US-Schwimmer

Ryan Lochte gibt zu: „Habe bei der Story stark übertrieben“

Einige US-Medien rechneten auf ihre Weise mit der Lügengeschichte des Schwimmers Ryan Lochte ab.

Einige US-Medien rechneten auf ihre Weise mit der Lügengeschichte des Schwimmers Ryan Lochte ab.

Foto: LUCAS JACKSON / REUTERS

Erstmals hat sich der US-Schwimmer Ryan Lochte zur Lügengeschichte in Rio geäußert. Er übernimmt die Verantwortung.

Rio de Janeiro/Washington.  US-Schwimmstar Ryan Lochte hat nach seiner Lügengeschichte über einen angeblichen Raubüberfall bei den Olympischen Spielen in Rio „unreifes Verhalten“ eingestanden. „Ich habe bei der Story stark übertrieben. Deshalb übernehme ich die volle Verantwortung“, sagte der 32-Jährige in einem Interview mit NBC. „Es ist mir wirklich peinlich. Ich weiß, es war falsch, was ich getan habe.“

Video Lochte NBC

Lochte, seine Kollegen Gunnar Bentz, Jack Conger und James Feigen hatten behauptet, mit vorgehaltener Waffe überfallen worden zu sein. Dies entsprach nicht der Wahrheit. Die Amerikaner hatten an einer Tankstelle randaliert und später für den entstandenen Sachschaden bezahlen müssen.

Bentz hatte Lochte stark belastet

Der sechsmalige Olympiasieger Lochte hat zu den Vorgängen seine eigene These. „Man kann es sehen, wie man will. Man kann es Raubüberfall oder Erpressung nennen, oder einfach sagen, dass wir den Schaden beglichen haben“, sagte Lochte: „Wir wissen nur, dass eine Waffe auf uns gerichtet wurde und wir unser Geld abgeben sollten.“

Bei der Polizei hatte Lochte ausgesagt, man habe ihm eine Waffe an den Kopf gehalten. Das sei nicht richtig, gestand er jetzt. „Ich weiß nicht, warum ich das gesagt habe. Das hätte ich nicht tun sollen“, sagte er in dem Fernseh-Interview. Lochte entschuldigte sich auch bei den Brasilianern. Es seien tolle Olympische Spiele gewesen und er wolle nicht, dass sein Verhalten ein anderes Licht auf die Wettkämpfe werfe. „Ich hoffe, dass die Menschen in Rio und in Brasilien meine Entschuldigung annehmen.“

US-Olympiakomitee droht mit Konsequenzen

Lochtes Team-Kollege Bentz hatte zuvor seinen Teamkollegen angeschwärzt. Lochte habe maßgeblich zur Eskalation bei dem Zwischenfall am Rande der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro beigetragen. Er habe „ein Metall-Werbeschild abgerissen, das an einer Backsteinwand lose befestigt war“. Dies schrieb der 20-Jährige in seiner Entschuldigung auf der Internetseite der Universität Georgia. Lochte habe sich mit den Sicherheitsleuten ein heftiges Wortgefecht geliefert, obwohl seine Teamkollegen versucht hätten, ihn zu beruhigen.

Das US-Olympiakomitee (USOC) hatte am Donnerstag bestätigt, dass der angebliche Raubüberfall eine Lügengeschichte war und drohte den Schwimmern Konsequenzen an. Zudem entschuldigte es sich bei der Gastgeberstadt Rio „und den Menschen in Brasilien“. (sid/sdo)