Olympische Winterspiele

Doppelsieg! Geisenberger schreibt Rodelgeschichte

Auch Hollands Eisschnellläufern gelingt Historisches. Kläbo löscht Svans Uraltrekord. Schröder fordert deutsche Bewerbung.

Pyeongchang. Tag vier in Pyeongchang – kann Deutschland nach einem kompletten Medaillensatz am Montag (Gold für Laura Dahlmeier, Silber für Katharina Altholz, Bronze für Benedikt Doll) den ersten Platz in der Gesamtwertung halten? Abendblatt.de hält Sie über die Olympischen Winterspiele auf dem Laufenden.

Geisenberger gewinnt drittes Gold bei deutschem Doppelsieg

Rodlerin Natalie Geisenberger hat bei einem erneuten deutschen Doppelsieg ihr zweites Olympia-Gold in Folge gewonnen. Die 30 Jahre alte Bayern aus Miesbach verwies nach vier Läufen im Olympic Sliding Center Teamkollegin Dajana Eitberger (Ilmenau) und die Kanadierin Alex Gough auf die Plätze zwei und drei.

"Ich kann's überhaupt nicht glauben. Es war so ein schwieriges Rennen, aber dass es dann so aufgegangen ist, viermal die Kurve neun getroffen. Jetzt habe ich noch eine olympische Goldmedaille, was gibt's Geileres?", sagte Geisenberger bei Eurosport.

Tatjana Hüfner, Olympiasiegerin 2010 und Zweite hinter Geisenberger 2014, fiel bei ihren letzten Winterspielen auf den letzten Metern noch vom zweiten auf den vierten Platz zurück. Die frühere deutsche Juniorenweltmeisterin Aileen Frisch, seit rund einem Jahr südkoreanische Staatsbürgerin, fuhr auf Platz acht.

Nach Einzel-Bronze 2010 in Vancouver sowie Gold im Einzel und der neu eingeführten Teamstaffel 2014 in Sotschi ist Geisenberger die erfolgreichste Rodlerin der Olympia-Geschichte. Durch ihr zweites Einzelgold zog sie zudem mit Sylke Otto (2002 und 2006) sowie der DDR-Rodlerin Steffi Walter (1984 und 1988) gleich. In der Teamstaffel am Donnerstag (13.30 Uhr MEZ) sind Geisenberger und das deutsche Team ebenfalls favorisiert.

Überschattet wurde der Wettbewerb von einem Unfall von Emily Sweeney (USA), die nach einem Fehler in Kurve neun stürzte und mehrere Minuten neben der Bahn behandelt werden musste.

Hüfner denkt an Karriereende, Geisenberger lässt Peking-Start offen

Rodlerin Tatjana Hüfner denkt nach der verpassten Medaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang an ihr Karriereende. "Ich muss das jetzt erst mal verarbeiten und dann eine Entscheidung treffen. Das hat Zeit", sagte die Vancouver-Olympiasiegerin nach dem enttäuschenden vierten Platz beim Sieg ihrer Teamkollegin Natalie Geisenberger in der ARD.

Bei den Winterspielen 2022 in Peking "sieht man mich auf jeden Fall nicht mehr in der Bahn", sagte die 34-Jährige, das hatte sie auch zuvor schon angekündigt. Hüfner hat bei Olympischen Spielen einen kompletten Medaillensatz gewonnen. In Turin 2006 holte die achtmalige Weltmeisterin Bronze, nach Gold in Vancouver 2010 fuhr sie in Sotschi vor vier Jahren hinter Geisenberger zu Silber.

Geisenberger wollte sich in Pyeongchang nach ihrem Triumph noch nicht festlegen, ob sie in vier Jahren auch um ihr drittes olympisches Einzelgold kämpft. "Wir werden sehen", sagte sie: "Ich möchte von Saison zu Saison denken. Die Heim-Weltmeisterschaften 2019 in Winterberg sind mein nächstes Ziel. Ich will irgendwann selbst entscheiden, wann Schluss ist. Wann das ist, kann ich nicht sagen. Im Moment habe ich Spaß und bin fit."

Nach "Team D"-Spruch: Lesser spricht sich mit Dahlmeier aus

Nach seiner umstrittenen Aussage über Laura Dahlmeier und das deutsche Team hat sich Biathlet Erik Lesser mit der Doppel-Olympiasiegerin ausgesprochen. "Inzwischen habe ich auch die Chance genutzt und mit ihr darüber geredet. Mir ging es nur um die Berichterstattung vor den Spielen. Alles schreibt von Laura, aber nicht vom Team", sagte Lesser in einem Interview mit "web.de".

Nach dem Sprint-Gold von Arnd Peiffer hatte Lesser in der ARD festgestellt: "Phänomenal für uns, dass das Team D nicht unbedingt für Team Laura Dahlmeier steht, sondern doch für Team Deutschland."

