Handball

Nach 2104 Tagen: HSV-Ikone Schwalb wieder Bundesliga-Trainer

Martin Schwalb führte die HSV-Handballer als Trainer zur Meisterschaft und zum Champions-League-Sieg. Aktuell ist er Vizepräsident des Zweitligaclubs.

Martin Schwalb führte die HSV-Handballer als Trainer zur Meisterschaft und zum Champions-League-Sieg. Aktuell ist er Vizepräsident des Zweitligaclubs.

Foto: Valeria Witters / WITTERS

Hamburgs Vizepräsident übernimmt den Topclub Rhein-Neckar Löwen, plant aber schon seine Rückkehr. Die Reaktionen.

Mannheim/Hamburg. Spektakuläres Comeback in der Handball-Bundesliga: Martin Schwalb (56) wird nach 2104 Tagen wieder Trainer und übernimmt die Rhein-Neckar Löwen. Der frühere Erfolgscoach des HSV Hamburg übernimmt die Nachfolge des am Wochenende entlassenen Kristjan Andresson. Das gab der HSVH am Dienstag bekannt. Beim Zweitligisten war Schwalb zuletzt als Vizepräsident tätig. Dieses Amt lässt der Ex-Profi nun bis auf Weiteres ruhen.

Schwalb soll bei den Löwen einen Vertrag bis Sommer 2021 erhalten. Vorgestellt als neuer Trainer wird Schwalb am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz.

Noch am gleichen Abend soll Schwalb dann beim Spiel gegen Liberbank Cuenca (Spanien) im EHF-Cup erstmals auf der Bank der Rhein-Neckar Löwen sitzen. In der Bundesliga liegt der Club nach 23 Spielen nur auf dem sechsten Platz und damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Schwalb will zum HSVH zurückkehren

Nach seinem Engagement in der Kurpfalz plant Schwalb, wieder nach Hamburg zurückzukehren, um dort gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen die Entwicklung des HSVH weiter voranzutreiben.

"Der Handball in Hamburg ist und bleibt ein absolutes Herzensprojekt für mich, das ich natürlich weiter ganz eng verfolgen werden, auch wenn der volle Fokus jetzt erstmal bei den Rhein-Neckar Löwen liegt", sagte Schwalb laut Mitteilung.

Bis zu seinem Wiedereinstieg führen die weiteren Präsidiumsmitglieder um Präsident Marc Evermann, Schatzmeister Stephan Harzer und Sven Hielscher sowie Geschäftsführer Sebastian Frecke die Geschäfte des Vereins.

Evermann wollte Schwalb nichts verbauen

Für Evermann ist Schwalbs Abgang ein Verlust, der allerdings nicht völlig überraschend kommt. "Martin hat immer gesagt, dass ihn ein hochwertiger Trainerposten nochmal reizen würde und deshalb freuen wir uns natürlich sehr für ihn, dass er diese Chance bekommt und sich noch einmal als Trainer in der Bundesliga beweisen kann", sagte Evermann.

"Wir verlieren für die Zeit seines Vertrags bei den Löwen einige sportliche Kompetenz, werden dafür im Team und unserem Netzwerk aber adäquate Lösungen finden. Außerdem werden wir weiterhin mit ihm in Kontakt sein und intensive Gespräche über die Weiterentwicklung unseres Vereins führen", so der HSVH-Präsident.

Schwalb führte die HSV-Handballer zu großen Erfolgen

Schwalb genießt in der Szene einen ausgezeichneten Ruf. Der gebürtige Stuttgarter war von 2005 bis 2014 Trainer beim HSV und gewann mit den Norddeutschen den DHB-Pokal (2006 und 2010), den Europapokal der Pokalsieger (2007), die deutsche Meisterschaft (2011) und die Champions League (2013).

Nach seiner beschlossenen, aber noch nicht offiziell vollzogenen Entlassung erlitt Schwalb 2014 einen Herzinfarkt. 2016 kehrte er zu den Hanseaten als Vizepräsident zurück. Schwalb ist zudem als TV-Experte bei Sky tätig.

In seiner aktiven Zeit bestritt Schwalb 193 Länderspiele für Deutschland, wurde mit TUSEM Essen und der SG Wallau/Massenheim insgesamt dreimal deutscher Meister und holte mit der Nationalmannschaft 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Silbermedaille.