HSVH

Torwart verlässt Handballer und hält Punkt zum Abschied fest

Aron Rafn Edvardsson beim Schlussjubel in Hamm. Der 20 Jahre alte Torhüter wechselte 2018 nach dem Zweitligaaufstieg zum HSV Hamburg und absolvierte 47 Spiele.

Aron Rafn Edvardsson beim Schlussjubel in Hamm. Der 20 Jahre alte Torhüter wechselte 2018 nach dem Zweitligaaufstieg zum HSV Hamburg und absolvierte 47 Spiele.

Foto: Imago/Noah Wedel

HSV Hamburg überrascht in Hamm. Torhüter verlässt den Verein und schließt sich einem Ligarivalen an. Nachfolger steht schon fest.

Hamm/Hamburg. Als der Schlusspfiff ertönte, gab es bei den Zweitligamännern des Handball Sport Vereins Hamburg (HSVH) kein Halten mehr. Die ganze Mannschaft lief in den Sechsmeterkreis zu Schlussmann Aron Edvardsson, tanzte ausgelassen im Jubelkreis.

Mit dem lang gestreckten rechten Bein verhinderte die isländische Nummer eins mit einer Parade zehn Sekunden vor Ende den K. o., sicherte dem Liganeunten beim 24:24 (12:9) beim Tabellenzweiten ASV Hamm-Westfalen einen überraschenden wie verdienten Punktgewinn. Für Edvardsson war es seine Art, Tschüs zu sagen. Sein Abschiedsgeschenk.

Edvardsson wechselt zu Ligarivalen

Der 2,05 Meter große Torhüter, der im Aufstiegsjahr vor eineinhalb Jahren verpflichtet worden war, wird den Verein an diesem Sonnabend am letzten Tag der Wintertransferperiode mit sofortiger Wirkung verlassen. Der 30-Jährige unterschrieb bei einem Ligarivalen einen Vertrag über zweieinhalb Jahre bis 2022. Im Gegenzug hat der HSVH bereits Edvardssons Nachfolger verpflichtet. Den Namen will der Verein auf Bitten des abgebenden Clubs erst am Wochenende offiziell bekannt geben.

„Wir haben Aron frühzeitig informiert, dass wir seinen Vertrag über den Sommer hinaus nicht verlängern werden, eine Veränderung im Tor planen“, sagte HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke. Nationalspieler Edvardsson konnte die in ihn gesteckten hohen Erwartungen nicht immer konstant erfüllen, trug trotz Verletzungs- und Krankheitspech (Gehirnerschütterung, Blinddarm-, Bauch- und Knie-Operationen) dazu bei, dass der HSVH die Klasse hielt.

Edvardsson wehrt 47 Prozent der Bälle ab

Die Partie in Hamm mag ein Spiegelbild der Leistungen Edvardssons sein. In der fulminanten ersten Halbzeit, als der HSVH dank vieler technischer Angriffsfehler des Favoriten und einer kampfstarken Abwehr auf vier Tore davonzog (12:8/29.), steuerte der Torhüter acht Paraden (47 Prozent abgewehrte Bälle) bei. In den zweiten 30 Minuten konnte Edvardsson noch zwei Würfe (11 Prozent) entschärfen. Hamms Felix Storbeck, der beste Keeper der Liga, gewann das Duell, kam auf insgesamt 16 Paraden.

Und dennoch hielten die ohne die verletzten Philipp Bauer, Finn Wullenweber und Blazenko Lackovic angetretenen Hamburger bis zum Schluss stark dagegen. Auch beim Ausgleich beim 15:15 (41.) sowie bei der Hammer Zweitoreführung (24:22/ 58.) gab es kein Aufstecken.

„Das war ein super Kampf von allen. Jeder hat sich den Arsch aufgerissen, dem Nebenmann geholfen“, lobte Trainer Torsten Jansen. „Das war eines unserer besten Saisonspiele. Der Auswärtspunkt ist wichtig für den Kopf“, sagte Kapitän Niklas Weller, mit sechs Toren (vier Siebenmeter) bester Hamburger Werfer. Am nächsten Freitag (20 Uhr) kommt mit dem VfL Gummersbach erneut ein Topteam in die Sporthalle Hamburg. Edvardsson wird dann fehlen.