"Auf meiner Facebook-Seite ging es danach ganz schön her. Definitiv ging das nicht gegen Laura", sagte Lesser nun. "Allein von uns vier Männern ist jeder schon Einzelweltmeister geworden, und darüber liest man nirgendwo etwas. Nicht, dass wir uns wichtig machen wollen, aber eine neutralere, nüchterne Berichterstattung ist doch auch für den Leser oder Zuschauer interessant", sagte der Verfolgungsweltmeister von 2015.

Niederländer bleiben die Kufenkönige

Eisschnelllauf-Weltmeister Kjeld Nuis hat Gold über 1500 Meter gewonnen und die Dominanz der Niederländer im Gangneung Oval eindrucksvoll unterstrichen. Der 28-Jährige gewann in Bahnrekordzeit von 1:44,01 Minuten vor seinem Landsmann Patrick Roest und dem Südkoreaner Kim Min Seok. Deutsche Athleten waren nicht am Start.

Vor Nuis hatten in Pyeongchang seine Landsleute Ireen Wüst über 1500 und Carlijn Achtereekte über 3000 m sowie Sven Kramer über 5000 m Gold gewonnen. Zudem halten die Niederlände zum ersten Mal alle Olympia-Titel bei den Männern. Dies war zuvor nur den USA gelungen, für die Eric Heiden 1980 alle Rennen gewann. Damals gab es allerdings keine Team-Entscheidungen.

Kanada gewinnt Olympia-Premiere

Die Curling-Großmacht Kanada hat bei den Winterspielen die Goldmedaille bei der olympischen Premiere des Mixed-Doubles-Wettbewerbs gewonnen. Kaitlyn Lawes/John Morris setzten sich am Dienstag im Finale gegen Jenny Perret/Martin Rios aus der Schweiz klar mit 10:3 durch.

Bronze hatten sich zuvor Anastassija Brysgalowa/Alexander Kruschelnizki für die Olympischen Athleten aus Russland mit einem 8:4 gegen die Norweger Kristin Skaslien und Magnus Nedregotten gesichert.

Deutsche Athleten waren in Pyeongchang erstmals seit der Wiederaufnahme von Curling ins Programm 1998 nicht vertreten. Julia Meißner und Andy Büttner (Geising) hatten sich nicht für den Mixed-Doubles-Wettbewerb qualifiziert. Auch die Männer und Frauen um die Skips Alexander Baumann (Rastatt) und Daniela Jentsch (Füssen) waren in der Qualifikation klar gescheitert.

Shorttrackerin holt erstes Gold für Italien

Shorttrackerin Arianna Fontana hat Italien die erste Goldmedaille bei diesen Spielen beschert. Die Weltranglistendritte setzte sich im Finale über 500 Meter in 42,569 Sekunden vor Yara van Kerhof (Niederlande) und Kim Boutin (Kanada) durch. Für Fontana ist es bereits die sechste Olympia-Medaille, aber die erste goldene.

Die Südkoreanerin Choi Min Jeong, knapp von Fontana geschlagen, wurde nach dem Sprintrennen disqualifiziert. Die 19-Jährige hatte im Halbfinale in 42,422 Sekunden den olympischen Rekord gebrochen.

Anna Seidel war im Viertelfinale ausgeschieden. Die Dresdnerin belegte in ihrem Lauf nur den vierten und letzten Platz. Seidels Vereinskollegin Bianca Walter war bereits am vergangenen Wochenende im Vorlauf gescheitert.

Kläbo löscht Uralt-Rekord von Svan

Der Norweger Johannes Hösflot Kläbo hat als jüngster Skilangläufer der Geschichte Gold bei Olympischen Spielen geholt. Der Senkrechtstarter gewann mit nur 21 Jahren und 114 Tagen den Klassiksprint in Pyeongchang vor Weltmeister Federico Pellegrino aus Italien und Alexander Bolschunow von den Olympischen Athleten aus Russland. Kläbo löste den bisherigen Rekordhalter Gunde Svan ab. Der Schwede hatte 1984 mit 22 Jahren und 32 Tagen über 15 Kilometer triumphiert.

Die beiden deutschen Starter, der Skiathlon-Elfte Thomas Bing aus Dermbach und Sebastian Eisenlauer aus Sonthofen, waren im Viertelfinale gescheitert. Bing verpasste dabei erst durch eine Entscheidung im Fotofinish den Einzug in das Halbfinale der besten zwölf Läufer. "Eine Fußspitze hat gefehlt. Mit Schuhgröße 45 hätte es vielleicht gereicht", sagte der deutsche Sportliche Leiter Andreas Schlütter.

Der Gesamtweltcup-Führende Kläbo gilt als kommender Superstar seines Sports. Zum Olympia-Auftakt war der Jungstar im Skiathlon über 30 Kilometer jedoch nicht über Rang zehn hinausgekommen.

Nilsson sorgt für Premiere

Eine skandinavische Angelegenheit war auch die Entscheidung bei den Frauen. Stina Nilsson gewann als erste Schwedin Sprint-Gold. Die 24-Jährige setzte sich im Finale im klassischen Stil mit mehr als drei Sekunden Vorsprung vor Sotschi-Siegerin und Weltmeisterin Maiken Caspersen Falla aus Norwegen durch. Bronze ging an Julia Belorukowa von den Olympischen Athleten aus Russland.

