Handball

Handballer setzen Pleitenserie in der Fremde fort

Schwerer Stand: Lukas Ossenkopp (l.) sah in Lübbecke die Rote Karte.

Schwerer Stand: Lukas Ossenkopp (l.) sah in Lübbecke die Rote Karte.

Foto: Strohdiek /Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de

HSV Hamburg nach 22:24 in Lübbecke im Tabellenmittelfeld. Hoffnung auf Rückkehrer und vier Punkte zum Fest.

Hamburg/Lübbecke. Jens Schöngarth verband das Angenehme mit dem Nützlichen: Der nach Schulterverletzung aufs Comeback drängende Rückraumrechte des Handball Sport Vereins Hamburg ließ sich auch ohne Einsatz die Reise an die alte Wirkungsstätte nach Lübbecke nicht nehmen. „Ich habe Freunde besucht, hatte einen Termin bei einem bekannten Physiotherapeuten und wollte dann die Jungs in der Halle unterstützen“, berichtet der 31-Jährige über seinen Trip nach Ostwestfalen. Von 2012 bis 2016 warf der Linkshänder für den TuS N-Lübbecke, wurde Nationalspieler.

Allein das Daumendrücken auf der Tribüne wie das lautstarke Klatschen der knapp 80 mitgereisten Hamburger Fans blieben ohne Erfolg. Bei der 22:24 (9:10)- Niederlage vor 1469 Zuschauern in Lübbecke kassierten Hamburgs Zweitligamänner die fünfte Auswärtspleite in Folge und warten seit Anfang September auf einen Erfolg in der Fremde. „Die Enttäuschung bei den Jungs war groß. Sie haben nie aufgegeben, auch wenn es keine Topleistung war“, sagt Schöngarth. Ohne sechs Verletzte fehlte am Ende die Substanz. Es blieben Frust und Ernüchterung nach dem Abrutschen ins Tabellenmittelfeld. „Wir müssen noch lernen, insgesamt cleverer zu agieren“, monierte Trainer Jansen nach „einem von den beiden Abwehrreihen geprägten Kampfspiel“.

Drei Siebenmeter vergeben

Bereits in Halbzeit eins hätte Lübbecke höher führen können, betrieb Chancenwucher. Der fehlerhafte Hamburger Angriff um den mit sechs Toren treffsichersten Schöngarth-Ersatz Jan Forstbauer hatte einen schweren Stand, agierte nicht mutig genug. Nach dem Seitenwechsel zog der TuS beim 17:13 (42.) auf vier Tore davon. In einer wilden Schlussphase vergaben die Hamburger drei Siebenmeter (Weller/49./52. und Gertges/60.), Lukas Ossenkopp sah die Rote Karte (51.). Der Kapitän kam zu spät, traf seinen Gegenspieler im Gesicht. Dazu habe Lübbecke mit Peter Tatai (12 Paraden) das Torwartduell gewonnen, „was sich letztlich im Resultat niederschlägt“, sagte Jansen. Für Aron Edvardsson (5) hatte der Coach 18 Minuten vor Schluss Marcel Kokoszka (4) gebracht. Der Youngster benötigte zehn Minuten, ehe er den ersten Ball zu fassen bekam.

„Ich scharre mit den Hufen, will jetzt wieder spielen“, sagte Schöngarth im Hinblick auf die Spiele bei Schlusslicht Krefeld (Sa) und am 26. Dezember in der Barclaycard Arena gegen Ferndorf. Die vor sechs Wochen ausgekugelte Schulter hält, ins Teamtraining ist er wie Außen Tobias Schimmelbauer zurückgekehrt. Das Ende der Auswärtsmisere, ein Heimsieg und damit vier Punkte zum Fest seien nun das Ziel.