Olympia

Judoka holt Medaille – DFB-Kicker nach Kantersieg weiter

Laura Vargas-Koch setzte sich im Kampf um Bronze gegen die Spanierin Maria Bernabeu durch

Laura Vargas-Koch setzte sich im Kampf um Bronze gegen die Spanierin Maria Bernabeu durch

Foto: LUCY NICHOLSON / REUTERS

Deutschlands Fußballer brauchten einen hohen Sieg und konnten dem Druck standhalten. Synchronspringer verpassen eine Medaille.

Rio de Janeiro. Die deutsche Judoka Laura Vargas-Koch hat bei den Olympischen Spielen die Bronze-Medaille gewonnen. Die 26-Jährige setzte sich am Mittwoch in Rio de Janeiro im entscheidenden Kampf gegen die Spanierin Maria Bernabeu nach 63 Sekunden in der Verlängerung mit einem Waza-ari durch. Es war ihr größter Wurf.

Zuvor hatte Vargas-Koch im Halbfinale bis 70 Kilogramm gegen die spätere Olympiasiegerin Haruka Tachimoto verloren und damit die Chance auf Silber oder Gold verpasst. Die Japanerin besiegte im Finale Yuri Alvear aus Kolumbien.

Vargas-Koch gewann die erste Medaille für die deutschen Judokas bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Die EM-Zweite von 2014 und 2015 ist Mathematik-Doktorandin an der Universität in Aachen. 2015 war sie die Nummer eins der Welt, in das Olympia-Turnier war sie als Fünfte der Setzliste gegangen. Im Judo gibt es in jeder Gewichtsklasse zwei Bronze-Medaillen. Die zweite Bronze-Plakette gewann die Britin Sally Conway.

DFB-Kicker nach Kantersieg weiter

Mit einem Schützenfest gegen Fußball-Zwerg Fidschi sind die deutschen Nachwuchs-Kicker bei ihrem Olympia-Comeback ins Viertelfinale gestürmt. Dank des klaren 10:0 (6:0)-Erfolges in Belo Horizonte qualifizierte sich die U21-Auswahl von Trainer Horst Hrubesch als Zweiter der Gruppe C für die K.o.-Runde.

Dort wartet am Sonnabend (18 Uhr/MESZ) in Brasília mit Portugal allerdings eine hohe Hürde. Bei der U21-EM im Vorjahr war die deutsche Mannschaft im Halbfinale gegen den späteren Vize-Europameister mit 0:5 untergegangen.

Beim ersten olympischen DFB-Sieg seit 28 Jahren und dem zweithöchsten Erfolg bei Olympia nach dem 16:0 gegen Russland vor 104 Jahren in Stockholm ragte Nils Petersen, der Davie Selke im Sturmzentrum ersetzte, mit fünf Toren heraus. Vor rund 15.000 Zuschauern traf der Stürmer vom Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg in der 14., 33., 40., 63./Foulelfmeter und 70. Minute. Maximilian Meyer (30./49./52.) stand ihm als dreifacher Torschütze kaum nach. Serge Gnabry vom FC Arsenal (8./45.) traf zweimal und hat wie Petersen nun fünf Tore auf seinem Turnierkonto.

Mit fünf Punkten und 14:5 Toren zog die DFB-Elf in der Tabelle noch an Olympiasieger Mexiko (4) vorbei, der Südkorea mit 0:1 unterlag und ausschied. Die Asiaten (7) zogen als Gruppensieger ins Viertelfinale, wo sie auf Honduras treffen.

Synchronspringer verpassen Medaille

Patrick Hausding und Stephan Feck sind aus dem grünen Wasser in Rio nicht als überraschende Medaillengewinner aufgetaucht. Im Regen reichte es in Rio de Janeiro im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett zu Platz vier. Bei Wind und ungemütlichen Temperaturen schien nach drei von sechs Sprüngen olympisches Edelmetall möglich für das Duo aus Berlin und Leipzig. Am Ende fehlten Hausding/Feck 33,6 Punkte zum Bronzerang, mit dem sich völlig überraschend Chinas Weltmeister Cao Yuan und Qin Kai zufrieden geben mussten. Die Briten Jack Laugher/Chris Mears gewannen unerwartet vor Sam Dorman und Mike Hixon aus den USA.

Bei den schwierigen äußeren Bedingungen patzten viele Konkurrenten, die fast ausnahmslos ein schwierigeres Sprungprogramm als Hausding/Feck aufwiesen. Die WM-Sechsten bauten selbst bei den Eintauchphasen zu viele kleine Fehler ein. „Wir hätten unsere absolute Top-Megaleistung bringen müssen. Trotzdem sind wir zufrieden“, sagte Hausding, der zuvor im Synchron-Wettbewerb vom Turm mit Sascha Klein auf Platz vier eine Medaille noch knapper verpasst hatte. „Ich fühle mich wie das Wetter. Schade, die Jungs haben gut angefangen. Insgesamt ist es aber ein sehr gutes Ergebnis“, erklärte Chefbundestrainer Lutz Buschkow.

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