV kommt nach der Halbzeitpause in Schwung

Wie schon beim 4:2 im Oddset-Pokalfinale gegen Union Tornesch demonstrierte der HSV sein Können spät, aber gewaltig. Glücklicherweise gerieten die Norderstedterinnen diesmal nicht in Rückstand, was wegen der im Europapokalmodus ausgetragenen Entscheidungsspiele (Auswärtstore zählen doppelt) eine schwere Bürde hätte werden können. Doch Keeperin Lela-Celin Naward bewahrte ihre Mannschaft gegen die allein auf sie zulaufende Buntentor-Stürmerin Aline Stenzel vor einem frühen Rückstand (9.).

Auf der anderen Seite steckte Emma Burdorf-Sick den Ball auf Anna Hepfer durch, die mit einem gekonnten Heber aus 16 Metern am Pfosten scheiterte (19.). Viel mehr gab es vor den beiden Toren in Hälfte eins nicht zu sehen. „Im ersten Durchgang hat uns der Esprit gefehlt“, sagte Trainer Manuel Alpers.

Standpauke des Trainers zeigt Wirkung

Das änderte sich nach seiner Pausenansprache. Die HSV-Frauen legten, beginnend mit dem Führungstreffer, sensationelle 13 Minuten hin. Stürmerin Burdorf-Sick ließ sich gekonnt zurückfallen und spielte einen schönen Pass in die Tiefe auf Markella Koskeridou, deren scharfe flache Hereingabe Joana Schierenbeck bei ihrem Rettungsversuch unter Mithilfe des Innenpfostens ins eigene Tor schoss (49.).

Sechs Minuten später wurde Sara -Schäfer-Hansen eingewechselt, die gegen Tornesch schon nach zwanzig Sekunden getroffen hatte. Diesmal servierte sie eine Minute nach ihrer Einwechslung einen abgefälschten Schuss von Burdorf-Sick mit robustem Körpereinsatz ihrer Teamkollegin Anna Hepfer auf dem Silbertablett. Diese schlenzte die Kugel aus kurzer Distanz elegant zum 2:0 in den Winkel (56.).

Anna Hepfer ist an allen vier Toren beteiligt

Eine Augenweide war auch das 3:0. Hepfer nahm den Ball bei einem Konter zehn Meter hinter der Mittellinie in einer fließenden Bewegung mit unwiderstehlichem Vorwärtsdrang mit, spurtete zur Grundlinie und bediente Burdorf-Sick, die dankend vollstreckte (61.).

Die Schützin zum 3:0 unterstrich ihren immensen Wert für ihre Crew danach mit der vierten Torbeteiligung. Per Pressing erzwang Burdorf-Sick einen Fehlpass von Buntentors Keeperin Anna Bockhorst. Maie Stein spielte Carla Morich an, die die überforderte Schlussfrau aus 16 Metern zum 4:0 tunnelte (62.).

Das Rückspiel findet am Pfingstsonntag statt

Danach verflachte die Partie bis zum Abpfiff ein wenig. Buntentor hatte nichts mehr zuzusetzen, der Hamburger SV nutzte im Gefühl des sicheren hohen Sieges seine Überlegenheit nicht zu weiteren Treffern. Darüber ärgerte sich Coach Alpers. „Ich hätte mir eine konzentrierte Leistung bis zum Schlusspfiff gewünscht. Auch ein 4:0 kann trügerisch sein“, warnte er vor dem Auswärts-Rückspiel seiner Truppe am kommenden Sonntag um 14 Uhr.

Gleichwohl ist folgende Voraussage wenig gewagt: Oberliga-Meister HSV wird in wenigen Tagen den angestrebten Aufstieg in die Regionalliga Nord feiern und eine perfekte Saison krönen können. Anna Hepfer drückte ihre Erwartungen selbstbewusst so aus: „Das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen. Wir fahren nach Bremen, um dort zu siegen, wollen dabei noch mehr Tore als bei uns schießen – und Buntentor noch einmal richtig wegzuhauen!“