Die vier deutschen Läuferinnen waren vorzeitig ausgeschieden. Im Viertelfinale war für Katharina Hennig (Oberwiesenthal), Sandra Ringwald (Schonach) und Elisabeth Schicho (Schliersee) Endstation. Hanna Kolb (Buchenberg) scheiterte bereits in der Qualifikation.

Peiffer kritisiert olympischen Gigantismus

Selbst mit der Goldmedaille um den Hals bleibt Biathlet Arnd Peiffer ein großer Olympia-Kritiker. "Ich bin nicht der Typ, der nur weil er erfolgreich war, alles in den Himmel lobt. Ich sehe durchaus den Gigantismus kritisch und stelle die Nachhaltigkeit der Olympischen Spiele in Frage", sagte der 30-Jährige am Dienstag nach der Siegerehrung auf der Medal Plaza in Pyeongchang. Peiffer hatte am Sonntag überraschend den Sprint gewonnen und nach WM-Gold 2011 den zweiten großen Einzeltitel seiner Karriere geholt.

Peiffer sprach sich dafür aus, die Weltspiele des Sports wieder kleiner zu halten, "die Umwelt nicht ganz zu zerstören und es weniger pompös zu gestalten." Im Zuge der Globalisierung müsse aber wohl immer alles wachsen. "Mehr Zuschauer, mehr Fernsehgeld – dem kann man wahrscheinlich nicht richtig entfliehen", meinte der Harzer.

Altkanzler Schröder fordert neue Olympiabewerbung

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder macht sich für eine neue deutsche Olympia-Bewerbung stark. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er am Rande der Winterspiele in Pyeongchang: "Ich fände es gut, wenn wir uns noch einmal bewerben würden. Der einzige Ort, der eine Chance hätte, wäre Berlin."

Er warnte aber davor, eine Bewerbung für 2036 anzustreben, also 100 Jahre nach den von den Nationalsozialisten geprägten Spielen 1936 in Berlin. "Dann würde die geschichtliche Frage im Vordergrund stehen und nicht der Sport", sagte er. "Deutschland sollte sich bewerben, aber entweder für Spiele vor oder nach 2036."

Zuletzt war die Bewerbung Hamburgs um die Spiele 2024 in einer Volksabstimmung gescheitert. Auch Münchens Kandidatur um die Winterspiele 2022 war von den Bürgern abgelehnt worden. Schröder empfahl, bei einer neuerlichen Bewerbung nicht wieder ein Plebiszit durchzuführen. "Manche Dinge müssen einfach durchgesetzt werden und fertig", sagte er.

Seidel im Viertelfinale raus

Shorttrackerin Anna Seidel ist im 500-m-Sprint bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Viertelfinale ausgeschieden. Die 19 Jahre alte Dresdnerin belegte in ihrem Lauf nur den vierten und letzten Platz. Vom ersten Meter an war die Nummer 36 der Weltrangliste chancenlos. Seidel verlor schnell den Anschluss und konnte ihre drei Kontrahentinnen nie unter Druck setzen.

"Irgendwie war in meinem Rennen der Wurm drin. Ich hätte mich gern besser präsentiert", sagte Seidel, die am Start von einer leichten Adduktorenzerrung beeinträchtigt wurde. Sie muss nun ihre Hoffnungen auf die weiteren Entscheidungen über die längeren Strecken legen: "Da kann ich mehr taktisch laufen, das liegt mir besser."

Nicht zufrieden war auch Trainer Daniel Zetzsche. "Anna ist unter ihren Möglichkeiten geblieben, da ist schon ein Stück Enttäuschung da. Normalerweise kann sie da komplett mitlaufen", sagte der Coach.

Seidels acht Jahre ältere Vereinskollegin Bianca Walter war bereits am Wochenende im Vorlauf gescheitert. Männliche deutsche Shorttracker haben sich nicht für die Winterspiele qualifiziert.

Rebensburg ist heiß auf den "Super-Donnerstag"

Goldkandidatin Viktoria Rebensburg ist heiß auf den "Super-Donnerstag" der Ski-Rennläufer in Pyeongchang. "Ich bin schon gespannt auf den Super-Donnerstag und hoffe, dass dann zu Hause auch wirklich jeder aufsteht. Es gibt nichts Besseres aus Alpinsicht", sagte Rebensburg. Die Olympiasiegerin von 2010 greift am Donnerstag am frühen Morgen (2 und 5.45 Uhr MEZ) nach ihrer zweiten Goldmedaille. Dazwischen haben die Abfahrer um Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen (3.30 Uhr MEZ) ihre Medaillenchance. "Ich freue mich sehr darauf und hoffe, dass es dann auch so ein Super-Donnerstag für uns wird", sagte Rebensburg.

Nach dem freien Montag, den Rebensburg nach der windbedingten Verschiebung ihres Rennens unter anderem im deutschen Haus verbrachte, holte sie sich am Dienstag und Mittwoch im Riesenslalom-Training den letzten Schliff. "Ein paar Fahrten für das Gefühl, um im Flow zu bleiben", sagte sie.

