Hamburger Sportgala

TV-Löwe Ralf Dümmel ehrt Wladimir Klitschko

Basketballer der Hamburg Towers und Golferin Esther Henseleit als Sportler des Jahres ausgezeichnet. Nicht die einzigen Ehrungen.

Hamburg. Bei der diesjährigen 14. Hamburger Sportgala in der Volksbank Arena wurden heute die Sportler des Jahres geehrt. Der Hamburger Senat, Alexander Ottos ECE, Hamburger Sportbund, NDR und das Hamburger Abendblatt haben in insgesamt fünf Kategorien Auszeichnungen für herausragende sportliche Leistungen vergeben.

Sportlerin des Jahres

Die Sportlerin des Jahres wurde Esther Henseleit. In ihrem ersten Profijahr wurde sie zum „Rookie des Jahres“ der Ladies European Tour (LET) gewählt und gewann mit einem furiosen Sieg beim letzten Turnier des Jahres als erste deutsche Frau den Tour-Gesamtsieg. Mit vier zweiten Plätzen auf der LET, weiteren sieben Top-Ten-Platzierungen und einem Sieg bei den Skaftö Open hat sie sich außerdem eindrucksvoll für die US Women’s Open sowie für die Tour der Ladies Professionell Golf Association (LPGA) im nächsten Jahr qualifiziert. Die Laudatio hielt Martin Schwalb, ehemaliger Handball-Nationalspieler und Vizepräsident des HSV Hamburg.

Das sind die diesjährigen Preisträger:

  • Esther Henseleit
  • Torben Johannesen
  • Hamburg Towers
  • Björn Lengwenus
  • Wladimir Klitschko

Sportler des Jahres

Sportler des Jahres wurde Torben Johannesen. Der Sieger der beiden Vorjahre vom RuderClub Favorite Hammonia Hamburg verteidigte mit seiner Mannschaft in diesem Jahr wieder die Titel bei den Europameisterschaften in Luzern und bei den Weltmeisterschaften in Linz. Dazu gewann er im Ruder-Achter zwei Weltcups in Poznan und Rotterdam. Die Laudatio hielten der-Junioren-Europameister Erik Bruns und Leon Braatz.

Mannschaft des Jahres

Mannschaft des Jahres wurden die Hamburg Towers. Mit einer furiosen Saison und spannenden Play-Off Spielen sicherten sich die Spieler von Mike Taylor den Gewinn der Meisterschaft der ProA-Liga und damit den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga. Die Laudatio hielt American-Football-Coach Patrick Esume.

Active City-Award

Im Rahmen der Hamburger Sportgala auch wieder der Active City-Award verliehen. Er ging in diesem Jahr an Björn Lengwenus, Schulleiter der Eliteschule des Sports – Alter Teichweg. Der Hamburger ist für seinen außerordentlichen Einsatz bei der Unterstützung des Hamburger Sportnachwuchses bekannt. Ein Beispiel ist die Einführung des G10, des Abiturs nach 14 Jahren. Ziel dieser Regelung ist es, durch weniger Schulstunden pro Jahr und mehr Zeit für das Training und die Regeneration Nachwuchstalente an die Spitze zu bringen, ohne die schulische Ausbildung zu vernachlässigen.

Aber auch seine persönliche Philosophie, die Eliteschule des Sports in Verbindung mit der Stadtteilschule zu führen, so das Miteinander aller Schülerinnen und Schüler zu fördern und die Nachbarschaft einzubeziehen, hat sich erfolgreich durchgesetzt. Die Laudatio hielt Andy Grote, Senator für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg.

Ehrenpreis

Den Ehrenpreis der Hamburger Sportgala erhält in diesem Jahr Wladimir Klitschko. Der ehemalige Schwergewichtsweltmeister zählt zu den besten Boxern der letzten 20 Jahre. Nach seiner aktiven Karriere versucht der 43-Jährige, der schon seit 1996 in Hamburg einen Wohnsitz hat, durch verschiedene Projekte, seine Erfahrungen und sein Wissen aus dem Leistungssport weiterzugeben. So hat er unter anderem einen Studiengang zum Thema "Change Management" in St.Gallen in der Schweiz ins Leben gerufen.

Er begleitet mittelständische Unternehmen in die Digitalisierung, hat mit der F.A.C.E.-Methode ein Werkzeug entwickelt, mit dem er seine Erfahrungen an Manager weitergibt und ist außerdem mit seiner eigenen Klitschko Foundation seit 17 Jahren wohltätig unterwegs. Die Laudatio hielt Unternehmer und „Höhle der Löwen“-Juror Ralf Dümmel.

Bei der Gala-Veranstaltung wurden außerdem mehr als 300 Hamburger Sportlerinnen und Sportler für Deutsche Meisterschaften und internationale Erfolge im Jahr 2019 geehrt. Durch den Abend führte NDR TV-Moderator Yared Dibaba.