Am Dienstagnachmittag fieberten sie und ihre Slalom-Kolleginnen am Fernseher im olympischen Dorf mit Dreßen, der in der alpinen Kombination Neunter wurde. "Es war eine starke Slalomleistung von ihm, der Hang hat es ja in sich", sagte Rebensburg, "auch seine Abfahrt hat ja super gepasst." Ihre eigene Form sei "definitiv gut", betonte die 28-Jährige. Ob es mit der dritten Olympia-Medaille nach Gold 2010 und Bronze 2014 klappt? "Dafür bin ich hier!"

US-Torhüterinnen dürfen mit Freiheitsstatue spielen

Für die Freiheitsstatue ist bei den Olympischen Winterspielen also doch Platz. Das Eishockey-Frauenteam der USA wurde unmittelbar vor dem Spiel gegen die Olympischen Athleten aus Russland (OAR) am Dienstag (13.10 MEZ) darüber informiert, dass entsprechende Bilder auf den Masken der Torhüterinnen bleiben dürfen. Zunächst hatte es Berichte über ein drohendes Verbot gegeben.

"Es scheint ein Missverständnis gegeben zu haben. Wir haben nicht darum gebeten, die Bilder zu entfernen", teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit.

Wegen des Verbots der Verwendung politischer Botschaften bei Winterspielen sah es zunächst so aus, als müssten die aufgesprayten Freiheitsstatuen runter. Dave Fischer, Sprecher des US-Eishockeyteams, bestätigte gegenüber "USA Today" Unterredungen mit dem IOC zu dem Thema.

Auf den Helmen von Nicole Hensley und Alex Rigsby prangen Bilder von "Lady Liberty". Beide kamen im Auftaktspiel gegen Finnland (3:1) nicht zum Einsatz, Maddie Rooney stand im Tor.

Hirscher: Titel bei Heim-WM war mehr wert

Für Kombinations-Olympiasieger Marcel Hirscher hatte Gold bei der Heim-WM in Schladming vor fünf Jahren einen größeren Wert als nun der erste Platz in Südkorea. "Dass das heute hier funktioniert, ist eine Draufgabe, das ist gar nicht in Worte zu fassen. Aber für mich hat das nicht so viel Wert wie in Schladming vor 40.000, 50.000 Leuten zu Hause zu gewinnen, bei meinem Heimrennen, meiner Heim-WM", sagte Hirscher nach dem ersten Olympia-Gold seiner Karriere am Dienstag in Pyeongchang.

"Wir sind hier irgendwo und fahren halt ein Rennen. Klar, der ideelle Wert ist natürlich unbeschreiblich hoch, und in der Außenwirkung ist er auch viel größer", sagte der sechsmalige Gesamtweltcupsieger aus Österreich, der vor allem aus einem Grund froh war über den Sieg: "Das Schlimmste wäre gewesen und eine perfekte Saison wäre niedergemacht worden, wenn das Gold fehlt. Das habe ich jetzt."

ZDF punktet mit Dahlmeier und Doll

Die Biathlon-Medaillen von Benedikt Doll und Laura Dahlmeier bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang haben dem ZDF erneut Topquoten beschert. Dolls Bronze in der Verfolgung sahen am Montagmittag 6,16 Millionen Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von 40,3 Prozent. Dahlmeiers Goldlauf zuvor verfolgten 5,34 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag am späten Vormittag sogar bei 44,4 Prozent.

Siegerehrung künftig gratis

Das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele hat auf das geringe Zuschauerinteresse an den Siegerehrungen reagiert. Ein Sprecher kündigte an, dass für Besuche nach 17 Uhr (9 Uhr MEZ) im olympischen Park von Pyeongchang kein Eintrittsgeld mehr genommen werde. Bislang mussten Besucher, die kein Ticket für einen Wettbewerb hatten, eine Eintrittskarte für umgerechnet 1,50 Euro kaufen. Bei den meisten Siegerehrungen waren bislang nur wenige Zuschauer.

Unmittelbar nach ihrem Wettkampf werden die erfolgreichen Athleten an der Wettkampfstätte mit Stofftieren ausgezeichnet, die Medaillenvergabe findet erst ab 19 Uhr Ortszeit (11 Uhr MEZ) auf der sogenannten Medal Plaza im olympischen Park statt. Die Siegerehrungen waren in der Vergangenheit oft stimmungsvolle Höhepunkte bei Olympia.

Fünf Deutsche im Viertelfinale des Langlauf-Sprints

Sandra Ringwald, Katharina Hennig und Elisabeth Schicho haben bei den Olympischen Spielen im Klassiksprint das Viertelfinale der 30 besten Skilangläuferinnen erreicht. In der Qualifikation sorgte Ringwald (Schonach) im Kampf gegen die Uhr mit Rang 16 für das beste deutsche Ergebnis auf der 1,25 Kilometer langen Runde.

Hennig (Oberwiesenthal) und Schicho (Schliersee) folgten auf den Rängen 25 und 26, ausgeschieden ist dagegen Hanna Kolb (Buchenberg) auf Platz 36. "Hanna hatte wirklich Pech. Sie hat auf der Zielgeraden eine richtig starke Böe erwischt Deswegen hatte sie keine Chance", sagte Andreas Schlütter, sportlicher Leiter beim Deutschen Skiverband. Gewinnerin der Qualifikation wurde die Schwedin Stina Nilsson.

Bei den Männern überstanden Sebastian Eisenlauer (Sonthofen) und Thomas Bing (Dermbach) den Prolog. Eisenlauer belegte auf der 1,4 Kilometer langen Strecke den 16. Rang, Bing schaffte es auf Platz 22 und rettete seinen Einzug in die Runde der letzten 30 damit um 1,2 Sekunden. Schnellster in der Qualifikation war der Finne Ristomatti Hakola, der knapp vor dem norwegischen Favoriten Johannes Kläbo landete.

Im Viertelfinale (12 Uhr MEZ) gibt es fünf Läufe mit je sechs Startern, aus jedem Lauf ziehen der Erst- und Zweitplatzierte ins Halbfinale ein, das durch die beiden zeitschnellsten "Lucky Loser" komplettiert wird. Die zwölf Halbfinalisten werden erneut in zwei Sechsergruppen eingeteilt, das Finale der besten sechs erreichen erneut der Erst- und Zweitplatzierte sowie zwei "Lucky Loser".

Taufatofua nach Wirbelsturm in Sorge

Tongas berühmter Flaggenträger Pita Taufatofua ist in großer Sorge um seine Familie, nachdem das pazifische Inselreich von einem schweren Wirbelsturm getroffen wurde. "Tonga wurde enorm hart vom Tropensturm Gita erwischt, der erhebliche Verwüstung angerichtet hat", schrieb der Langläufer am Dienstag bei Facebook. "Ich warte noch auf Nachricht, ob meine Familie und Freunde angesichts der Zerstörung in Sicherheit sind."

Taufatofua war vor den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016, bei denen er als Taekwondo-Kämpfer antrat, bei der Eröffnungsfeier mit nackter, eingeölter Brust einmarschiert. Dies wiederholte er bei den Winterspielen in Pyeongchang trotz klirrender Kälte.

Erst einmal aber steht dem 34-Jährigen nicht der Sinn nach Wettkampf. "Ereignisse wie diese rücken gerade, was im Leben wirklich wichtig ist", schrieb er, "ich wünschte, ich wäre dort, um zu helfen." Der Sturm mit 200 km/h Windgeschwindigkeit hat unter anderem das Parlamentsgebäude Tongas völlig zerstört.

Rydzek im letzten Training Zweiter

Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek hat im letzten Sprungtraining der nordischen Kombinierer vor dem ersten Olympia-Einzel eine überzeugende Leistung geboten. Der 26-Jährige sprang am Dienstag in Pyeongchang auf 104,5 Meter und musste sich damit nur Norwegens Superspringer Jarl Magnus Riiber, der auf 110 Meter flog, geschlagen geben. "Ich habe mich gut auf die Schanze eingestellt. Ich wollte einfach nur für das Gefühl die Stimmung im Training nochmal mitnehmen", sagte Rydzek, der als einziger DSV-Athlet die finale Einheit vor dem Wettbewerb an diesem Mittwoch (7 und 9.45 Uhr/MEZ) bestritt.

"Ich werde morgen mit Spaß und Freude an den Wettkampf rangehen", kündigte Deutschlands Sportler des Jahres im Alpensia Nordic Park an. Olympiasieger Eric Frenzel sowie Fabian Rießle, Vinzenz Geiger und Björn Kircheisen ließen den letzten von drei Trainingsblöcken aus. Neben Rydzek werden beim ersten Einzel von der Normalschanze Frenzel, Rießle und Geiger an den Start gehen. Routinier Kircheisen setzt zunächst aus.

US-Moderatorin entschuldigt sich für Holland-Klischee

US-Fernsehmoderatorin Katie Couric ist nach ihrer gewagten "Kanal-These" bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zurückgerudert und hat sich bei den niederländischen Eisschnellläufern entschuldigt. Sie habe sich auf "dünnes Eis begeben", teilte die 61-Jährige mit.

NBC-Mitarbeiterin Couric hatte am Freitag über die Ursachen für die Stärke der Niederländer aufgeklärt. "Sie werden sich fragen, warum sie so gut sind", sagte Couric: "Das liegt daran, dass das Schlittschuhlaufen in Städten wie Amsterdam eine wichtige Fortbewegungsmethode ist. Im Winter können viele Kanäle zufrieren. Seit dem Bestehen der Kanäle haben die Niederländer sie genutzt, um sich gegenseitig zu besuchen und gemeinsam Spaß zu haben."