Und was es sonst noch gab:

Standing Ovations: Seit drei Jahren gibt es bei der Hamburger Sportgala den „Active City“-Award. Wie wichtig es ist, mit diesem Preis Akteure außerhalb des Profisports zu ehren, zeigte sich am Mittwochabend. Als Björn Lengwenus als Leiter der Eliteschule des Sports am Alten Teichweg von Sportsenator Andy Grote für seine Arbeit in Dulsberg ausgezeichnet wurde, nutzte er die Gelegenheit zu einem Statement, das niemanden auf den Sitzen hielt: „Wir haben 86 Nationen an der Stadtteilschule, die auch Schwerpunktschule für Inklusion ist. Wir stehen für Vielfalt, und ich würde mir das für die ganze Gesellschaft wünschen. Wir sollten nicht ausgrenzen oder spalten, sondern uns hinstellen und sagen: Wir wollen das genau so.“ Lengwenus, trotz 40 Grad Fieber am Start, erntete dafür Ovationen im Stehen.

Wunschzettel: Natürlich ließ sich auch die Soester Feiergemeinschaft vom HSV die Sportgala nicht entgehen. Vor einem knappen Monat, nur wenige Stunden nach dem 1:1 des HSV in Kiel, waren Coach Dieter Hecking, sein Trainerteam und Sportvorstand Jonas Boldt zur Allerheiligenkirmes in Heckings Heimat gebraust, um einen unvergesslichen Abend zu verbringen. Wirklich unvergesslich wurde die Partynacht aber erst dann, als ein Internetvideo der HSV-Feierbiester viral ging, in dem Hecking und Co. zu Scooter tanzten. Ähnliche Videos hat es bis Redaktionsschluss von der Hamburger Sportgala nicht gegeben. Ein möglicher Grund: Co-Trainer und Chef-Partybiest Dirk Bremser musste kurzfristig absagen. So musste Hecking nicht über seine Tanzqualitäten aufklären, sondern nur über seine Weihnachtsgewohnheiten. Immerhin: Vier von sechs Pflichtgeschenken, so verriet es der HSV-Trainer, habe er immerhin schon besorgt. Sein größter Weihnachtswunsch: drei Punkte am Sonntag gegen Sandhausen – „und im nächsten Jahr bei der Gala oben auf der Bühne stehen, als Team des Jahres“.

Abwechslung: Erstmals seit Monaten zeigte sich Christopher Avevor, Kapitän des FC St. Pauli, wieder auf einer größeren Veranstaltung, nachdem er sich bereits am 2. Spieltag der Zweitligasaison gegen Greuther Fürth einen Wadenbeinbruch und Sehnenriss zugezogen hatte. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Jan-Philipp Kalla und Daniel Buballa sowie Co-Trainer André Trulsen und Sportchef-Assistent Carsten Rothenbach war er zur Sportgala gekommen. Eine willkommene Abwechslung für Avevor, der täglich stundenlang in der Endo-Klinik an seinem Comeback arbeitet. „Es gibt keinen konkreten Zeitplan für die Rückkehr ins reguläre Training, aber es geht sehr gut voran“, sagte er.

Weihnachtsspiel: Ein schönes vorweihnachtliches Präsent hatten sich die Tischtennisdamen des SC Poppenbüttel am vergangenen Wochenende gemacht. Mit drei Punkten aus den Partien bei TTC Staffel (5:5) und SC Niestetal (6:1) hatte die Mannschaft um die ägyptische Nationalspielerin Galila Nasser, die am Mittwochabend ihre Sportgala-Premiere erlebte, die Abstiegsränge in der Dritten Bundesliga Nord verlassen. Umso entspannter geht der Aufsteiger als Tabellenachter (5:11 Punkte) nun an diesem Sonntag (11 Uhr) in das als „erstes Hamburger Weihnachtsspiel“ deklarierte Duell mit DJK BW Annen aus Niedersachsen. Dank des Umzugs aus der Harksheider Straße in die Sporthalle Tegelsbarg können gegen Annen rund 200 Fans mehr live dabei sein. Eintrittskarten sind im Internet unter scptt.de erhältlich.

Eishockey-Rentner: Für Christoph Schubert war es die erste Sportgala als Eishockey-Rentner. „Ich freue mich, dass das Abendblatt mich immer noch einlädt“, scherzte der ehemalige Nationalspieler, der seit seinem Karriereende im Juni als TV-Experte für den Streamingdienst Magentasport Partien der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) analysiert. Sein Ziel ist es aber, so schnell wie möglich als Trainer, Co-Trainer oder Funktionär in seinen Sport zurückzukehren. Bis dahin heißt es: netzwerken, so viel es geht. Vor wenigen Wochen flog der 37-Jährige nach Kanada und besuchte seinen ehemaligen Club Ottawa Senators. Dort sprach er mit den Verantwortlichen über ein mögliches Engagement in der nordamerikanischen Profiliga NHL. „Ich bin für alles offen und führe immer wieder interessante Gespräche. Ich hoffe, dass ich bei der Sportgala 2020 wieder als Funktionsträger dabei sein kann“, sagte Schubert.

Verletztenglück: Die Handballfrauen des Buxtehuder SV liefen in halber Mannschaftsstärke auf. Während Trainer Dirk Leun die fitten Spielerinnen daheim zum Training bat, durften sich die Verletzten auf den Weg nach Hamburg machen – und die Liste ist aktuell lang. Seit Saisonbeginn nicht mehr beim Team, dafür aber bei der Sportgala: die schwangere Rückraumschützin Jessica Oldenburg (28). Die Zweitligahandballer des HSV Hamburg betraten in der Volksbank Arena ihr eigentliches „Wohnzimmer“. Statt wie üblich zu trainieren, wurde jedoch fürstlich gespeist.