In den sozialen Medien gab es dafür reichlich Kritik. Sie habe stereotype Sichtweisen hieß es dort, außerdem würden die Temperaturen nur noch selten unter die Frostgrenze sinken. "Glückwunsch an die Niederlande für die bislang gezeigten Leistungen. Ich entschuldige mich dafür, dass ich mich mit meinen Kommentaren über die Kanäle auf dünnes Eis begeben habe", schrieb Couric bei Twitter: "Ich wollte eure Leidenschaft für den Sport loben."

Höpf verpasst Halfpipe-Finale

Snowboarder Johannes Höpfl hat das Halfpipe-Finale bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang verpasst. Der 22-Jährige aus Hauzenberg scheiterte wie schon vier Jahre zuvor in Sotschi in der Qualifikation und belegte in der Endabrechnung den 23. Platz. Für die Medaillenentscheidung am Mittwoch (ab 10.30 Uhr OZ/02.30 MEZ) qualifizierten sich die besten zwölf Teilnehmer.

Dass das Gold im Phoenix Park nur über Shaun White geht, machte der US-Superstar in der Quali deutlich. Der Olympiasieger von 2006 und 2010, der in Sotschi als Vierter das Podium verpasst hatte, war mit dem Bestwert von 98,50 Punkten das Maß aller Dinge. Die Höchstmarke in der Halfpipe liegt bei 100 Zähler, diese hatte White beim Weltcup Mitte Januar in Aspen (USA) erreicht.

Wie White zogen auch der australische Weltmeister Scotty James (96,75) und der Sotschi-Zweite Ayumu Hirano aus Japan (95,25) ins Finale ein. "Ich habe die Kids mit ihren phantastischen Läufen gesehen. Das hat mich angestachelt. Ich wollte zeigen, dass es das ist, was ich mein ganzen Leben schon tue", sagte der 31 Jahre alte White. Scotty James ist 23 Jahre alt, Hirano sogar erst 19. Sotschi-Triumphator Iouri Podladtchikov (Schweiz) hatte seinen Start wegen der Folgen einer schweren Hirnverletzung bei einem Sturz am 28. Januar bei den X-Games in Aspen abgesagt.

Kombination: Hirscher siegt, Dreßen Neunter

Der Österreicher Marcel Hirscher hat die alpine Kombination in Pyeongchang gewonnen und die erste olympische Goldmedaille seiner Karriere geholt. Mit seiner Bestzeit von 2:06,52 Minuten hatte der sechsmalige Weltmeister im ersten alpinen Wettbewerb der Winterspiele in Südkorea 0,23 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault. Bronze ging an dessen Landsmann Victor Muffat-Jeandet (+1,02). Bislang hatte der sechsmalige Gesamtweltcupsieger Hirscher bei Olympia lediglich die Silbermedaille im Slalom vor vier Jahren in Sotschi gewonnen.

Thomas Dreßen (Mittenwald), der die wegen starken Windes um etwa 20 Fahrsekunden verkürzte und zusätzlich entschärfte Kombinationsabfahrt gewonnen hatte, wurde Neunter (+2,44). Vor dem abschließenden Slalom hatte er 1,32 Sekunden Vorsprung auf Hirscher gehabt.

Snowboard: Deutscher verpasst Finale

Snowboarder Johannes Höpfl hat den Einzug in das Halfpipe-Finale bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang deutlich verpasst. Der 22-Jährige aus Passau belegte in der Qualifikation am Dienstag mit 59,50 Punkten Platz 23. Für den Einzug in den Endkampf der besten Zwölf in der Nacht zum Mittwoch (02.30 Uhr) hätte der einzige deutsche Teilnehmer 17,50 Punkte mehr gebraucht.

Bester Snowboarder in den beiden Qualifikationsläufen war der zweimalige Olympiasieger Shaun White. Der US-Superstar zeigte mit 98,50 von 100 möglichen Punkten einen fast perfekten Lauf. Weltmeister Scotty James aus Australien kam mit 96,75 Punkten auf Rang zwei, Ayumu Hirano aus Japan (95,25) wurde Dritter. Sotschi-Olympiasieger Iouri Podladtchikov musste seine Teilnahme wegen der Folgen seines Sturzes bei den X-Games absagen.

Rodeln: Eggert/Benecken mit Bestzeit

Die Rodel-Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken haben auch das Abschlusstraining im Olympic Sliding Centre dominiert. Die Gesamtweltcupsieger aus Thüringen fuhren am Dienstag in beiden Läufen Bestzeit. "Insgesamt wie in allen sechs Trainingsläufen haben wir uns die Bahn gut erarbeitet und uns auf die Bedingungen hier eingestellt. Wir sind gewappnet", sagte der Suhler Benecken.

Nach insgesamt acht Weltcupsiegen in diesem Winter nehmen sie die Favoritenrolle gerne an: "Die Voraussetzungen sind wie in den Wochen zuvor, nur dass das Kind jetzt Olympia heißt. Vielleicht ist der eigene Erwartungsdruck etwas größer, denn Olympia ist nur alle vier Jahre."

Pech hatten die Sotschi-Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt, die im letzten Lauf vor dem Rennen an diesem Mittwoch in Kurve neun stürzten. "Es passiert hier schnell. Der erste Lauf war nicht schlecht, im zweiten waren wir vom Speed her auch gut unterwegs. In der 12 sind wir eine andere Linie gefahren, und in der 13 sind wir in der Einfahrt zur Kurve gekippt, das geht hier sehr schnell, jetzt sind wir wachgerüttelt", sagte Arlt.

Partner Wendl betonte: "Man muss bei jeder Stelle auf der Hut sein, wir haben heute ein bisschen was an der Linie probiert, was nicht so funktioniert hat. Das wird uns nicht mehr passieren."

Doping: Japaner als erster positiv getestet

Die Olympischen Winterspiele haben ihren ersten Dopingfall. Der japanische Shorttracker Kei Saito wurde in Pyeongchang am 4. Februar vor Beginn der Wettbewerbe positiv auf die maskierende Substanz Acetazolamid getestet und vorläufig gesperrt, wie der Internationale Sportgerichtshof CAS am Dienstag mitteilte. Auch die B-Probe war positiv. Saito hat das Olympische Dorf nach Angaben der japanischen Delegation verlassen.

Der 21-Jährige ist der erste japanische Dopingfall bei Winterspielen. Er bestreitet, wissentlich betrogen zu haben. "Ich bin überrascht und bestürzt. Das ist unerklärlich. Ich habe niemals Doping beabsichtigt. Ich habe das japanische Anti-Doping-Seminar besucht und alle Anweisungen befolgt", teilte er in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Seine Überzeugung sei: "Sportler sollten nicht dopen. Ich habe auch niemals Präparate eingenommen, die ich verschleiern müsste." Acetazolamid ist ein Diuretikum, das unter anderem gegen Höhenkrankheit und bei erhöhtem Augendruck verschrieben wird. Es steigert die Lungenfunktion und wirkt ausschwemmend, wodurch andere verbotene Substanzen schneller den Körper verlassen können.

Japans Chef de Mission Yasuo Saito bestätigte, der Shorttracker sei noch am 29. Januar im Trainingslager in der Heimat negativ getestet worden. Dennoch fügt sich Kei Saito vorerst. "Jetzt dagegen anzukämpfen, würde Ärger für das gesamte Team mit sich bringen. Daher verlasse ich das Dorf und akzeptiere die provisorische Sperre", sagte er. Dennoch werde er versuchen, seine Unschuld zu beweisen. Alle Entscheidungen über ein Dopingvergehen liegen bei der Anti-Doping-Einheit des CAS.

Kombination: Dreßen führt nach erstem Lauf

Thomas Dreßen hat zu Beginn des ersten alpinen Wettbewerbs der Olympischen Spiele in Pyeongchang seinen Anspruch auf eine Medaille in der auf Donnerstag verschobenen Spezialabfahrt unter Beweis gestellt. In der wegen starken Windes um etwa 20 Fahrsekunden verkürzten und zusätzlich entschärften Kombinationsabfahrt erzielte der 24-Jährige in 1:19,24 Minuten die Bestzeit.

Die Chancen von Dreßen auf eine Medaille in der Kombination sind allerdings eher gering, da sein Vorsprung auf starke Slalomfahrer wie Alexis Pinturault aus Frankreich (+1,04 Sekunden) und Marcel Hirscher aus Österreich (+1,32) nicht deutlich genug ist. Er selbst sieht es ähnlich, obwohl auch der Slalomlauf (Start 15.00 Uhr OZ/7.00 Uhr MEZ) ein wenig verkürzt werden soll.

"Ich versuche jetzt einfach im Slalom Gas zu geben und dann müssen wir schauen, was da rauskommt. Aber es sind schon viele Slalomfahrer, die nicht allzu weit hinten sind", sagte Dreßen. Respektabel schlug sich Linus Straßer (München) der mit 2,79 Sekunden Rückstand auf seinen Mannschaftskollegen als 39. ins Ziel kam.

Andreas Sander (Ennepetal/2,44) und Josef Ferstl (Hammer/2,71) belegten die Ränge 32 und 36. Beide nehmen den Slalom nicht mehr in Angriff, für die Speed-Spezialisten war es ein Training unter Wettkampfbedingungen.

Snowboard: Ausnahmetalent Kim siegt

Snowboard-Ausnahmetalent Chloe Kim ist mit nur 17 Jahren überlegen Olympiasiegerin in der Halfpipe geworden. Die US-Amerikanerin mit südkoreanischen Wurzeln war am Dienstag in Pyeongchang eine Klasse für sich und erhielt als Einzige Wertungen über 90 Punkte. Für ihren besten Auftritt bekam Kim, deren Eltern aus Südkorea stammen, 98,25 Punkte und lag damit klar vor Silbermedaillengewinnerin Liu Jiayu aus China (89,75). Auf dem dritten Platz landete Kims US-Teamkollegin Arielle Gold (85,75). Die chinesische Weltmeisterin Cai Xuetong ging als Fünfte leer aus.

Mit 15 Jahren hatte Kim als erste Frau die perfekte Bewertung von 100 Punkten erhalten. Auch 2014 hatte die Kalifornierin theoretisch die Olympia-Qualifikation geschafft, war als 13-Jährige aber noch zu jung für die Teilnahme. Vor Kim hatte auch Redmond Gerard als 17-Jähriger Snowboard-Gold für die USA bei diesen Winterspielen geholt. Gerard setzte sich am Sonntag im Slopestyle durch.

Diplomatie: Kim zufrieden mit Nordkorea-Empfang

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un ist staatlichen nordkoreanischen Medien zufolge zufrieden mit dem Empfang seiner Delegation bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang. Kim Jong Un habe dem Süden für seine ernsten Bemühungen gedankt und die Wichtigkeit weiterer Aussöhnung betont, berichtete die Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Das "warme Klima von Aussöhnung und Dialog" müsse weiter gefördert werden, sagte Kim Jong Un demnach.

Der Machthaber hatte am Montag Delegationsmitglieder, darunter seine Schwester Kim Yo Jong (30) und das 90 Jahre alte protokollarische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam, empfangen. Am Sonntag hatte Kim Jong Un den südkoreanischen Staatschef Moon Jae zu Gesprächen nach Pjöngjang eingeladen.

Nordkorea hatte die hochrangige Delegation nach Pyeongchang entsandt. Ki Yo Jong ist das erste Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie, das den Süden der koreanischen Halbinsel besucht. Der Besuch gilt als Geste der auch wegen seines Atomprogramms isolierten kommunistischen Regierung, die seit Anfang des Jahres betriebene Annäherung an Südkorea fortsetzen zu wollen. Kritiker sehen darin aber auch den Versuch Pjöngjangs, die Olympia-Zusammenarbeit mit Südkorea zu Propagandazwecken auszunutzen.

Skispringen: Althaus fordert mehr Wettbewerbe

Die Olympia-Zweite Katharina Althaus hat mehr Wettbewerbe für Skispringerinnen bei Winterspielen gefordert. "Die Großschanze gehört einfach mit ins Programm. Wir wünschen uns das alle. Ich hoffe, dass wir nächstes Mal mehr Wettkämpfe haben", sagte die 21-Jährige einen Tag nach ihrem Gewinn der Silbermedaille. Auch ein Mixed-Wettbewerb wie bei der WM oder ein Teamwettkampf seien denkbar.

Althaus und Co. haben bei Olympia derzeit nur eine Medaillenchance, die Männer dagegen drei. Für Peking 2022 gibt es den Antrag, zumindest den Mixed-Wettbewerb aufzunehmen. "Wir haben diesen Wunsch auch gegenüber IOC-Präsident Thomas Bach geäußert, er hat positive Signale gesendet", sagte Bundestrainer Andreas Bauer.

Der Coach hofft auch insgesamt auch eine Gleichstellung mit den Männern. "Biathlon hat es uns vorgemacht, das ist bei den Frauen erst 1992 olympisch geworden. Heute haben sie Wettkämpfe zusammen mit den Männern, alles ist an einem Ort, die Medien sind da. Dahin muss sich das Damen-Skispringen entwickeln, dann sind wir irgendwann gleichberechtigt", sagte Bauer.

Für Argumente gegen Frauenwettbewerbe auf der Großschanze hat Bauer kein Verständnis. "Man hört immer wieder, dass sich die Mädels entwickeln müssen. Aber wir springen ja ab und zu schon auf der Großschanze. Das sind tolle, hervorragende Wettkämpfe. Die Mädels haben mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie die Großschanze meistern", sagte er.

Wellinger und Dahlmeier feiern Gold in Pyeongchang

Skispringer Andreas Wellinger freute sich über die am Samstag "erflogene" Goldmedaille. Schnell habe er gewusst, dass das ein guter Sprung war.
Wellinger und Dahlmeier feiern Gold in Pyeongchang

Snowboard: Verband weist Kritiken zurück

Einen Tag nach dem Finale im Slopestyle-Wettbewerb der Snowboarderinnen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang hat der Internationale Skiverband FIS alle Kritik an der Durchführung zurückgewiesen. "Das war eine klare Entscheidung für die Austragung. Es hat keinen offiziellen Protest gegeben", sagte FIS-Sprecherin Jenny Wiedeke.

Nach dem Rennen hatten auch zahlreiche Läuferinnen Kritik daran geübt, dass der Wettbewerb trotz gefährlicher Windböen gestartet und durchgezogen wurde. Die Münchnerin Silvia Mittermüller hatte sich bereits im Trainingslauf einen Meniskuseinriss zugezogen, die viertplatzierte Norwegerin Silje Norendal berichtete von Angstgefühlen.

"Es waren schwierige Bedingungen, die Athletinnen haben mit den FIS-Direktoren diskutiert", räumte Wiedeke ein, sie bestritt zugleich, dass es zu Verletzungen gekommen sei. "Ich habe noch keinen Bericht wegen einer Verletzung gesehen", sagte sie. Im Wintersport seien solche Bedingungen an der Tagesordnung, ergänzte Wiedeke und betonte: "Kein Sportler wird gezwungen, am Wettbewerb teilzunehmen."

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.